Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2014

18:45 Uhr

Dress for Success

Prada macht Kunst tragbar

VonInge Hufschlag

Prada übersetzt Werke junger internationaler Künstler für seine aktuellen Kollektionen. Doch Italiens Kult-Label hat auch eine andere Seite: Es lässt das „Abendmahl“-Gemälde in Florenz restaurieren.

Chefdesignerin Miuccia Prada beweist, dass Mode mehr ist als eine kurzfristige Zeiterscheinung. Prada ist längst Kult. Und tragbare Kunst. Inge Hufschlag

Chefdesignerin Miuccia Prada beweist, dass Mode mehr ist als eine kurzfristige Zeiterscheinung. Prada ist längst Kult. Und tragbare Kunst.

FlorenzWenn eine Teufelin Prada trägt, ist die Mode so gut wie geadelt und vorverkauft. US-Vogue-Chefin Anna Wintour, Role Model für Bestseller und Filmstöffchen, sieht toll aus auf dem roten Teppich in ihrem bunt bedruckten Fellmantel. Er stammt aus der Frühjahr-/Sommer-Kollektion 2014 des Kultlabels und ist inspiriert von südamerikanischen Künstlern.

Die schönsten Teile hängen zum Auftakt der Saison weltweit und zeitgleich in den Flagship Stores. Im neuesten mehrstöckigen Prada-Store an der wertvollsten Ecke von Florenz, direkt im Schatten des Doms, sind sie wie Ikonen dekoriert. Jede Tasche auf einer Art Altar, Einzelteile wie Reliquien im Scheinwerferlicht, Accessoires in glitzernden Schaukästen.

Bis zur letzten Sekunde war an dem Modepalast hinter dem Zaun gewerkelt worden, bevor sich mit sechs Glockenschlägen vom Turm die Türen öffneten zum neuen Einkaufsparadies für ausgewählte Fashion Victims und Profashionals. Pitti Uomo lief gerade, die bedeutende Modemesse in Florenz. Schon deshalb waren alle da.

Chefdesignerin Miuccia Prada beweist mit ihrer aktuellen Kollektion einmal mehr, dass Mode mehr ist als eine kurzfristige Zeiterscheinung. Bereits in den 90er-Jahren druckte sie mit den eigentlich spießigen Mustern der 50er- und 60er-Jahre Young Fashion ihren Stempel auf. Prada ist längst Kult. Und tragbare Kunst.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Für diesen Frühling hat sich Miuccia Prada von mexikanischen Straßenkünstlern und Illustratoren inspirieren lassen: eine plakative, kunterbunte, witzige, für die Designerin, wie sie sagt, auch eine kämpferische Kollektion.

Doch das 1913 von Miuccias Großvater Mario gegründete Unternehmen holt nicht nur Kunst von der Straße, sondern rettet sie auch vor dem Untergang. Seit 2010 kooperiert Prada mit FAI, einer Nonprofit-Organisation zur Unterstützung und zum Erhalt italienischer Kunst und Künstler. Nach Engagements in Bologna, Padova und Bari ist jetzt in Florenz ein im doppelten Wortsinne riesiges Projekt in Arbeit: Die Restauration und damit Rettung des „Abendmahls“ von Giorgio Vasari, vielfach gerühmt als Erfinder der Renaissance und inzwischen auch der breiten Bevölkerung bekannt durch Dan Browns Thriller „Inferno“.

Im vierten Teil der Schnitzeljagd um Robert Langdon murmelt der Synologe im Krankenhaus ständig „Ve...sorry“. Ein Missverständnis. Er meint: Vasari. Das Buch soll bis 2015 verfilmt werden. Dann werden ihn sicher noch mehr kennen – den Künstler Vasari. Den Darsteller Tom Hanks kennt man ja schon.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×