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19.04.2015

09:45 Uhr

Dress for Success

Schuhe als Waffe gegen Außerirdische

VonInge Hufschlag

Frauen kaufen doppelt so viele Schuhe wie Männer. Vielleicht liegt das auch daran, dass Herrenschuhe oft zeitlos langweilig sind? Floris van Bommel, der Rebell seiner Branche, ändert das Schritt für Schritt. Spielerisch.

Schuhe sind nicht nur Frauensache! Designer Floris van Bommel steht für Phantasie in der Herrenschuhmode. Pressebild

Peppige Herrenschuhe

Schuhe sind nicht nur Frauensache! Designer Floris van Bommel steht für Phantasie in der Herrenschuhmode.

DüsseldorfFloris van Bommel steht vor der Maschine im gerade neu eröffneten Flagship-Store in der Düsseldorfer Altstadt und drückt Knöpfe. „Captain Floris & the Cosmic Cube Attack“ – ein Spielautomat inmitten des kleinen, feinen Schuhgeschäfts. Selbst entwickelt. Spielerisch will er damit meist wenig schuhmodemutige Männer an seine Kollektion heranführen. Die Spielidee: Den Angriff von Außerirdischen abwehren, indem man sie mit Schuhen bewirft.

Der Schuh als Waffe. Auf dem umkämpften Markt der Fußbekleidung hat das niederländische Unternehmen das Spiel schon so gut wie gewonnen. Im vergangenen Jahr wurden 475.000 Paar Schuhe verkauft – doppelt so viele wie vor einem Jahrzehnt. Eine Hälfte Klassiker, die andere mit dem personalisierten Etikett Floris van Bommel.

Diese Farben mögen Männer bei ihrer Unterhose

Bei der Farbwahl...

...ihrer Unterhosen sind Männer nicht besonders wählerisch. Ob bunt gemustert oder schlicht in weiß – hauptsache sie passen gut und sind bequem.

Quelle: menshealth.de

Für sechs von zehn Männern...

...sind schwarze und weiße Unterwäsche die erste Wahl.

54 Prozent...

...tragen öfter mehrfarbige Unterwäsche.

Vier von zehn Männer...

...entscheiden sich für einfarbige Slips.

Jeder Vierte...

...trägt gerne Unterwäsche mit Mustern und 15 Prozent bevorzugen witzige Details.

67 Prozent...

...im Alter von 25 bis 29 Jahren mögen schwarze Unterhosen.

69 Prozent...

...der Männer über 50 Jahren tragen gerne weiße Unterhosen und achten beim Kauf auf Bequemlichkeit und auf eine gute Marke.

Es steht für mehr Phantasie in der Herrenschuhmode, für Witz im Detail, farbige Absätze oder (oft kopierte) Sohlen mit lustigen Zeichnungen und geheimen Botschaften. Manchmal sind bis zu acht verschiedene Ledersorten an einem Modell verarbeitet, die es zum Unikat machen. Für die handgenähten Exemplare sind 280 Handgriffe notwendig. Dabei bleiben die Preise mit 180 bis 340 Euro im Vergleich zu anderen Designer-Marken auf dem Teppich.

„There is no Business like Shoe-Business“: Dafür steht der 40-jährige Floris van Bommel als attraktive Werbefigur. Bei der Einführung seiner Marke posierte er nackt wie einst Yves Saint Laurent. In seinen Werbespots stampft er ebenso entspannt wie entschlossen durch weltweite Landschaften. Für Charity-Projekte wie die Deutsche Aids-Hilfe holte er sich Testimonials wie den Ex-Fußball-Kapitän Philipp Lahm oder den Schauspieler Daniel Brühl an Bord.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Alexander Basta

Inge Hufschlag

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Floris van Bommel gilt als Rebell seiner Branche, „Business Punk“ titulierte ihn als „Shoeting-Star“. Der Mann ist nicht nur eine Marke, sondern auch ein Marketing-Genie. Eine Rarität unter Schuhmachern und Schuhvermarktern, die den Bekleidungs-Trends meist einige Saisons hinterherhinken. Oder sich erst gar nicht wegbewegen vom schwarz-braunen Einheits-Trend.

Deshalb mussten modebewusste Männer zum Business-Anzug schon mal in Sneakers schlüpfen, wenn sie aus der Reihe tanzen wollten. Floris van Bommel ist im Design der Spagat zwischen Tradition und Innovation gelungen, er hat den Klassiker mit den Sportschuhen versöhnt – zu einem attraktiven Paar.

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