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17.08.2013

17:44 Uhr

Dress For Success

Wahlkampf zieht an

VonInge Hufschlag

Nur noch fünf Wochen bis zur Bundestagswahl. Jetzt beginnt langsam aber sicher die heiße Phase. Dabei geht es auch um oberflächliche Themen wie den einen oder anderen Wahlkampfanzug der Bundeslanzlerin.

Angela Merkels Auftritte bei den Bayreuther Festspielen: 2008 und 2012 im selben Outfit, 2010 in Schlaghose – Karl Lagerfeld gefiel sie nicht, auch nicht beim Obama-Empfang. dpa

Angela Merkels Auftritte bei den Bayreuther Festspielen: 2008 und 2012 im selben Outfit, 2010 in Schlaghose – Karl Lagerfeld gefiel sie nicht, auch nicht beim Obama-Empfang.

Was Peer Steinbrück, der gern nach der Wahl am 22. September 2013 das Amt des Bundeskanzlers bekleiden würde, so anhat, interessiert eigentlich kaum jemanden. Ob er den Kragen nun offen trägt, weil er ihm sonst platzt oder die Schuhe nicht blitzblank sind, weil er gerade mal wieder in ein Fettnäpfchen getreten ist. Egal. Anders bei der amtierenden Kanzlerin. Angela Merkel musste immer wieder viel Häme wegen der Wahl ihrer Outfits einstecken. Doch dagegen scheint sie imprägniert.

Angela Merkel polarisiert. Für die einen ist sie die Physikerin der Macht, für die anderen Mutti Merkel. Für Mode-Zar Karl Lagerfeld eine Frau „mit speziellen Proportionen“, die er gerne bei ihrer Kleiderwahl beraten würde. Dabei hatte Karl der Größte Angela Merkel vor zwei Jahren noch Komplimente gemacht. Das war, als sie gerade den Chamäleon-Chic für sich entdeckt hatte: immer der gleiche Blazer – nur die Farben wechseln.

„Im Grunde stimmt ihr Dresscode, aber der Schnitt müsste besser sein“, analysierte Lästermaul Lagerfeld. Tipp des Top-Designers: Jacke offen tragen über einer weichen Bluse. Und vor allem: Wenn Frau schon die Hosen an hat, dann sollten sie besser sitzen. Keine Gnade vor seinen Augen fand das Unterteil, das Merkel anlässlich Obamas Berlin-Besuch zum Standard-Blazer kombinierte. Das war auch schlicht gesagt unvorteilhaft: Eine voluminöse Schlaghose wie aus zwei umgearbeiteten Gardinen-Schals von der Stange gearbeitet.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Angela Merkel steht unter ständiger Beobachtung. Darf eine Frau, die wie sie im Licht der Öffentlichkeit steht, zur Premiere der „Frau ohne Schatten“ dasselbe Kleid tragen wie im Jahr davor bei den Salzburger Festspielen? Oder beim Nato-Treffen in Straßburg denselben unschuldig weißen Blazer wie zwei Tage zuvor beim G20-Gipfel in London? Und zweimal in derselben bodenlangen Garderobe nach Bayreuth?

Warum nicht? Vielleicht war’s ja auch Absicht? Sparsamkeit aus Berechnung. Schaut her, ich brauch nicht alle naselang was Neues, schon gar nicht für seltene Anlässe, signalisiert der Auftritt die Kanzlerin. Sie kümmert sich lieber um die Problemzonen von Europa und achtet darauf, dass sie dabei eine gute Identifikationsfigur macht. So was kommt womöglich bei vielen Wählern und Wählerinnen gut an.

Kommentare (12)

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17.08.2013, 18:23 Uhr

Die Gehirnwäsche von jahrzehnte-langer US-Besatzung und der entsprechenden Gehirnwäsche durch Medien und Hollywood zeigt doch langsam auch beim deutschen Wähler Früchte, wenn unsere Mediokratie uns ernsthafterweise solche Artikel präsentieren kann, die bis vor einem Jahrzehnt allensfalls in den USA möglich gewesen wären. Wenn schon das Handelblatt von "oberflächlich" spricht....

Es bleibt dabei. Das System muß grundlegend umgekrempelt werden.

Wer Blockparteien wählt, wählt auch in dieser Hinsicht den Niedergang und darf sich gerne am hübschesten Kleid bzw. Hosen-Anzug orientieren, welches der fünf im Foto angebotenen "Fotomodelle" er als Kanzlerin (wieder)wählen will. Wie sinnbildlich für unsere BT-Wahl: die Qual der (Schein)Wahl in fünf Bildern dargestellt! Welche Bekleidung auch immer Ihnen am besten gefällt, es steckt Angela Merkel drin.

Deshalb: Alternative wählen, keine Blockparteien.

Koalition2013

17.08.2013, 18:36 Uhr

Ich glaube Merkel und Steinbrück geben eine gute Figur bei ihrer Ehe am 22.09.2013 ab. Beide adrett gekleidet.
Wie in jeder guten Ehe wird die Frau Merkel das sagen haben, und der Herr Steinbrück das finanzielle in die Hand nehmen.
Also sind die zwei wichtigsten Posten vergeben.
Den verbissenen Herrn Schäuble braucht man so wenig wie den Lobbyminister Bahr. Ist der Wirtschaftsminister Rösler noch im Amt, ist sehr ruhig um ihn. Wie Rösler, Friedrich, Ramsauer, Leutheuser-Schnarr....., Eigner, Altmaier etc. kann man beliebig austauschen merkt keiner war so wie so nur alles zweite Wahl.
Spannend für mich wird, wer wird neuer Gesundheitsminister Spahn oder Lauterbach. Besser Lauterbach dann fällt die PKV.
Arbeitsminister Wiesehügel, Frauen und Familie Schwesig, Innen und Rechtspolitik Oppermann.
Wie sieht Eure Wunschbesetzung aus.
Als Trauzeuge schlage ich Westerwelle und Von der Leyen vor, als letzte Amtshandlung vor ihrer Beurlaubung. Die sollten sich als Märchenerzähler bewerben mit immer der selben Leier.

Gerhard

17.08.2013, 19:07 Uhr

Lucky und die Kanzelette
Noch nicht zu spät
http://www.youtube.com/watch?v=7MCgFivs28Q

und andere Folgen
https://www.youtube.com/results?search_query=lucky+und+die+kanzelette

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