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23.06.2012

15:20 Uhr

Dress for Success

Was auf die Ohren

VonInge Hufschlag

Schutz oder Putz? – Man(n) macht auf dicke Mütze in diesem Sommer. Mädels können darunter prima ihren Bad-Hair-Day verstecken. Ein neuer Trend, drinnen wie draußen, und auch noch bei 30 Grad im Schatten.

Aufmützig gab sich auch Yvonne Catterfeld.

Aufmützig gab sich auch Yvonne Catterfeld.

Ja, haben die’s im Kopf? Nee, auf’m Kopf, die jungen Leute heute. Oder sollte man Schlümpfe sagen? Denn beinahe so sehen sie aus. Unterwegs am Körper Muscle-Shirt und kurze Hosen, aber getoppt mit einer Wollmütze, die weit über die Ohren gezogen ist. Die jungen Frauen genauso: Ultrakurze, oft ausgefranste Shorts, knappes Oberteil mit Spaghettiträgerchen, und die ganze Haarpracht unter ein fluffiges Häkelmützchen gestopft.

Jude Law verlässt morgens das Haus von Sienna Miller. Mit Mütze! Ob er das Ding die ganze Nacht aufgehabt hat? Brad Pitt kombiniert das Wollteil mit einem Ziegenbärtchen zum Dschingis Khan-Look. Für Roman Lob war so schon so was wie sein Markenzeichen beim European Song Contest in Aserbaidschan. Immerhin reichte es in Baku für den achten Platz. Egal, ob da Stilkritiker Bernhard Roetzel lästert im Spiegel: „Es sah ein wenig aus wie eine Feinripp-Unterhose.“ Seine Erklärung zur Mützenmanie ist vielleicht sogar eine simple zur Mode überhaupt: „Plötzlich finden Menschen das toll, was sie vorher blöd fanden.“

Auch Schauspieler Jude Law steht der Schlumpf-Look.

Auch Schauspieler Jude Law steht der Schlumpf-Look.

Mädels kaschieren, wenn sie so aufmützig daherkommen eher einen Bad Hair-Day, wie Yvonne Catterfeld, die damit sogar zur Premiere von „Zweiohrküken“ in Berlin auftrat. Hat sie sich vielleicht auch von Vorbild Romy Schneider abgeguckt. Die konnte ja machen und anziehen, was sie wollte, sah immer irgendwie gut aus. Dabei erinnert das Teil doch irgendwie an Urgroßvaters Schlafmütze.

Vielleicht ist es ja unterbewusst die Illusion, irgendwie gekrönt zu sein oder zumindest wie ein stolzer Krieger daher zu kommen. Wenn man diese Mode mal medizinisch betrachtet ist sie auf den ersten Blick irgendwie kontraproduktiv. „Kopf kalt, Füße warm“, wusste schon Oma. Wer wer hörte schon auf die. Dann eher auf den Hautarzt. Wenn der erst mal einen dunklen Fleck auf der Kopfhaut gefunden und rechtzeitig entfernt hat, folgt meinst die Mahnung: „Es wäre besser, wenn Sie sich künftig besser mit einer Kopfbedeckung vor der Sonne schützen würden.“

Schlumpfmütze: Roman Lobs Markenzeichen beim Song Contest. dapd

Schlumpfmütze: Roman Lobs Markenzeichen beim Song Contest.

Dies beschert der Accessoire-Branche erfreuliche Mehrumsätze. Allein 2012 wurden im deutschen Einzelhandel 800 Millionen Euro mit Accessoires in Form von Kopfbedeckungen und textilem Halsschmuck (kurz: Schal) umgesetzt.

Und wer nicht aussehen will wie’n Schlumpf, dem sei der der gute alte Strohhut aus pflanzlichen Fasern empfohlen (steht in der klassischen Form auch Frauen gut) oder eine dieser innovativen Kopfbedeckungen aus Funktionsstoffen mit speziellem UV-Schutz. Mit denen kann man 40 bis 80 mal länger in der Sonne bleiben als oben ohne.

Kommentare (1)

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guedue

23.06.2012, 15:36 Uhr

Hallo!
Da kann man nur sagen,die sehen alle aus wie klein Doofie aus dem Brettergymnasium.

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