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28.06.2015

10:05 Uhr

Dress for Success

Weil das Foto dazu tief blicken ließ

VonInge Hufschlag

Mode und Medien leben von der Beständigkeit des Wechsels. An dieser Stelle verabschiedet sich Dress for Success als wöchentliche Kolumne. Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt aber weiter über Fashion und Erfolg.

DüsseldorfFür den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance. Daran kann man arbeiten. Auch dafür. Das war so unsere Idee, als wir vor einigen Jahren die Handelsblatt-Kolumne „Dress for Success“ kreierten und online auf den Laufsteg schickten.

Natürlich haben wir uns gefragt, welche Themen anziehend sein könnten. Klar, es muss Klick machen. Aber wann macht es Klick? Titel? Thesen? Trends? Ganz oben auf der Hitliste stand übrigens im ersten Jahr ein Beitrag zum Oktoberfest. Nicht etwa wegen der darin beschriebenen ultimativen Wald- und Wiesn-Trends.

Sondern: weil das Foto dazu tief blicken ließ ins Dirndl-Dekollete. Dress for Success eben. Sex sells. Nicht nur Mode. Beliebt auch eine Bilderstrecke, bei der wir den fashionablen Besuchern der Herrenmode-Messe „Pitti Uomo“ in Florenz auf die Schuhe guckten, als die Hosen Hochwasser trugen und die Socken ins Blickfeld gerieten

Doch Mode ist mehr. Kleidung mit Mehrwert. Mode ist ein Kultur- und Wirtschaftsfaktor, ein Spiegel der Gesellschaft. Experten können an ihr sogar Konjunkturen (am Hoch und Runter von Rocksäumen) und Krisen (an Farben) ablesen.

Dress-Codes können durchaus mitentscheidend sein im Berufsleben: „Ein falscher Schlips kann zum Fallstrick auf der Karriereleiter werden“ titelte das Handelsblatt schon in den heißen 90-er Jahren. Entscheidungen für oder gegen eine Person fallen oft unbewusst im Minuten-Takt: nach Aussehen, nach Auftreten – und erst dann kommt die Frage: Kann der oder die was? Passt es, passt er sie oder er zu uns?

Die Mode-Trends 2015

Safari

Chanel, Ralph Lauren und Rag & Bone begeben sich jenseits von Afrika auf Stilsafari und kombinieren Khakifarben zu Erdtönen und glamourösem Gold, langen Mänteln und Sandalen. Edle Stoffe wie Seide und Wildleder geben dem Look eine besondere Note. Toll dazu: Ethno-Accessoires.

Quelle: brigitte.de

New Denim

Auf den Fashion Weeks waren die Designer plötzlich alle verliebt in Denim von Kopf bis Fuß. Farblich lautet das Motto für 2015: Back to Basic. Die Töne reichen von Mittelblau bis zu dunklem Raw Denim, dabei verzichten die Designer auf Waschungen oder Dekor. Was die Schnitte und Formen angeht, wird Denim vielseitig: Jeansröcke in Mini- und Midilänge, weite Jeans-Culottes, Jeans mit Schlag, Jeansjacken, -Overalls und -Kleider. Alles ist erlaubt, solange Farbe und Waschung schlicht ist.

Clogs

Die Schuhe mit Holzsohle sind zurück – egal, ob als Sandale, Schlappen oder klassisch. Auf dem Laufsteg waren Clogs zum Beispiel bei Prada – in Kombination mit Söckchen – zu sehen. Günstigere Alternativen finden sich zum Beispiel bei Moheda, dem Klassiker aus Schweden, oder bei Softclox.

Niedliche Accessoires

Kulleraugen, Comic-Gesichter, Emoticons, und Sticker – überall ist es plötzlich niedlich, bunt und lustig. Schließlich darf man Mode mit Humor nehmen und nichts verpasst Ihrem Look so schnell ein Augenzwinkern wie bunte Ledersticker auf Ihrer Handtasche oder ein Portemonnaie im „Monster-Look“.

Siebziger

Was im letzten Jahr schon ordentlich Fahrt aufnahm, ist jetzt nicht mehr zu stoppen: die Schlaghose ist als „neue“ Hosenform quasi gesetzt, hippieske und bodenlange Kleider bestimmen den Sommer, Fransen, Silbersandalen und Blümchenblusen spielen die oscarverdächtigen Nebenrollen.

Gelb

Gelb ist auch im Frühjahr 2015 ein stilsicherer Begleiter in Richtung Sommer. Denn die Gute-Laune-Farbe bringt modische Mitspieler erst so richtig schön zur Geltung und ist ein beliebtes Kontrastmittel – sei es ein sonnengelber Rock zum dunkelblauen Jeanshemd oder ein zitrusfarbener Mantel zum Khaki-Look.

Overall

Bereits letzte Saison der heimliche Liebling der Designer, avanciert der Overall nun zum lässigen Sommerstar. Und zeigt sich vielseitig wie nie. Ob zarte Nude-Töne oder maskuliner Workwear-Look: mit hohen Schuhen, Taillenbetonung, Schmuck und roten Lippen bleibt’s trotzdem schön weiblich.

Marsala

Marsala heißt die Pantone-Trendfarbe fürs neue Jahr und ist – wie der gleichnamige sizilianische Likör – ein Mix aus Rostbraun und Dunkelrot. Die eigentlich eher herbstlich anmutende Farbe ist das Schlüsselelement vieler aktueller Sommerkollektionen und lässt sich von Kopf bis Fuß tragen. Aber auch Nude-und Erdtöne, Weiß, Grau oder Schwarz sind eindrucksvolle Gegenspieler.

Spitze

Ein Frühling, in dem Spitze kein Trend war, gibt es vermutlich nicht. Zumal die neue Hochzeitssaison vor der Tür steht und die Dessins gar nicht zart genug sein können. Trotzdem, Spitze ist spitze und getragen wird sie diese Saison entweder pur oder im raffinierten Stilmix mit groben Stoffen wie Strick, Wolle oder Leder.

Orange

Sie ist mutig und lässt in diesem Frühjahr und Sommer leuchten: orange ist eine der neuen Trendfarben 2015 und macht bereits jetzt Lust auf die Sonne. Ob als Rüschen-Top mit blaugrauem A-Linien-Rock oder als Allover-Look – Orange sind 2015 fast keine Grenzen gesetzt. Wer es lieber langsam angehen möchte, kombiniert einen orangefarbenen Blazer mit einem weißen Top und einer zartblauen Stoffhose. Auch harte Kontraste sind erlaubt. So bilden Modefarbe Orange und Dauerbrenner Schwarz ein ideales Paar. Cremetöne sind ebenfalls erlaubt, wenn es der Teint hergibt. Dazu goldener Schmuck.

Mode ist Kommunikation und kann auch Kompliment sein. Achten Sie mal darauf, ob jemand sagt: „Das ist aber ein toller Anzug“ über ein Outfit oder „Der sieht toll aus“ und damit den Mensch meint. Das ist Stil. Der Unterschied, ob man angezogen oder anziehend ist.

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