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02.05.2015

16:53 Uhr

Dress for Success

Wenn sich Strümpfe auf die Socken machen

VonInge Hufschlag

Beinkleider verschwinden komischerweise nie paarweise – immer nur einzeln. Und auffällig oft in der Waschmaschine. Was hilft gegen Single-Socken? Barfuß oder Netz-Strümpfe als Abo oder aber auch Gruppen-Socks.

Sockenpaare können auch Gegner sein – vor dem Fernseher und in der Waschmaschine. dpa

Statement-Socke funktioniert auch einzeln

Sockenpaare können auch Gegner sein – vor dem Fernseher und in der Waschmaschine.

DüsseldorfDas Phänomen kennt Jedermann: Waschmaschine frisst Socke. Im Schleudergang. Immer nur eine. Die andere wird hinterlistiger Weise wieder ausgespuckt. Generationen haben sich auf die Socken (...) gemacht, um zu erforschen, in welchen (Abwasser-)Kanälen die Dinger wohl verschwinden.

Vergeblich. Tüftler haben Plastikklammern entwickelt, die die Paare während der Waschgänge untrennbar miteinander verbinden sollen. Vergeblich. Bei diversen Tests verschwanden sogar die Klammern – natürlich nicht, ohne eine Socke mitzunehmen.

Ich hab ja den dringenden Verdacht, dass die Socken-Stricker in die Sache verstrickt sind, sich womöglich sogar mit den Waschmaschinen-Bauern zusammengetan haben. Wahrscheinlich haben sie auch 1998 den Lost Socks Memorial Day am 9. Mai ausgerufen. Parole: Verlierer aller Socken vereinigt Euch und tragt an diesem Gedenktag stolz eure unterschiedlichen Single-Socken.

Strümpfe und Socken: historische Informationen

Römer und Socken

Strümpfe gab es nicht zu allen Zeiten. Die Römer zum Beispiel liefen barfuß in ihren Sandalen herum und trugen keine Strümpfe unter ihren gewandartigen Röcken. Doch was im sonnigen Süden möglich war, bereitete im Norden Probleme. Besonders zur kalten Jahreszeit wurden einem auch die Füße kalt. Kein Wunder, dass das Bedürfnis aufkam, sich die Füße mit etwas Stofflichem zu wärmen.

Quelle: strumpf-schatulle.com

„Strumpfhose“

Strümpfe sahen ursprünglich nicht so aus wie unsere heutigen Socken. Sie waren anfangs aus Leder oder Wolle genäht und mit den Hosen verbunden. Daher der Name „Strumpfhose“.

Der Unterschied: Socken

Socken sind meistens kürzer und aus einem festeren Stoff. Das Wort „Socke“ leitet sich übrigens vom lateinischen „soccus“ und bezeichnete ursprünglich einen Schlüpfschuh, der zur Hausbekleidung und von Schauspielern der Komödie getragen wurde. Allein daraus geht schon hervor, dass die Socke eine kurze Fußbekleidung ist.

Der Unterschied: Strümpfe

Strümpfe dagegen können bis zum Ende des Oberschenkels reichen und bestehen aus dünneren Material. Bekanntes Beispiel sind hier die von Damen getragenen Nylonstrümpfe.

Herren

Herren tragen meisten Socken. Diese sind häufig aus Baumwolle oder Schurwolle mit einer Beimischung elastischer Kunstfasern. Besonders elegante Socken, die der Mann von Welt zum Smoking trägt, können auch aus einer Seidenmischung sein.

Sportsocken

Nachdem die Sportsocken im späten 20. Jahrhundert einen Boom erlebten, werden seit den 1990er Jahren zunehmend spezielle asymmetrische linke und rechte Socken gefertigt, die dann auch entsprechend gekennzeichnet sind.

„Antibakterielle Socke“

Eine der jüngsten Kreationen der Strumpfindustrie ist die antimikrobiell ausgerüstete „antibakterielle Socke“, welche geruchsmindernd sein soll. Die Strümpfe werden dabei mit ergänzenden Materialien versehen, die dafür sorgen, dass Bakterien und Pilze in ihrer Vermehrung gehemmt werden. Es sind ja vor allem die Bakterien, die sich im Schweiß der Haut vermehren und unangenehme Gerüche hervorrufen. Das Verfahren wird besonders häufig bei der Herstellung von Sportsocken verwendet.

Der Strumpf-Knigge für den Gentlemen von Welt (1)

Das Tragen von weißen Tennissocken ist für einen Gentleman tabu. Warum, weiß keiner so genau, denn eine sportlich betonte, helle Kleidung, zu der diese Socken gelegentlich passen könnten, gibt es schließlich auch. Als Faustregel gilt: Die Socken sollten farblich nicht heller als die dazu getragenen Schuhe gewählt werden. Also zu schwarzen Schuhen trage man nur dunkle Farben oder am besten schwarze Socken.

Der Strumpf-Knigge für den Gentleman von Welt (2)

Der wahre Gentleman trägt zudem nur Langsocken, damit beim Überschlagen der Beine, wenn die Hosenbeine unweigerlich hoch rutschen, nicht die behaarten und bleichen Waden für Außenstehende sichtbar werden. Um zu verhindern, dass die Socken an der Wade sitzen blieben und sich nicht herunterrollten, trug der noble Herr früher (vor der Erfindung der Elastikfasern) auch noch Sockenhalter. Dies ist heute wohl nur noch in den seltensten Fällen nötig.

Es soll ja Männer geben (oder sind’s deren Partnerinnen?), die immer gleich zwei oder drei identische Paare langweiliger Socken kaufen. Wenn eine Socke verschwindet, hat man noch zwei bis drei identische in der Schublade. Doch solcherart Partnertausch unter Accessoires ist auch keine Lösung, sondern nur eine Zeitfrage. Irgendwann bleibt wieder nur eine einzige Socke übrig.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Alexander Basta

Inge Hufschlag

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Es gibt elegantere Lösungen. Die einfachste, gut ab Mai zu praktizieren: barfuß in die Schuhe schlüpfen. Ist natürlich nicht Jedermanns Sache. Dann böte sich noch ein Socken-Abo an, um den ständigen Nachholbedarf auszugleichen. Blacksocks zum Beispiel nimmt für sich in Anspruch, Erfinder des Socken-Abos zu sein. Seit 1999 gibt es Smart Socks für das Kind im Manne: mittels eingestrickter Technologie sortiert er per iPhone-App seine Söckchen und findet sogar Ausreißer wieder.

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