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16.03.2014

12:38 Uhr

Dress for Success

Wo Joop draufsteht, ist kein Joop drin

VonInge Hufschlag

In der Mode ist der Name oft wichtiger als die Ware. Das muss auch Wolfgang Joop erfahren. Der exzentrische Modemacher hat seine gleichnamige Firma schon vor Jahren verkauft – und trauert ihr nun nach.

Mode mit Ausrufezeichen im neuen Joop-Flagship-Store in Düsseldorf. PR

Mode mit Ausrufezeichen im neuen Joop-Flagship-Store in Düsseldorf.

DüsseldorfIn Düsseldorf hat gerade ein Joop-Flagship-Store aufgemacht. Im neuen Kö-Bogen, zurzeit die erste Adresse in der Modestadt, in prominenter Nachbarschaft zwischen Apple-Store und Mode-Mitbewerber Laurel. „Wir sind überzeugt, unseren Kunden dort ein perfektes Umfeld zu bieten“, sagt Marcel Krug, Managing Brand Director der Marke Joop.

Der Designer war auch da. Wolfgang Joop? I wo! Wo Joop drauf steht, ist längst nicht mehr Joop drin. Der exzentrische Modemacher hat seinen Namen bereits 1998 an ein Konsortium früherer Lizenznehmer verkauft wie einst Schlemihl seinen Schatten für einen Sack Gold. 150 Millionen Deutsche Mark soll Joop für 95 Prozent seiner Firmenanteile damals bekommen haben. 2001 hat er sich auch noch von den restlichen fünf Prozent getrennt. Heute gehört die Marke mit dem Ausrufezeichen (mit dem auch die FDP schon mal versucht hat, ihren Bekanntheits- und Bedeutungsgrad zu steigern) zur Holy Group mit Sitz in Kreuzlingen und Bielefeld.

Dem Kunden ist’s scheinbar egal, er kauft sich eine Markenpersönlichkeit nicht selten zur vermeintlichen Aufwertung seiner eigenen. Nicht unbedingt Geschmackssache. Hauptsache, es steht Joop drauf und drin. Tut’s ja auch.

Aktueller Designer für Joop-Man-Fashion ist Matthias Rehbeck. Ein Mann im besten Alter, elegant, seriös, uneitel und zurückhaltend. Er arbeitet am Schweizer Ufer des Bodensees im Haus der Modemarke Strellson. Die gehört ebenfalls zur Holy-Gruppe. Wie Tommy Hilfiger. Für die hat Rehbeck auch schon entworfen.

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle. Quelle: Alexander Basta

Handelsblatt-Autorin Inge Hufschlag schreibt über Mode und Lifestyle.

Rehbecks Empfehlung für die neue Saison: seine Joop-Anzüge mit leichtem Lüster, für ihn „ein Hauch von Luxus“. Mit 500 Euro fürs Outfit durchaus erschwinglich. Wichtig ist ihm eine seriöse Handschrift bei der Gestaltung der Marke Joop: „durchaus elitär, aber zugänglich für jeden“.

Rehbeck sieht’s diplomatisch. Zu Wolfgang Joop pflege er einen guten Kontakt, sagt er. Sicher auch deshalb: „Der Name hat für unsere Marke immer noch einen gigantischen Wert.“ Vor allem, seit sein Träger in der 9. Staffel bei „Germanys Next Topmodel“ als Juror auftritt. Nach jeder Sendung hat Rehbeck Grund zur Freude: „Dann schnellen auf unserer Seite die Klickraten um 40 bis 50 Prozent hoch!“

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