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14.07.2013

13:20 Uhr

Empörung über Bushido

Die perfide PR-Strategie des Skandal-Rappers

Politiker verurteilen das neue Lied des Rappers Bushido. Berlins regierender Bürgermeister Wowereit will Anzeige erstatten. Doch der Rummel könnte für die Geschäfte des Skandal-Rappers sogar nützlich sein.

Der Rapper Bushido muss sich auf ein Gerichtsverfahren einstellen. Seinen Geschäften schadet das bisher nicht. dpa

Der Rapper Bushido muss sich auf ein Gerichtsverfahren einstellen. Seinen Geschäften schadet das bisher nicht.

Rapper Bushido (34) sorgt mit schwulenfeindlichen Passagen, Gewaltdrohungen und Todeswünschen in einem neuen Lied für Empörung. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der FDP-Integrationsexperte Serkan Tören (FDP) kündigten am Wochenende Strafanzeigen an. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sprach von einem „eindeutigen Aufruf zu Gewalt und Mord“.

Im Internet wurde das Video zu dem gemeinsam mit Rapper Shindy aufgenommenen Lied am Samstag gesperrt. Bushido verbreitete über sein Twitter-Profil unterdessen weiter Artikel und Kommentare zu der Diskussion. Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft das Lied bereits. Der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski sagte, Wowereit werde am Montag Strafantrag stellen. Außerdem würden weitere rechtliche Schritte geprüft wie Unterlassung oder die Forderung einer Geldentschädigung.
Der Rummel um das Video hat unterdessen offenbar zu besonders hohen Abrufzahlen geführt. Auf dem Kurznachrichten-Dienst Twitter verkündete Bushido, dass Video habe trotz der Sperrung auf Youtube innerhalb von 48 Stunden eine Millionen Klicks erreicht.

Neues Bushido-Video: „Politik darf keinen Gewalt-Rapper hofieren“

Neues Bushido-Video

„Politik darf keinen Gewalt-Rapper hofieren“

„Ich schieß auf Claudia Roth, sie kriegt Löcher wie ein Golfplatz.“ Mit solchen Aussagen tritt Bushido in seinem neuen Lied auf. Die Politik reagiert mit Abneigung – und fordert den Integrations-Bambi zurück.

In dem Lied werden Wowereit, der FDP-Bundestagsabgeordnete Tören, Comedian Oliver Pocher und Grünen-Politikerin Claudia Roth namentlich genannt und beleidigt. „Das Video ist voller Hass, ich verstehe es so, dass es zu einem Mord aufruft“, sagte Tören der „Berliner Morgenpost“ (Samstag).

Politiker verurteilten die verbalen Angriffe gegen ihre Kollegen. Künast forderte die Staatsanwaltschaft in der „Bild am Sonntag“ auf, mit der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens ein Zeichen zu setzen: „Bushido hat die Grenzen des Rechts überschritten.“
Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), verlangte laut „B.Z.“, die Betroffenen zu schützen. „Die Todes-Drohung ist ein sehr ernstzunehmender Vorgang.“ Tören und Roth hätten die Solidarität ihrer Kollegen verdient - und zwar parteiübergreifend.

Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck forderte, Bushido den Integrations-Bambi abzuerkennen, den ihm der Burda Verlag 2011 verliehen hatte. Die Jury-Entscheidung hatte schon damals für heftige Diskussionen gesorgt. „Wenn Burda den Integrations-Bambi nun nicht zurückzieht, ist dieser Preis nur noch für die Tonne gut“, sagte Beck. Eine Sprecherin des Verlags sagte auf Anfrage der dpa: „Wir kommentieren das Thema nicht.“

Von

dpa

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

14.07.2013, 13:52 Uhr

In Hamburg werden schon mal Gewaltdrohungen umgesetzt, wenn auch ziemlich ziellos. Ich bin mir sicher, Claudia Roth zeigt hierfür trotzdem großes Verständnis:

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/07/14/auslaender-krawalle-in-hamburg-brennende-autos-und-fliegende-steine/

Liebe Redaktion, selbstverständlich müßt ihr mittlerweile darüber nicht mehr darüber berichten. Wir wissen jetzt alle schon Bescheid und wir wollen doch den schönen "Heile-Welt"- Wahlkampf der Blockparteien nicht durch so unschöne Bilder im krisensicheren Deutschland stören.

Account gelöscht!

14.07.2013, 15:15 Uhr

Bevor das Hass-Video bei YouTube gelöscht wurde, hatten schon über 9000 Schwachmaten "Mag Ich" geklickt - also eine größere "Fan"-Gemeinde ...

... daher find ich es eigentlich gut, dass Bushido und Co hier ihr wahres (terroristisches) Gesicht zeigen. So wird es den naiven Multikulti-Predigern in Zukunft schwerer fallen, uns für dumm zu verkaufen ...

Account gelöscht!

14.07.2013, 15:23 Uhr

Ich versuch auch mal n Rap-Reim:
Hey Bushido, Shindy: Ich frag, ob hier noch richtig tickt ?
Ach egal ey, jetzt werdet Ihr vom Staatsanwalt gefi**t !

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