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31.03.2014

13:34 Uhr

Englischer Gourmettempel

Molekularküche in Down Under

Der Londoner Sternekoch Hoston Blumenthal verlegt sein Drei-Sterne-Restaurant wegen Sanierungen vorübergehend nach Australien. Das „Fat Duck“ ist vielen Australiern aus dem Fernsehen bekannt und genießt weltweites Ansehen.

Der englische Sternekoch Heston Blumenthal bei seiner Lieblingsbeschäftigung. Wegen Umbauarbeiten verlegt er sein Restaurant „Fat Duck “ vorübergehend nach Australien. ap

Der englische Sternekoch Heston Blumenthal bei seiner Lieblingsbeschäftigung. Wegen Umbauarbeiten verlegt er sein Restaurant „Fat Duck“ vorübergehend nach Australien.

Der für seine Molekularküche berühmte Feinschmecker-Tempel „Fat Duck“ bei London zieht wegen Renovierungsarbeiten für sechs Monate nach Australien. Der mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete Chefkoch Heston Blumenthal und sein Team werden ihre Gäste im kommenden Jahr im gigantischen Komplex des Crown-Kasinos in Melbourne bewirten, wie die Leitung des Glücksspielhauses am Montag bekanntgab. Blumenthal bezeichnete die Kooperation als „unglaubliche Gelegenheit“, den Restaurantbetrieb trotz parallel laufender Renovierung des Stammlokals aufrecht zu erhalten.

Das „Fat Duck“ in der Ortschaft Bray westlich von London gilt seit Jahren als eines der besten Restaurants in Großbritannien. Allerdings wurde das Gebäude laut Blumenthal schon im Jahr 1640 errichtet und braucht deshalb eine Kernsanierung. „Mir war immer klar, dass es irgendwann mal ein wenig Aufmerksamkeit und Modernisierung benötigen würde“, erklärte der Promi-Koch, der vielen Australiern aus dem Fernsehen vertraut ist. „Der Gedanke an einen längeren Schließungszeitraum war mir aber zuwider, deshalb hätte ich mir keine bessere Lösung vorstellen können.“

So teuer ist ein Gourmet-Restaurant

Viel Platz

In einem Gourmetrestaurant braucht man mehr Platz als in der normalen Gastronomie, etwa 100 Quadratmeter für 30 bis 40 Plätze – also zwei bis zweieinhalb Quadratmeter pro Gast –, weil mehr Raum da sein muss, etwa für Dessertwagen und Co.

Fürs Ambiente: die Ausstattung

Tischdecken, Tischdeko, Bestecke, Geschirr, Gläser, Möbel 2500 Euro

Das Herz: die Küche

Etwa 250.000 Euro

Edle Tropfen: Weinkeller

Bis zu 250.000 Euro

Damit der Laden läuft: Personal

Service und ausgebildete Köche sind teuer: Etwa 45 bis 50 Prozent des Umsatzes gehen dafür drauf bei einem Umsatz von beispielhaft 350.000 Euro. Zum Vergleich: In der „normalen“ Gastronomie werden dafür 35 bis 40 Prozent gerechnet.

Das Arbeitsmaterial: Fisch, Fleisch, Gemüse und Co.

Einen Sägefisch stets frisch vorzuhalten ist teuer: Bis zu einen Drittel des Umsatzes muss ein Gourmetkoch dafür veranschlagen.

Damit es brummt: Strom

Sechs bis sieben Prozent des Umsatzes gehen hierfür drauf.

Quelle

Treugast Unternehmensberatung

Blumenthal entdeckte seine Leidenschaft für Australien nach eigenen Worten vor elf Jahren bei einem Besuch in Down Under. Melbourne wird auch nach Blumenthals Rückkehr zum Stammsitz von dem Langzeit-Besuch des Sternekochs profitieren: Ein neues Lokal unter dem Namen des Engländers soll in der zweitgrößten Stadt Australiens dauerhaft eingerichtet werden.

Von

afp

Kommentare (1)

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31.03.2014, 18:52 Uhr

Ein Volk, das Mars-Riegel in die Friteuse wirft und anschließend verspeist, kann nicht ernst genommen werden. Genauso wenig wie seine Küche. Sollte alles auf der Insel bleiben, wo der schlechte Geschmack kultiviert wurde und weiterhin wird.

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