Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2017

11:40 Uhr

Ernährung und Übergewicht

Warum die Deutschen lieber dick bleiben

VonPeter Thelen

Die Deutschen wissen, was gesund ist, aber essen es oft nicht. Aufklärung allein reicht nicht, um die Bevölkerung schlanker zu machen. Eine Studie der unabhängigen Organisation Foodwatch und der Technikerkrankenkasse.

Laut der Studie „Iss was, Deutschland“ attestiert sich knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland selbst, an Übergewicht zu leiden. Acht Prozent bezeichnen sich sogar als stark übergewichtig. dpa

Übergewicht

Laut der Studie „Iss was, Deutschland“ attestiert sich knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland selbst, an Übergewicht zu leiden. Acht Prozent bezeichnen sich sogar als stark übergewichtig.

Berlin„Hauptsache gesund“ ist den Menschen in Deutschland am wichtigsten, wenn es um ihre Ernährung geht. Das geht aus der Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse (TK) hervor, die die TK heute zusammen mit Foodwatch in Berlin vorgestellt hat. Gefragt, worauf es ihnen bei ihrer Ernährung ankommt, gaben 45 Prozent der Befragten an, dass sie vor allem gesund essen möchten.

In der letzten Befragung zum Ernährungsverhalten der Menschen in Deutschland 2013 sagten das nur 35 Prozent. Damit steht „gesund" erstmals noch vor „lecker" (41 Prozent). Für Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, sind das erfreuliche Ergebnisse. Sie stehen allerdings in auffallendem Kontrast zu einem anderen Befund.

Laut der Studie „Iss was, Deutschland“ attestiert sich knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland selbst, an Übergewicht zu leiden. Acht Prozent bezeichnen sich sogar als stark übergewichtig. Zudem verzeichnet die TK genau wie andere Krankenkassen seit Jahren einen Anstieg ernährungsbedingter Beschwerden.

Die sieben Erfolgsfaktoren gesunder Ernährung

Faktor 1

„Buy fresh, eat fresh“: Frisches kaufen, Frisches essen.

Faktor 2

Zucker vermeiden

Faktor 3

Weizenmehl vermeiden

Faktor 4

„Frankenfoods“ (Frankenstein Food), also Nahrungsmittel aus genetisch veränderten Pflanzen oder Tieren vermeiden

Faktor 5

Gute Proteine wie (Hühner-)Fleisch, Nüsse und Körner essen

Faktor 6

Gute Fette verwenden; sie machen nicht fett, denn die Übeltäter sind Zucker und Weißmehl

Faktor 7

Phytonutrients, also Phytonährstoffe, verwenden

Allein im Bereich der Herz-Kreislauf-Krankheiten, der Todesursache Nr. 1, sind die Arzneimittelverordnungen für Erwerbspersonen in den letzten 15 Jahren um über 80 Prozent gestiegen. „Mit der richtigen Ernährung lassen sich viele Risikofaktoren reduzieren.“ Doch warum geschieht das nicht, obwohl die Menschen offenbar genau wissen, welche Ernährung gesund und welche ungesund ist?

Krankenkasse-Studie: Das lukrative Geschäft mit den Übergewichtigen

Krankenkasse-Studie

Das lukrative Geschäft mit den Übergewichtigen

Die Hälfte der Deutschen ist zu dick. Die Zahl der Eingriffe steigt rasant – obwohl diese zweischneidig sind.

Nur ein Viertel der Befragten hat in der Studie angegeben, dass sie nicht genug über gesunde Ernährung wissen. „Häufig fehlt es an der Zeit für den Einkauf und die Zubereitung von frischen Lebensmitteln. Die Menschen greifen dann aus Bequemlichkeit zu Fertiggerichten oder Snacks, die häufig zu viel Fett, Salz oder Zucker enthalten“, erklärt der Gesundheitspsychologin Professor Annegret Flothow von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW).

Forderungen aus der Politik, das Thema Ernährung auf die Lehrpläne zu nehmen, helfen bei diesem Problem eher nicht weiter, meint Oliver Huizinga von der Verbraucherorganisation Foodwatch. Das Problem sei , dass die Ernährungsindustrie es den Kunden nicht gerade leichter mache, gesund zu essen.

Kommentare (44)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.01.2017, 11:49 Uhr

Jetzt kommt wieder die Bevormundskeule der selbsternannten Eliten...mann oder frau dürfen also in Deutschland jetzt nicht mehr Rauchen, Essen, dick oder dürr werden, dürfen keinen Alkohol und keine Drogen nehmen, dürfen dies und das nicht mehr...hauptsache die "Blöden" Deutschen gehen weiterhin für den Staat (Steuern und Abgaben über die hälfte des Jahres arbeiten und der Rest des Jahres von 5 Monaten haben diese "Blöden Deutschen Arbeitnehmer und Steuer- Abgabenzahler" dann die Chance für ihren eigenen Wohsltand etwas zu machen.....auf dieses freiheitsberaubende (bevormundende) Abzockersystem einer macht und geldgeilen Deutschen Politik verzichte ich gerne. Danke!

Herr Heinz Keizer

11.01.2017, 12:03 Uhr

Weder Foodwatch noch die Technikerkrankenkasse sind unabhängig. Die TK will möglichst wenig für Krankheitskosten ausgeben und Foodwatch vertritt bestimmte Einstellungen.

G. Nampf

11.01.2017, 12:11 Uhr

"Dick sein" heißt auf keinen Fall automatisch "nicht gesund sein".

Solange die inneren Organe (Leber, Nieren, etc.) in Ordnung sind, gibt es keinen Grund abzunehmen, außer man fühlt sich als "Dicker" aus optischen Gründen nicht wohl.

Ca. 1/3 der "Dicken" ist demnach kerngesund, während viele "Dünne" (auch 1/3) richtig krank sind, ohne es zu ahnen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×