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15.12.2011

10:09 Uhr

Exorbitante Zimmerpreise

Wie man in New York nicht abgezockt wird

VonSusanne Koch

Übernachten im Big Apple ist teuer. 212 Euro kostet ein Doppelzimmer im Schnitt. Doch wer genau guckt, findet auch Schnäppchen oder preiswerte Privatwohnungen. Ein Übernachtungs-Wegweiser für die Stadt, die nie schläft.

New YorkDer Hotelgast in New York muss drei Tatsachen akzeptieren: Die Zimmer sind klein, laut und vor allem teuer. Hotels in New York gehören seit Jahren zu den teuersten der Welt. Ein Doppelzimmer kostet meist um die 200 Dollar. Dazu kommen noch Mehrwert- und Belegungsteuer. Frühstück inklusive – oftmals Fehlanzeige!

Billy und Rainer Retzlik aus Hamburg, reisen seit sieben Jahren jedes Jahr nach New York. Früher haben sie Design Hotels gebucht, doch die Zeiten haben sich geändert.

„Wir haben gemerkt, es ist alles so teuer in New York geworden. Nicht nur die Hotels, auch die Lebenshaltungskosten. Jetzt gehen wir in ein einfacheres Hotel, ohne Designermöbel, dafür mit einer kleinen Küche, dann müssen wir nicht immer teuer essen gehen“, erzählt Billy.

Nebensaison - das ist in der Stadt, die nie schläft, ein Fremdwort. Besonders hoch sind die Preise im Frühjahr, im Herbst und jetzt - in der Vorweihnachtszeit. Vor allem in den vergangenen zwei Wochen sind die Preise kräftig angestiegen. 212 Euro kostet ein Doppelzimmer in den Adventswochen im Durchschnitt. Das hat das Hotelbuchungsportal HRS errechnet.

Facts zum Preisanstieg der Hotelzimmer in New York

Branche trotzt der Krise

Von der Wirtschaftsflaute ist in New York nichts zu spüren. Die Nachfrage nach Zimmern ist groß und die Hotels haben im Durchschnitt eine Auslastung von 85 Prozent. Monatlich werden 2,2 Millionen Übernachtungen verkauft.

Besucherzahlen steigen

Im Jahr 2010 kamen 48,8 Millionen Besucher nach New York. Zusammen gaben sie mehr als 31 Milliarden Dollar aus. Für 2011 wird ein neues Rekordjahr für den Tourismus erwartet. New Yorks Bürgermeister Bloomberg hat das Ziel, die Rekordmarke von 50 Millionen Besucher im Jahr 2012 zu erreichen.

Boom am Bau

In den letzten fünf Jahren erlebte New York einen Hotel-Bauboom. Bis Ende 2011 soll es 90.000 Hotelzimmer geben. Das sind 24 Prozent mehr als 2006. „Immer mehr Leute besuchen New York. Das ist eine gute Nachricht nicht nur für Touristen, sondern auch für die Wirtschaft der Stadt. Unsere Touristik-Branche beschäftigt 323.000 Menschen, und diese Arbeitsplätze sind nun zunehmend auch außerhalb von Manhattan,“ sagt Bürgermeister Bloomberg.

Über Manhattan hinaus

Auch andere Stadtteile von New York City sind gefragt. Vor allem in Brooklyn sind viele Hotel-Neueröffnungen geplant. In Long Island City im Stadtteil Queens gibt es inzwischen 17 Hotels mit 1500 Zimmern. 650 weitere Zimmer sollen gebaut werden.

Rapider Preisanstieg

New-York-Fans müssen für eine Übernachtung tief in die Tasche greifen. Die Preise der Hotelzimmer steigen unaufhaltsam: Laut einer Statistik des Hotelbuchungsportal HRS kostet ein Doppelzimmer in den Adventswochen im Durchschnitt rund 212 Euro. Im Vergleich zum Gesamtjahr 2011 hat sich der Preis um 17,6 Prozent verteuert.

Das teuerste und das günstige Hotel

Das teuerste Hotel ist der HRS-Erhebung zufolge im Adventszeitraum 2011 das Mandarin Oriental mit einem Durchschnittspreis von 760,17 Euro. Das günstigste das Comfort Inn East Elmhurst mit einem Durchschnittspreis von 63,92 Euro.

Grund für die hohen Preise

Die teuren Hotelpreise in New York sind einerseits mit den generell sehr hohen Lebenskosten in den USA zu erklären. Auf der anderen Seite konzentrieren sich die meisten Hotels in New York auf die Insel Manhattan – dem Mittelpunkt von New York City. Die geringe Fläche sorgt für ein vergleichsweise geringes Hotelangebot in einer Stadt von einer Größe wie New York und auch für teuere Immobilienpreise.

Damit erhöhen sich die Hotelpreise in New York im Advent im Vergleich zum Gesamtjahr 2011 um 17,6 Prozent. Marjan Inbar vom New Yorker Tourismusbüro bestätigt: „Der Zeitraum zwischen Thanksgiving und Weihnachten ist der beliebteste für New York Besucher. Die noch günstigsten Angebote gibt es in der Woche vor Weihnachten.“

Wer nach preiswerten Alternativen sucht, merkt schnell, dass diese oft abgelegen sind oder zumindest nicht mehr in Manhattan liegen, wo die Haupt-Attraktionen für die Besucher sind.

Geld kann sparen, wer auf eine Art „Überraschungsbuchung“ zurückgreift. Bei Anbietern wie Hotwire.com kann man günstig Hotels buchen, wobei man sich lediglich für Hotelklasse und -eigenschaften, Stadtteil und Preis entscheidet, das Hotel wird einem letztendlich vom Anbieter zugewiesen.

Allerdings erst nach der Buchung. Dadurch kann man oft ein Schnäppchen machen. Viele hochklassige Hotels verscherbeln ihre unbelegten Zimmer über diese Buchungsportale zu Preisen, die sie niemals veröffentlichen würden.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

15.12.2011, 15:42 Uhr

Es stimmt ,dass in NYC die Zimmer klein und teuer sind.Natuerlich nicht nur in der Adventszeit.
Aber es gibt natuerlich Alternativen.
Im Januar fangen die wirklichen Sales an und auf dem Kulturkalender gibt es eine Menge Angebote.
Ubrigens das Vermieten von Zimmern und Wohnungen unter 30 Tagen Mietdauer ist in NYC illegal.
So gelesen im Magazin New York vom 5.12. Seite 80.
Das gilt auch fuer airbnb.com.
Fuer den Autor ,bitte vorher besser recherchieren.

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