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22.01.2010

13:06 Uhr

Falkensteins Weinmacher

Mehr als eine Party-Brause

VonPit Falkenstein

Die beiden italienischen Brüder Renato und Cesare Ruggeri beweisen: Prosecco ist weit mehr als ein reines Party-Getränk. Ihr Spumante entsteht in der Provinz Venetien, der Urheimat der Prosecco-Rebe. Das Besondere sind die feinen Tropfen des Rebsaftes, die die klare Frucht der Glera-Traube bewahren.

Pit Falkenstein empfiehlt heute den Prosecco Spumante Pianer. Pressebild

Pit Falkenstein empfiehlt heute den Prosecco Spumante Pianer.

KÖLN. Mit dem abgelaufenen Jahr ist Renato Ruggeri zufrieden. Die 2009er Weinernte ist zwar mager ausgefallen. Es gab starke Verrieselung bei der Rebblüte im Juni. Ein Teil der Knospen fiel unbefruchtet ab. Das aber ersparte das Ausdünnen des Behangs im Sommer. Und die sonst so kompakten Prosecco-Trauben hingen schön locker, die Beeren klebten nicht aneinander. So trat keine Fäulnis auf. Nur reifes, gesundes Lesegut kam in den Keller.

Die Qualität stimmt also. Wegen der geringen Menge grämt sich der Mitinhaber der noblen Prosecco-Kellerei Le Colture nicht. Es wird diesmal etwas weniger als eine halbe Million Flaschen geben.

Die aber kann sein Bruder Cesare gut verkaufen. Was dem 57-Jährigen voriges Jahr auch eine besondere Freude bereitete, war die Tatsache, dass nach jahrelangem Kampf strenge Regeln für die Herstellung von Prosecco erlassen wurden. Spätestens im Sommer wird es keine Billigstangebote und Dosensprudel mehr mit diesem Namen geben. Dann heißt die Traubensorte wie ehedem Glera. Und Prosecco wird zur eng gefassten Herkunftsbezeichnung mit dem Kürzel DOCG.

Das kommt den Ruggeris entgegen. Ihre Azienda Le Colture liegt in S. Stefano zwischen Conegliano und Valdobbiádene in der norditalienischen Provinz Venetien. Das ist die Urheimat der Prosecco-Rebe. „Wir ernten hier etwa 7 000 Liter pro Hektar“, sagt Renato Ruggeri. Le Colture ist seit dem 16. Jahrhundert im Besitz seiner Familie. Bis 1985 verarbeiteten die Ruggeris die Prosecco-Trauben nur zu Stillwein verarbeitet. Dann beschlossen sie, sich auf den beliebter werdenden Spumante zu verlegen.

Die Brüder haben sich die Arbeit klar aufgeteilt. Renato ist für die 45 Hektar Weinberge zuständig. Cesare kümmert sich um Keller und Büro. Eine Tochter hat betriebsgerecht geheiratet: Ihr Mann Cristian Agostinetto ist studierter Önologe.

Auf Le Colture entsteht der Spumante im großen Tank. Das hört sich nach einem billigen Verfahren an, bringt aber genau den Geschmack, den die Winzer wollen. Die Hefe, die den Wein zum zweiten Mal zum Gären bringt, kann früh herausgefiltert werden. „Das hefige Aroma von Champagner ist sicher großartig. Aber wir wollen die klare Frucht der Prosecco-Traube erhalten“, sagt Agostinetto.

Ein bezaubernder Schluck ist der „Pianer“. Es steht zwar „Extra Dry“ auf der Flasche. Der Spumante ist aber noch „brut“ mit einer nur angedeuteten Süße. Der Schaum füllt den Mund cremig aus. Zarte Fruchtaromen von Birnen und Melonen sind zu spüren. Auch ein erdiger Hauch ist dabei. Er klingt mit dem für Prosecco typischen Nachgeschmack von Bittermandel aus.

Und die beiden kämpfenden Hengste auf dem Etikett? Das Logo der Kellerei ist ein Hinweis auf das Steckenpferd von Cesare Ruggeri. Jede freie Minute ist er bei seinen Pferden auf der Weide.

Spumante Pianer


Rebsorte

: Prosecco
Anbaugebiet: Veneto
Analyse: 11,2ll Alkohol, 5,5 g Säure, 13,8 g Restzucker
Trinken bis: 2011
Preis: 10,50 Euro
Adresse: Der Wein-Gerg, In der Haslpoint 5, 83708 Kreuth-Enterbach
Tel: 08022 - 6895
Fax: 08022 - 95214
info@weingerg.de
www.weingerg.de

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