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08.01.2007

15:42 Uhr

Falkensteins Weinprobe

Das Erbe des Dechanten

VonPit Falkenstein

Mit zwei Gläsern Weißwein täglich hält sich Franz Werner Michel fit. Der rüstige 75-jährige ist Chef des Domdechant Werner'schen Weingutes in Hochheim am Main. Als ehemaliger Geschäftsführer des Deutschen Wein-Instituts weiß er, wie ein guter Tropfen zu sein hat.

Das Alter - 75 Jahre - ist Franz Werner Michel nicht anzusehen. Der drahtige, hoch gewachsene Mann schreitet immer noch aus wie ein preußischer Gardeoffizier. Sein Rezept: "Täglich zwei Gläser Riesling und die Arbeit halten mich munter."

Michel, Chef des Domdechant Werner?schen Weingutes in Hochheim am Main, blickt auf eine bewegte Laufbahn zurück: kaufmännische Lehre bei der Metallgesellschaft in Frankfurt, Promotion in Betriebswirtschaft, Assistent beim Seminar für Agrarwesen in Frankfurt. Danach war er 35 Jahre lang Geschäftsführer des Deutschen Wein-Instituts in Mainz, bis er sich schließlich in das barocke Weingut seiner Vorfahren zurückzog, um sich dort dem Nicht-Ruhestand hinzugeben.

Einiges Wissen von Rebe und Keller erwarb er in einem Blitzkursus an der Geisenheimer Hochschule für Weinbau. Er kümmert sich um alles Geschäftliche im Betrieb, gibt Richtlinien vor und lässt ansonsten seinem Kellermeister Michael Bott viele Freiheiten.

Michels Vornamen sind eine Verbeugung vor einem Uronkel. Franz Werner war Dechant am Mainzer Dom, dessen Wiederaufbau nach Zerstörung durch französische Truppen er energisch betrieb. Auf seine späten Tage zog er sich in das Anwesen zurück, das sein Vater 1780 in Hochheim gekauft hatte.

Mit Franz Werner Michel ist nun die siebte Generation in dem Weingut tätig. "Und die nächste steht bereits in den Startlöchern", tut er kund.

Obwohl er zwei Drittel exportiert, sind die Weine überwiegend trocken. Wie der herbe Kabinett-Tropfen aus der Lage Hölle. Dies ist ein Rheingauer Klassiker mit Duft von Brot, Nüssen, Erde. Der Geschmack von Pfirsich hallt lange nach. Endlich einmal ein 2005er, der nicht fett, sondern schlank und rassig daherkommt.

Der Riesling ist arg jung. Wer Geduld hat, lässt ihn noch ein Jahr liegen. Zu herzhaften Gerichten schmeckt der knackige Wein schon jetzt - wie zur fruchtig-scharfen Fisch-Gemüse-Pfanne.

Filet vom Rotbarsch in große Stücke teilen, in Olivenöl anbraten, herausnehmen und warm stellen. Nun der Reihe nach Möhren, rote Paprika, Zuckerschoten, Frühlingszwiebeln klein geschnitten in die Pfanne geben. Zu gleichen Teilen Kokosmilch und Wasser angießen, alles zehn Minuten köcheln lassen. Den Fisch zugeben, zusammen mit Stücken von einem süßen Apfel und Crème fraîche. Würzen mit Salz, gekörnter Brühe und roter Currypaste.

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