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12.01.2007

17:13 Uhr

Falkensteins Weinprobe

Das Erbe des Diomedes

Im Norden Apuliens gedeiht eine Rebsorte, die es sonst nirgendwo gibt: Die Troia-Traube. Die in Canosa ansässige Familie Lenoci keltert aus dieser Traube ihren rassigen Hauswein Nero di Troia, dazu gibt es Kalbfleisch-Rouladen - ein apulisches Stammgericht.

Es muss um das Jahr 700 vor Christus gewesen sein. Da landeten griechische Eroberer an der Küste Süditaliens nahe der heutigen Stadt Barletta. Ihr Anführer war Diomedes. Sie fuhren den Fluss Ofanto hinauf. 20 Kilometer landeinwärts gründeten sie die Siedlung Canusium - das heutige Canosa. Diomedes hatte Reben aus der Gegend von Troja mitgebracht und ließ Weingärten anlegen.

So weit die Legende, die einen wahren Kern hat. Bei Ausgrabungen fand sich ein Bildnis von Diomedes. Und noch heute gedeiht im Norden Apuliens die Troia-Traube. Die Sorte ist autochthon - es gibt sie also sonst nirgendwo.

Rücksichtsloses Abholzen der Wälder ließ die Landschaft, einst reich an Wasser, versteppen. Der Ofanto ist heute im Sommer nur ein Rinnsal. Um Menschen, Tiere und Felder mit dem nötigen Nass zu versorgen, mussten Tiefbrunnen gebohrt werden.

Mit diesen "pozzi artesiani" hat die Familie Lenoci in Canosa gutes Geld verdient. Es reichte zumindest, um vor sechs Jahren eine aufgelassene Weinkellerei in der Nachbarschaft samt alten Rebgärten zu übernehmen. Ein neuer Name für den Betrieb wurde schnell gefunden: Diomede.

Luigi Lenoci widmete sich begeistert seiner neuen Aufgabe. Der 46-Jährige ist ein unermüdlicher Schaffer. Er hat schon einiges über Wein gelernt, verlässt sich aber doch lieber auf seinen Önologen Antonio Mele.

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