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28.01.2005

08:07 Uhr

Falkensteins Weinprobe

Gleich auf Platz eins

VonPit Falkenstein (Weinautor für das Handelsblatt)

Sotillo de la Ribera, etwa 8o Kilometer südlich der nordspanischen Stadt Burgos, ist ein ziemlich verschlafenes, bäuerlich gebliebenes Nest. Die 800 Einwohner leben größtenteils vom Weinbau.

Daneben gibt es Schafzucht, Käsereien und eine kleine Fleischfabrik, die weithin beliebte Blutwürste herstellt, die verfeinert werden mit Pinienkernen und Reis. Die meisten Winzer liefern den beiden Genossenschaften zu. Aus dem Mittelmaß ragt Ismael Arroyo hervor, sicher eine der besten Bodegas im ganzen Anbaugebiet Ribera del Duero. Dieser noble Betrieb bekommt jetzt Konkurrenz.

25 Jahre lang lieferte die Familie Calvo Crespo Trauben an Arroyo. Doch dann traten die Söhne Miguel und Carlos an und beschlossen, das wertvolle Lesegut selbst zu keltern. Jetzt reift gerade der zweite Jahrgang heran.

Vorab wird, damit Geld in die Kasse kommt, ein Jungwein unter dem Phantasienamen "Rubiejo" verkauft. Dieser "Joven" belegte kürzlich beim "Premio Envero" in seiner Klasse den Platz eins. An diesem weithin beachteten Wettbewerb nehmen fast alle Bodegas der Gegend teil.

Immerhin, der frühe Schluck stammt von 60 Jahre alten Reben. Ein Teil lagert noch in Eichenholzfässern und kommt später als "Crianza" auf den Markt, dann sicher dreimal teurer. Für die beiden Brüder ist das ein großartiger Erfolg. Die beiden jungen Männer können unterschiedlicher kaum sein. Der 33-jährige Miguel Calvo Crespo, studierter Önologe, schlank und mittelgroß, ist ein eher nachdenklicher, intellektueller Typ. Der vier Jahre jüngere Carlos hingegen, leicht untersetzt und fröhlich, ist zufrieden mit der Rolle des geborenen Handwerkers, der die Ideen des Bruders umsetzt.

Der 2003er "Rubiejo" duftet appetitlich nach Liebstöckel, Bohnenkraut und schwarzem Pfeffer. Der Wein kommt in mächtigen Wellen. Die für die Rebsorte Tinta del País typische, an rote Johannisbeeren erinnernde Säure, sorgt für Frucht und Frische. Beim Nachklingen kommen vornehme erdige Aromen auf.

Die Sotillo-Blutwürste gibt es in Deutschland nicht, aber sie sind Anregung für ein schmackhaftes Rezept. Rühren Sie aus einem Viertelliter Milch, zwei Eiern, sieben Esslöffel Mehl und einer Prise Salz einen flüssigen Teig. Den lassen Sie eine halbe Stunde ruhen und geben etwas zerlassene Butter hinzu. Daraus backen Sie zehn bis zwölf dünne Crêpes.

Legen Sie jeweils eine fingerdicke Scheibe Blutwurst hinein, mild gewürzt, ohne Speck, und klappen Sie die Ränder wie ein Kuvert zusammen. Alles mit Butterflocken und geriebenen Greyerzer in eine feuerfeste Form geben, 25 Minuten bei 250 Grad Umluft backen. Dazu pürierten und mit Sahne abgeschmeckten Wirsing.

Vom Duero

Wein

2003er Rubiejo Joven
Rebsorte Tinta del País (Tempranillo)
Anbaugebiet Ribera del Duero
Analyse 13,6 ° Alkohol, 4,8 g Säure, 1,7 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Ende 2007
Preis 6,50 Euro
Adresse Vinisüd, Konrad-Zuse-Straße 20, 91 052 Erlangen Tel. 091 31/27 18 0, Fax-27 18 3
E-Mail info@vinisud.de

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