Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.01.2010

11:41 Uhr

Flughafensperrung

Jet rutscht in Dortmund von Startbahn

Ein mit 165 Urlaubern besetztes Flugzeug ist in Dortmund von der Starbahn gerutscht und hat den Flughafen für Stunden lahmgelegt. Die Passagiere und die sechs Besatzungsmitglieder blieben unverletzt.

Die Maschine legte den gesamten Flugbetrieb lahm. Reuters

Die Maschine legte den gesamten Flugbetrieb lahm.

HB BERLIN/DORTMUND. Der Pilot der Boeing 737-800 hatte am Sonntagmorgen den Start der Maschine der Air Berlin mit Ziel Gran Canaria nach Problemen mit dem Tempomesser abgebrochen. Daraufhin rutschte der Jet über das Ende der Landebahn. Insgesamt waren mehr als 4 000 Fluggäste von der Sperrung betroffen, sagte ein Flughafen-Sprecher. Rund 20 Maschinen wurden auf andere Airports umgeleitet oder konnten teilweise gar nicht starten.

Die Fluggäste der Unfallmaschine konnten ihre Reise vom Flughafen Paderborn/Lippstadt fortsetzen. Sie hatten den Jet über Treppen verlassen und waren zunächst psychologisch bereut worden. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sollen jetzt die Unfallursache klären. Nach Angaben des Flughafen-Sprechers könne es aber mehrere Wochen dauern, bis ein Ergebnis vorliegt.

Die Airline sieht die Schuld für den verunglückten Start nicht beim Piloten. „Unser Pilot hat korrekt gehandelt“, sagte Sprecherin Diane Daedelow. Er habe den Start wegen zweier unterschiedlicher Geschwindigkeitsanzeigen abbrechen müssen. Anscheinend sei einer der Tempomesser der Boeing nicht in Ordnung gewesen.

Die Fluggesellschaft Air Berlin kündigte zudem an, Versäumnisse des Flughafenbetreibers zu prüfen. „Es ist die Frage, ob der Ausrollweg vollständig enteist wurde“, sagte Daedelow. Nach Angaben des Airports war die Strecke ordnungsgemäß geprüft worden: Wenn die Bahn nicht frei gewesen wäre, hätte es keine Startfreigabe gegeben.“

Nach Angaben des Flughafensprechers sollte die Maschine über eine eigens errichtete Piste aus einer Wiese gezogen werden. Der Flugbetrieb sollte noch am Sonntagabend wieder aufgenommen werden.

Starkes Schneetreiben beeinträchtigte am Sonntagmorgen auch den Flugverkehr auf dem Frankfurter Flughafen. Da innerhalb zweier kurzer Zeiträume wegen des Schnees keine Landungen möglich waren, mussten zahlreiche Flieger in die Warteschlange, wie die Verkehrsleitung mitteilte. 35 Flugzeuge wurden auf andere Flughäfen umgeleitet, wo sie landen konnten, um zu einem späteren Zeitpunkt zur Landung in Frankfurt zu fliegen. Bis zum Vormittag wurden 31 Flüge von den Fluggesellschaften annulliert.

Gegen 10.30 Uhr starteten und landeten die Flugzeuge wieder normal, laut Verkehrsleitung sollte es aber noch einige Stunden dauern, bis sich die Lage wieder normalisiert hat.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×