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28.01.2008

07:12 Uhr

Four Seasons

Wo Nebel Luxus ist

VonAlbrecht Prinz Croÿ

Es gibt ein Hotel in New York, das die exklusivste Aussicht auf die Stadt verspricht: Die Penthouse-Suite des Four Seasons ist die teuerste ihrer Art auf der Welt. Hier vergessen die Gäste sogar den Ausblick.

Auch beim Baden hat man einen grandiosen Ausblick: die Penthouse-Suite des Four Seasons. Foto: PR

Auch beim Baden hat man einen grandiosen Ausblick: die Penthouse-Suite des Four Seasons. Foto: PR

Was machen Sie, wenn Sie sich in New York in das höchste Hotel der Stadt eingebucht haben, um morgens von der atemberaubenden Sicht auf Big Apple geweckt zu werden, und es hat Nebel? Und zwar undurchdringlichen Nebel? Sie sehen nichts aus dem 35. Stock des Hotels Four Seasons in Manhattan. Gar nichts! Irgendwo da muss doch der Central Park sein, irgendwo da soll das Empire State Building herausragen. Tja, irgendwo da eben!

Das Hotel hält eine Lösung parat. Eine ziemlich exklusive wohl und sicher die teuerste, die in der Welt zu haben ist. Sie buchen um, lassen sich in der „Ty Warner Penthouse Suite“ in der 52. Etage nieder. Nein, nein, nicht wegen der besseren Sicht, denn so weit über den Wolken sind Sie da denn doch nicht. Aus den bodenlangen Fenstern die gleiche Milchsuppe. Der Clou ist ein anderer: Sie sind mit den XXL-Ausmaßen und neun Zimmern des Penthouse derart beschäftigt, dass Sie die Aussicht gar nicht brauchen. Die Suite genügt sich selbst. Ein erstaunlicher (vielleicht unbeabsichtigter) Effekt: Das Hotel wirbt mit der fantastischsten Sicht der ganzen Stadt, und man hat das schon fast vergessen, wenn man die Räume betritt.

Etwas nüchternere Zeitgenossen mögen einwenden, dass man für die Investitionssumme von 50 Millionen Dollar in eine einzige Hotelsuite auch Außergewöhnliches erwarten könne. Zumal der koreanische Eigentümer der Hotelkette Four Seasons, Ty Warner, die hohen Maßstäbe vorgegeben hatte. „Ich wollte die besten Designer, die besten Handwerker, die besten Materialien, die weltweit zu finden sind. Mein Ziel war es, die Messlatte auch für die verwöhntesten Luxusreisenden noch höher zu legen.“

Nun gut, den eigenen Aufzug direkt in die Suite kennt man auch aus anderen Heimstätten für pekuniär ausreichend Ausgestattete. Originalgemälde und Skulpturen von Künstlern wie Deborah Thomas, Grillo Demo und Thomas Struth schon weniger. Aber Hand aufs Herz: Waschbecken aus rosa schimmerndem Quarz, Perlmutt oder honigfarbener Onyx an den Wänden und weitere Edelsteine sind Ihnen jetzt doch noch nicht so häufig untergekommen. Und ein eigenes Spa, mit Sprudelbad auf dem Balkon, 52 Stockwerke über der Stadt der Städte?

Man bewegt sich mit Ehrfurcht, ja, aber auch mit zunehmender Ungläubigkeit, über was das von Stararchitekt I.M. Pei vollendete Flat so alles verfügt. 400 Quadratmeter Superlative. Ein Zengarten, ein riesiges Ankleidezimmer, dessen Schränke sanft zur Seite gleiten und edelste Hölzer freigeben. Eine Bibliothek mit allen erdenklichen Werken, dem in solchen Behausungen dazugehörigen Steinway-Flügel und riesig-hohen Decken. Selbstredend gibt es den persönlichen Butler, der rund um die Uhr zu Diensten steht. Gleich zu Anfang Ihres Aufenthaltes sollten Sie ihn in Anspruch nehmen, Ihnen die Bedienung der hochkomplexen elektronischen Fernbedienung (gibt’s in jedem Zimmer) zu erläutern. Falls Ihr technikversierter Nachwuchs nicht zur Hand ist. Denn damit steuern Sie das „ultramoderne Lichtdesign“, die durchaus staatsbesuch-tauglichen Sicherheitsmaßnahmen, die fein austarierte Air-Condition oder einfach nur die selbstredend in ausreichender Zahl vorhandenen Plasma-TV-Geräte.

Mangel? Nein, Mangel müssen Sie dort oben nicht leiden. Vier Balkons, von denen Sie auf New York hinunterschauen. Es gibt höhere Plattformen, aber keine exklusiveren. Vielleicht wird Ihnen der Esstisch dürftig vorkommen. Und die Küche, die sich hinter Schränken verbirgt, ein wenig zu distinguiert. Hat aber alles Methode: Das Four Seasons hat am Boden eine weitere Attraktion: das „L’Atelier“ von Frankreichs Starkoch Joel Robuchon, das neue Mekka der New Yorker Gourmets. Was wollen Sie da mit einer eigenen Küche? Bitten Sie den Maestro nach oben, und Sie haben im New Yorker Nebel einen weiteren Grund, in den 52. Stock umzuziehen!

top Big apple Penthouse-Suite
„Ty Warner“ im 52. Stockwerk des Four Seasons Hotel New York, 57 East 57th Street, New York 10022, USA. Preis für eine Nacht: 30 000 Dollar. Buchungen » www.fourseasons.com

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