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27.09.2011

15:19 Uhr

Französinnen protestieren

„Non“ zur Anrede „Mademoiselle“

In Deutschland ist die Anrede „Fräulein“ seit 1972 aus den Behördenformularen verschwunden, jetzt soll Frankreich nachziehen.

ParisFeministinnen haben eine Kampagne gegen die in Frankreich noch immer weit verbreitete Verwendung des Wortes „Mademoiselle“ - auf Deutsch: Fräulein - gestartet. Die Organisatoren fordern, die Unterscheidung zwischen den Anreden „Madame“ für eine verheiratete Frau und Mademoiselle für eine ledige Frau mit sofortiger Wirkung aufzugeben.

Der Titel „Mademoiselle“ zwinge Frauen, Angaben über ihr Privatleben zu machen, die Männer nicht machen müssten. Er stehe für den Sexismus im Alltagsleben, argumentieren die Protestierenden. Sie fordern in der
am Dienstag gestarteten Aktion unter anderem dazu auf, Protestschreiben an Parlamentarier und Regierungsmitglieder zu schicken.

In Frankreich ist es bis heute üblich, dass Frauen sich auf Behördenformularen oder beim Abschließen von Verträgen als „Madame“ oder „Mademoiselle outen müssen. Eine gesetzliche Grundlage dafür gibt es allerdings nicht. In Deutschland ist der Gebrauch des Wortes „Fräulein“ auf Behördenformularen bereits seit 1972 tabu. Damals gab das Bundesinnenministeriums die Weisung aus, volljährige Frauen auch als solche zu bezeichnen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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human

27.09.2011, 18:41 Uhr

nach meiner Scheidung wurde ich wieder als"Frauelein tituliert'. Ich fand das einfach komisch. Erklaerte(wenn gefragt),dass ich einmal eine "Frau" war und gewisse "Dinge" nicht mehr erneut werden koennen. Danach wurde ich mit "Frau" angeredet.Auch musste ich die Erfahrung machen,dass die "Burschen" mich als Frauelein als eine Art Freiwild behandelten. Sie wagten es nicht bei"Frau".

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