Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.11.2015

18:51 Uhr

„Gault&Millau“-Wahl

Leipziger Schnurr ist Deutschlands bester Koch

Der Restaurantführer „Gault&Millau“ wird verehrt wie gefürchtet. Am Montag kürten die Experten den Leipziger Peter Maria Schnurr Deutschlands bestem Küchenchef. In der Gastronomie herrsche jedoch „mehr Schein als Sein“.

Leipziger Peter Maria Schnurr ist vom Restaurantführer „Gault&Millau“ auserkoren worden. dpa

Koch des Jahres

Leipziger Peter Maria Schnurr ist vom Restaurantführer „Gault&Millau“ auserkoren worden.

Der Restaurantführer „Gault&Millau“ hat den Leipziger Küchenchef Peter Maria Schnurr (46) zum „Koch des Jahres“ gekürt. Schnurr stehe mit seinem Restaurant „Falco“ seit zehn Jahren für einen „ebenso kraftvollen wie eigenständigen Küchenstil“, urteilten die Kritiker. Sie verliehen Schnurr 19 von möglichen 20 Punkten. „Gault&Millau“ ehrt aber nicht nur die besten Köche des Landes, sondern kritisiert auch: Es herrsche vielerorts „mehr Schein als Sein“ in der deutschen Gastronomie.

Äußerlichkeiten spielten immer öfter eine größere Rolle als der gute Geschmack. Immer mehr Teller sähen so aus, als seien sie von Foodstylisten designt, bemängelten die Restauranttester. „Leider schmecken sie auch so.“ Zudem führe die Technikverliebtheit deutscher Köche nicht zu mehr Genuss für den Gast, sondern zu einer Verarmung des Handwerks. „Mit Vakuumiergerät, Rotationsverdampfer, Thermomix und Pacojet gleichen viele Küchen heute technisch hochgerüsteten Versuchslaboren.“

Ernährungsdiskussion: Glaubensfrage Essen

Ernährungsdiskussion

Premium Glaubensfrage Essen

Weber-Grill oder vegan, Low Carb, Paleo oder Soylent – Essen ist zum ganz großen Thema geworden. Das Problem ist weniger die Industrie als der Konsument. Niemand täuscht uns so raffiniert wie wir uns selbst.

Doch es gehe auch anders, wie die ausgezeichneten Köche im Land bewiesen. In der Spitzengruppe der deutschen Köche gab es im „Gault&Millau“ 2016 einen Neuzugang. Christian Jürgens von der „Überfahrt“ am Tegernsee erhielt erstmals 19,5 Punkte. Er gesellt sich damit zum etablierten Quartett Klaus Erfort vom „GästeHaus“ in Saarbrücken, Harald Wohlfahrt von der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn, Joachim Wissler vom „Vendôme“ in Bergisch Gladbach und Helmut Thieltges vom „Waldhotel Sonnora“ in Dreis in der Eifel.

Im neuen „Gault&Millau“ 2016 für Deutschland werden 923 Restaurants bewertet. Davon erreichten 748 Lokale, Landgasthöfe, Bistros und Restaurants genügend Punkte, um die begehrten Kochmützen zu bekommen. Dafür waren laut dem Restaurantführer 33 Tester anonym unterwegs.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×