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17.01.2007

17:28 Uhr

Gewaltiger Sturm im Anmarsch

Rat wegen Orkan: „Besser zu Hause bleiben“

Kräftige Stürme sind auch in Deutschland nichts Ungewöhnliches - doch diese Empfehlung dürften viele Bundesbürger von den Meteorologen noch nie gehört haben: Spätestens von Donnerstagnachmittag an sollte sich jeder in seine eigenen vier Wände verkriechen, weil dann Orkantief „Kyrill“ übers Land fege.

Vorboten des Sturms: In Besdorf in Schleswig-Holstein wurde bereits am Wochenende ein Windrad umgeweht. Foto: dpa dpa

Vorboten des Sturms: In Besdorf in Schleswig-Holstein wurde bereits am Wochenende ein Windrad umgeweht. Foto: dpa

HB OFFENBACH. „Kyrill“ werde am Donnerstag mit bis zu 150 Stundenkilometern auf die Nordseeküste treffen und anschließend Richtung Südosten das Land überqueren, sagte Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Der DWD gab für ganz Deutschland eine Warnung heraus. Bis Freitag sei überall mit Orkanböen der Windstärken 11 und 12 zu rechnen. Spätestens von Donnerstagnachmittag an solle man möglichst zu Hause bleiben.

„Die Zeichen stehen auf Sturm, am Nachmittag und Abend des Donnerstags muss man besonders an der Küste und in den Mittelgebirgen teilweise auf Böen von über 150 Kilometern pro Stunde gefasst sein“, sagte Meteorologe Holger Starke vom Wetterdienst Meteomedia. Bei einem Sturm dieser Stärke könnten Bäume umstürzen. „Man sollte sein Auto deshalb nicht unter einem Baum oder dicht am Meer parken“, sagte Thomas Globig von Meteomedia auf der Ostsee-Insel Hiddensee. Es seien auch erhöhte Wasserstände an den Küsten möglich. In Bayern warnten Meteorologen vor einem Spaziergang im Wald. Auch Skifahren sei eine „schlechte Idee“.

In Nordrhein-Westfalen erwarten die Meteorologen den schwersten Sturm seit mehr als vier Jahren. „“Kyrill“ wird auf jeden Fall schlimmer als „Franz“ letzte Woche und erinnert an „Jeanette“ im Herbst 2002“, sagte ein DWD-Experte in Essen. Damals waren in Nordrhein-Westfalen mehrere Menschen ums Leben gekommen. In Düsseldorf kündigten Schulen an, den Unterricht nach der vierten Stunde zu beenden. Die Feuerwehr Mönchengladbach warnte vor herabfallenden Ästen und Trümmern.

Auf den nordfriesischen Inseln befürchten die Gemeinden nach den schweren Sandverlusten und Uferabbrüchen in der vergangenen Woche weitere Schäden. In Niedersachsen droht der Sturm in der Nacht zum Freitag. „Wir haben eine Sturmflutwarnung ausgegeben, wonach mit einem Hochwasser von etwa zwei Metern über dem normalen Hochwasser zu rechnen ist“, sagte Herma Heynen vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Es müsse auch an den ostfriesischen Inseln mit Deichabbrüchen gerechnet werden.

Der DWD teilte am Mittwoch mit, dass der Januar 2007 in der ersten Hälfte so warm war wie nie zuvor seit Beginn der flächendeckenden Messungen 1901. Die Temperaturen lagen bislang rund 6,5 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert, sagte Meteorologe Gerhard Lux. Der Orkan werde erneut kräftig milde Luft ansaugen, und auch danach sei kein Wintereinbruch in Sicht. Der Januar steure daher auf einen Wärmerekord zu. Die höchste Temperatur des Monats wurde bislang am 10. Januar mit 16,7 Grad in Stuttgart gemessen.

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