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12.11.2015

12:14 Uhr

Guide Michelin 2016

Immer mehr Spitzen-Restaurants in Deutschland

Deutschland toppt im neuen „Guide Michelin“ erneut die Bestmarke vom vergangenen Jahr. Der Osten bleibt kulinarisch eine Diaspora. Und traurig ist: Berlin wartet immer noch auf das erste Restaurant mit drei Sternen.

Der neue Restaurantführer «Guide Michelin» Deutschland hat an 290 Restaurants in Deutschland Sterne vergeben - so viel wie nie zuvor. dpa

Bekanntgabe neue Michelin-Sterne

Der neue Restaurantführer «Guide Michelin» Deutschland hat an 290 Restaurants in Deutschland Sterne vergeben - so viel wie nie zuvor.

BerlinImmer mehr Top-Restaurants in Deutschland bekommen „Michelin“-Sterne. 290 mit bis zu drei Sternen ausgezeichnete Restaurants listet der am Donnerstag in Berlin vorgestellte „Guide Michelin“ 2016 auf. Das sind 8 mehr als 2015, als 282 Köche zumindest einen der begehrten Sterne erhielten.

Die höchste Wertung, also drei Sterne, erhielten zehn Häuser. Das ist allerdings eines weniger als im Vorjahr. Der Grund: In Mannheim hat das „Amador“ geschlossen. Eine weitere Änderung: Drei-Sterne-Koch Kevin Fehling zog mit seinem Team von Lübeck („La Belle Epoque“) nach Hamburg. Sein neues Restaurant „The Table“ kommt sofort auf drei Sterne.

Neue Zwei-Sterne-Restaurants gibt es in München („Atelier“), Frankfurt („Lafleur“), im rheinland-pfälzischen Piesport („schanz.restaurant.“) und in Berlin („Horváth“). Mit einem Stern neu ausgezeichnet wurden 26 Restaurants, 5 davon in Berlin. Deutschland liegt bei der Sterne-Küche in Europa unverändert hinter Frankreich auf dem zweiten Platz.

Guide Michelin: Hier finden Sie Drei-Sterne-Restaurants

Topklasse

In Deutschland haben es nur noch zehn statt bisher elf Restaurants in die „Michelin“-Topklasse der drei Sterne geschafft. Das letzte richtig neue Drei-Sterne-Lokal wurde 2013 gekürt („Restaurant Überfahrt Christian Jürgens“). Für 2016 gibt es eine Verschiebung - wegen eines Umzugs. Die folgenden Restaurants haben drei Sterne - geordnet nach Bundesländern.
Quelle: dpa, Stand: November 2015

Baden-Württemberg (1)

„Restaurant Bareiss“ in Baiersbronn (Baden-Württemberg) mit Küchenchef Claus-Peter Lumpp

Baden-Württemberg (2)

„Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn (Baden-Württemberg) mit Küchenchef Harald Wohlfahrt.

Bayern

„Restaurant Überfahrt Christian Jürgens“ in Rottach-Egern (Bayern) mit Küchenchef Christian Jürgens

Niedersachsen (1)

„La Vie“ in Osnabrück (Niedersachsen) mit Küchenchef Thomas Bühner

Niedersachsen (2)

„Aqua“ in Wolfsburg (Niedersachsen) mit Küchenchef Sven Elverfeld

Nordrhein-Westfalen

„Vendome“ in Bergisch-Gladbach (Nordrhein-Westfalen) mit Küchenchef Joachim Wissler

Rheinland-Pfalz

„Waldhotel Sonnora“ in Wittlich/Dreis (Rheinland-Pfalz) mit Küchenchef Helmut Thieltges

Hamburg

Neu: „The Table“ in Hamburg (bisher „La Belle Epoque“ in Lübeck, Schleswig-Holstein) mit Küchenchef Kevin Fehling (Umzug des gesamten Teams)

Saarland (1)

„Victor's Gourmet Restaurant Schloss Berg“ in Perl (Saarland) mit Küchenchef Christian Bau

Saarland (2)

„GästeHaus Klaus Erfort“ in Saarbrücken (Saarland) mit Küchenchef Klaus Erfort

Mit 74 ausgezeichneten Restaurants, davon 2 mit 3 Sternen und 6 mit 2 Sternen liegt Baden-Württemberg traditionell an der Spitze der Bundesländer. Allerdings musste der Südwesten ein paar Federn lassen. In 7 Restaurants gingen Sterne verloren, 4 Häuser bekamen welche neu. Es folgen Bayern mit 49 Sternerestaurants und Nordrhein-Westfalen mit 45 Häusern. Berlin rückt seit Jahren immer weiter vor und hat im neuen „Guide Michelin“ 20 gekrönte Restaurants, davon 6 mit 2 Sternen.

Sternerestaurants finden sich vor allem in Metropolen und Ferienregionen. In den neuen Bundesländern geht die Entwicklung langsam voran. So bekam „Rugard's Gourmet“ in Binz auf Rügen einen Stern. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 10 Sternerestaurants, in Thüringen 2, in Sachsen 5, in Brandenburg 3 und weiterhin keines in Sachsen-Anhalt. Im Westen ist nur das kleinste Bundesland Bremen sternelos.

Restaurantführer: Die Sterne beim „Michelin“

Test

Jedes Jahr sind für den „Michelin“-Führer Deutschland zwölf Tester in der Republik unterwegs auf der Suche nach den besten Restaurants.

Quelle: dpa

Inspektoren

Die Tester werden auch „Inspektoren“ genannt und besuchen bundesweit anonym die Lokale, die bereits einen, zwei oder das Maximum von drei „Michelin“-Sternen haben.

Mundpropaganda
Besuche

Bis zu 250 mal pro Jahr essen die Inspektoren - oft allein, manchmal auch zu zweit oder zu dritt. Wenn sie in Zwei- oder Drei-Sterne-Häusern zu Gast sind und das Niveau vorfinden, das sie kennen, reicht ein Besuch. Ist sich der Tester unsicher, soll ein Stern verlöschen oder neu verliehen werden, kommen die Inspektoren mehrfach.

Ausbildung

Alle haben eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe und urteilen laut „Michelin“ nach einem „festen, an objektiven Maßstäben ausgerichteten Bewertungssystem“.

Ein Stern

Ein Stern bedeutet: „ein sehr gutes Restaurant“.

Zwei Sterne

Zwei Sterne würdigen „eine hervorragende Küche - verdient einen Umweg“.

Drei Sterne

Drei Sterne - die höchste Auszeichnung - erhält „eine der besten Küchen - eine Reise wert“.

In bundesweit 20 Restaurants erloschen Sterne. Manche wurden geschlossen, andere änderten ihr Konzept. Es gebe aber auch Fälle, in denen Köche die Michelin-Inspektoren nicht mehr von der Qualität ihrer Arbeit überzeugen konnten, sagte Flinkenflügel.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

12.11.2015, 13:15 Uhr

Bekanntermaßen wurde ja das Restaurant Lerbach (2 Michelin-Sterne, und 19 Gault Miillau-Punkte) im gleichnamigen Schloss Lerbach bei Bergisch Gladbach (das Schwester-Hotel vom Grand-Hotel Bensberg), Ende vergangenen Jahres von der Familie Althoff geschlossen.

Bleibt zu hoffen, dass der Virtuose Nils Henkel bald an anderer Stelle eine neue Heimat für seine Stammgäste findet !

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