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27.01.2007

07:02 Uhr

Hahnenkammrennen

Kitzbüheler Ski-Chi

VonAndreas Tölke

Das Hahnenkammrennen gilt als das härteste weltweit. Sogar ohne Schnee. Denn um die Ski-Raser, die mit bis zu 140 km/h die über drei Kilometer lange Streif herunterbrettern, geht es nur am Rande, die sind mehr Vorwand als Hauptsache, wenn 50 000 „Fans“ einfallen.

Mindestens so wichtig wie das Rennen ist das Outfit der Zuschauer. Foto: adac ADAC

Mindestens so wichtig wie das Rennen ist das Outfit der Zuschauer. Foto: adac

KITZBÜHEL. Während in Europa klimakatastrophal das winterliche Treiben dahinschmilzt wie das Polareis, bibbert man rund um und in Peking. Österreichs Top-Event, das Hahnenkammrennen in Kitzbühel, kurzfristig in die verschneite Umgebung der chinesischen Hauptstadt zu verlegen wäre vielleicht eine Option gewesen. Teuer zwar, aber die stattdessen gewählte Strategie war auch nicht gerade billig. So wurde vom Großglockner und von anderen Skigebieten Schnee eingeflogen. Helikopter und Lastwagen karrten das Gleitmittel heran, um die größte Alpenparty des Jahres zu retten. Denn um die Ski-Raser, die mit bis zu 140 km/h die über drei Kilometer lange Streif herunterbrettern, geht es nur am Rande, die sind mehr Vorwand als Hauptsache, wenn 50 000 „Fans“ einfallen.

Zu viel Tamtam, um sich ein gepflegtes Wochenende zu gönnen? Mitnichten. Die Veranstalter achten während der drei Renntage auf eine säuberliche Trennung zwischen pekuniär gut ausgestatteten Besuchern und Pisten-Pauschalisten. Die einen stehen im Freien, die anderen haben eine VIP-Loge am und als Ziel. Mit Heizdecken, die heuer keiner braucht. Und mit Wachschutz.

Der tut Not, denn jedes Jahr wird das Equipment teurer. Nicht nur das der Rennteilnehmer. Auch im Tal: Oben nutzen sie die eigens angefertigten Rennski, unten handverlesenes Designeroutfit. Vom Pistenmantel bis zum Sturzhelm (schneelos überflüssig, es sei denn, man hat champagnerbedingte Schlagseite auf dem Heimweg). Besser man pilotiert vom Vipzelt via Shuttleservice ins Sonnbergstüberl direkt zur Rosi. Rosi, als Wirtin eine Institution, ist für Stammgast Werner Baldessarini das weibliche Pendant zu seinem Münchener Lieblingswirt Charles Schuhmann.

Aber für ein „Dorf“ mit knapp 8 700 Seelen ist Kitzbühel auch in der gastronomischen Champions League gut aufgestellt. Der „Stanglwirt“, legendär wegen der Weißwurstparty am Freitag, liegt zwar in Going, wird aber zum Rennen eingemeindet und ist absolute Pflicht für alle, die leicht bekleidete Damen und schwer gefüllte Promis schätzen. Im Hotel „Tenne“ abzusteigen garantiert dank Gästen wie Ferres und Gottschalk ebenfalls einen gewissen Glamour-Bonus, doch am schönsten bettet es sich im „Tennerhof“. Im Fünf-Sterne-Resort vermisst man nicht mal den Schnee.

Essen: Hotel Tennerhof, Griesenauweg 26, Tel: 0043/53 566 31 81, www.tennerhof.com

Wohnen: Hotel zu Tenne, Vorderstadt 8-10, Tel: 0043/ 53 56/64 44 40, www.hotelzurtenne.com

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