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19.06.2013

19:27 Uhr

Halbzeit in Ascot

Wenn die Rennbahn zum Banker-Domizil wird

VonMatthias Thibaut

Netzwerke werden auf der Rennbahn jährlich mit Schampus, Wein und Co. geknüpft und begossen: Royal Ascot ist der Höhepunkt des englischen Gesellschaftskalenders. Geld, Schönheit oder Klasse – mindestens eines davon sollte man haben, wenn man dabei sein will.

In Ascot gilt: Sehen und gesehen werden. Vor allem die Damen überbieten sich jedes Jahr, wer den ausgefallensten Hut trägt. Reuters

In Ascot gilt: Sehen und gesehen werden. Vor allem die Damen überbieten sich jedes Jahr, wer den ausgefallensten Hut trägt.

AscotSeit je gilt am Londoner Finanzkalender das Motto: „Sell in May and go away“. Ab Juni richtet sich die Aufmerksamkeit der Investoren, Banker und Hedegefonds Manager auf Wichtigeres: Die „London Season“ beginnt mit ihren anspruchsvollen sozialen Aktivitäten, die keiner auslassen darf, der etwas auf sich hält.

Schon gar nicht Ascot, richtiger die fünf Renntage, die „The Royal Ascot“ (18. bis 22. Juni) heißen, der bekannteste und glamouröseste Termin im Kalender. Am Dienstag startete das britische Gesellschaftsgroßereignis mit prominenter Gästeschar vor Ort. Am heutigen Donnerstag ist Halbzeit.

Eigentlich beginnt diese Gesellschaftssaison mit der Chelsea Flower Show Ende Mai, den ersten „Test Matches“, den internationalen Cricket Spielen im Londoner Cricket Stadion „Lords“ und der Sommerausstellung der Royal Academy. Dann folgt das Highlight: das traditionsreiche Pferderennen in Ascot. An die Rennwoche schließt sich nahtlos Tennis in Wimbledon an, dann kommt die Henley Royal Regatta und bei „Glorious Goodwood“ kehrt der Society Zirkus zum Pferdesport zurück.

Highflyers, die mit dem Trend gehen, nehmen noch das Glastonbury Festival mit seinen berühmten Regenüberschwemmungen und zermatschten Wiesen mit und wechseln dabei von Smoking und „Morning Suit“ oder dem bunt gestreiften „Boating Jacket“ von Henley in Gummistiefel. Glastonbury ist der Parvenu in diesem Kalender und hat als Teenager-Veranstaltung die einstigen Debütantinnenbälle ersetzt, bei denen die in Etikette geschulten, heiratsfähigen Töchter der Oberklasse in die Gesellschaft eingeführt wurden.

Nebenher gibt es noch drei wichtige Londoner Kunstmessen wie „Masterpiece“, bei denen man Zehntausende ausgeben kann – vor allem die reichen Amerikaner, Russen und Araber, für die die „London Season“ ebenso obligatorisch ist wie für die Hedgefund-Krösusse, die so oder so alle schon ringsum Ascot wohnen.

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