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14.07.2012

10:26 Uhr

Hopfenbauern

Perfektes Wetter für die Seele des Bieres

Urlauber ärgern sich über das feuchtwarme Wetter - für Bierliebhaber aber ist es ein Segen. Es wird in diesem Jahr eine sehr gute Hopfen-Qualität erwartet. Nur Stürme und Hagel könnten jetzt noch den Ertrag trüben, sagt ein Experte.

Ein Hopfenfeld bei Wolnzach in der Hallertau (Oberbayern). dpa-dpaweb

Ein Hopfenfeld bei Wolnzach in der Hallertau (Oberbayern).

WolnzachBiertrinker können sich in diesem Jahr auf eine besonders hohe Qualität des Hopfens freuen. „Der Hopfen liebt das feuchtwarme Wetter der vergangenen Wochen - er hat sich sehr gut entwickelt“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer, Johann Pichlmaier, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa im oberbayerischen Wolnzach.

Anders als bei langanhaltender Trockenheit produzierten die Pflanzen bei feuchtwarmem Wetter genügend gute Inhaltsstoffe - insbesondere Alpha-Säure, die für die Bitterqualität zuständig sei. „Jetzt könnten nur noch Stürme und Hagel den Ertrag trüben.“ Die Gerüstanlagen, an denen die bereits mehrere Meter hohen Pflanzen angebunden seien, könnten dann einfallen. Die Stürme und Gewitter der vergangenen Tage hätten aber keinen Schaden angerichtet.

Im vergangenen Jahr seien bundesweit 38.000 Tonnen Hopfen geerntet worden - etwa 85 Prozent davon im bayerischen Anbaugebiet Hallertau. Deutschland ist mit einem Anteil von etwa einem Drittel weltweit führend in der Hopfenproduktion.

Die Ernte beginnt in sechs bis sieben Wochen. „Der Ertrag in diesem Jahr wird aber geringer sein als im Vorjahr, weil die Anbaufläche um etwa sechs Prozent reduziert wurde“, erläuterte der Verbandspräsident. Grund sei eine Überproduktion aus dem Vorjahr.

Anfang Mai wird jede einzelne Pflanze per Hand an ein Gerüst gebunden. Nach 70 Tagen hat der Hopfen bereits die Gerüsthöhe von sieben Metern erreicht. Für 100 Liter Bier werden im Durchschnitt 100 Gramm Hopfen benötigt. Die Erntemenge einer Hopfenpflanze reicht für 400 Liter Bier. Hopfen wird als Seele des Bieres bezeichnet, weil die in der Pflanze enthaltenen Aromen und Bitterstoffe dem Getränk den besonderen Bittergeschmack verleihen.

Von

dpa

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