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22.07.2011

14:50 Uhr

Iñigo Manso

Vom Vertreter zum Weinbauer

Iñigo Manso de Zúñiga bewohnt ein idyllisches Gemäuer in Torremontalbo im oberen Rioja-Tal. Das Familien-Anwesen stammt aus dem elften Jahrhundert. Weinbau wurde hier immer schon betrieben.

Pit Falkenstein ist Weinjournalist in Köln. Quelle: www.uta-wagner.com

Pit Falkenstein ist Weinjournalist in Köln.

KölnIn Torremontalbo im Rioja-Tal, umgeben von uralten Reben, steht auf einem kleinen Berg das Anwesen von Iñigo Manso de Zúñiga. Es stammt aus dem elften Jahrhundert. All seine Vorfahren, die Herzöge von Hervías, lebten dort. Weinbau gehörte immer dazu.

1893 pflanzte Nicanor de Zúñiga, ein Ur-Urgroßonkel des heutigen Inhabers, dort Tempranillo-Reben, eine historische Tat. Damals war die Reblaus, die in Bordeaux ihr alles vernichtendes Unwesen getrieben hatte, über die Pyrenäen auch nach Nordspanien gekommen. Es galt herauszufinden, ob nicht die Weinstöcke in den sandigen Böden rund um Torremontalbo von dem Schädling verschont würden. Das erwies sich als richtig. In den Folgejahren wurden Ableger gezogen und weiter verbreitet, so dass Iñigo Manso de Zúñiga heute über wurzelechte Reben verfügt, die zum Teil aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg stammen.

Der 50-Jährige ist ein erfahrener Önologe. Er arbeitete sein halbes Leben lang als Weinbauberater, in Spanien, Portugal und Südamerika, auch in Bordeaux, wo er studiert hatte. „Ich habe jedes Mal hinzu gelernt, mich aber auch vor jedem Auftrag gefürchtet. Ich fühlte mich immer wie ein Torero vor dem Stier“, erzählt er. 2004 erbte er dann den Familiensitz und begann, seinen eigenen Wein zu machen.

Die wichtigste Einsicht, die er für sich gewonnen hatte, war, dass Kellermeister nicht mit der Technologie übertreiben sollen. „Es ist gar nicht gut, wenn viel Geld zur Verfügung steht. Dann werden die teuersten Hefen, die teuersten Barriques gekauft und danach schmeckt alles gleich – sicherlich auf hohem Niveau. Die Weinpäpste sind dann berauscht.“ Er aber will „nicht für Vergleichsproben, sondern für den Trinkspaß arbeiten.“ Iñigo Manso de Zúñiga besitzt zwei Güter. Mencos ist das kleinere. Dort stehen besonders alte Reben.

2005 war ein hervorragender Jahrgang in der Rioja. Einem harten Winter folgte ein verregneter Frühling, der Sommer war heiß, der Herbst kühl und trocken. Die Trauben hatten viel Zeit zum Reifen. Der Mencos aus diesem Jahr entspricht de Zúñigos’ Ideal vom „vino honesto“, vom ehrbaren Wein. Die Ernte betrug nur einen Drittelliter pro Quadratmeter, weit weniger als die ohnehin strengen Regeln erlauben. Der Wein lag 18 Monate im Fass und danach zwei Jahre im Stahltank. Der mächtige Duft von Sauerkirschen und roten Johannisbeeren erscheint etwas dunkler, als sonst bei Tempranillo-Weinen üblich. Aromen von Mandeln, Vanille und Zimt mischen sich ein. Durch das lange Lager ist der sonst so raue Gerbstoff wundervoll weich, ja fast süß geworden. Die satte Frucht will und will nicht enden. Der Stoff verdient das Prädikat „ein großer Wein“.

Mencos Reserva

Jahrgang 2005
Rebsorte Tempranillo
Anbaugebiet Rioja
Analyse 14,1ll Alkohol, 5,6 g Säure, 2,2 g Restzucker (pro Liter)
Trinken bis 2013
Preis ab Lager 16,90 Euro

Adresse
Bodegas Rioja
Lennershofstraße 156
44801 Bochum
Tel.: 0234 / 9789567
Fax: 0234 / 0780568
E-Mail info@weingut-gruber.de
www.bodegas-rioja.de

Von

Pit Falkenstein

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