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29.04.2011

12:38 Uhr

Jamie Lowther-Pinkerton

Vom königlichen Privatsekretär zum Wedding-Planer

VonMichael Maisch

Dieser Mammutaufgabe wäre wohl so mancher Top-Manager aus dem Weg gegangen. Nicht aber Jamie Lowther-Pinkerton. Als Wedding-Planer organisiert der Privatsekretär der Royals die königliche Hochzeit von William und Kate.

Jamie Lowther-Pinkerton gilt als enger Vertrauter von Prinz William. Quelle: picture-alliance/dpa

Jamie Lowther-Pinkerton gilt als enger Vertrauter von Prinz William.

LondonEigentlich dürfte Jamie Lowther-Pinkerton nichts mehr schrecken. Immerhin jagte der 50-jährige Major a.D. als Mitglied der britischen Eliteeinheit SAS schon Drogenbarone in Kolumbien und diente im ersten Golfkrieg als Geheimdienstoffizier. Doch am Freitag dürfte auch der hartgesottene Ex-Soldat weiche Knie bekommen, denn dann wird sich zeigen, ob sein über Monate hinweg minutiös ausgetüftelter Manöverplan wirklich aufgeht. Als Privatsekretär und enger Vertrauter von Prince William war es an Lowther-Pinkerton, die Hochzeit des künftigen britischen Thronfolgers mit der bürgerlichen Kate Middleton zu organisieren.

Vor der Mammutaufgabe, die der Wedding-Planer zu bewältigen hatte, wäre wohl mancher Top-Manager zurückgeschreckt. Experten schätzen die Kosten der königlichen Hochzeit auf bis zu 30 Millionen Pfund, 1 900 Gäste werden die Westminster Abbey füllen, rund 2,5 Milliarden Menschen wollen die royale Trauung am Fernsehschirm verfolgen. Tausende von Statisten sollen dafür sorgen, dass das große Schaulaufen der Windsors auch den erwünschten Glanz entfaltet.

Aber Aufwand, Komplexität und Budget sind in diesem Fall noch nicht einmal die größten Herausforderungen, immerhin geht es trotz des globalen Medienrummels und aller royalen Rituale auch um eine Herzensangelegenheit. Auf der einen Seite muss der Mann, den Prince Charles 2005 als offiziellen Betreuer für die öffentlichen Pflichten seiner beiden Söhne engagiert hat, ein Weltereignis inszenieren, das von der Trauungszeremonie bis zum Kuss auf dem Balkon des Buckingham-Palasts im Minutentakt durchgeplant ist. Auf der anderen Seite wünschen sich William und Kate aber wie jedes andere Paar eine Hochzeit, die auch ihre intimen und privaten Momente hat. Am Freitag wird sich zeigen, ob Lowther-Pinkerton die Quadratur des Kreises gelungen ist.

Wenn es um vertrauliche Angelegenheiten geht, hat sich die britische Königsfamilie schon immer gern auf das Militär verlassen. Lowther-Pinkerton ist Teil einer langen Tradition von Privatsekretären, die die Royals aus den Reihen der Streitkräfte rekrutiert haben. Wie Prinz William selbst hat der Hochzeitsplaner die Privatschule Eton besucht und später die Militärakademie in Sandhurst absolviert.

Zwischen seinen Dienstzeiten bei der Eliteeinheit SAS diente er auch schon „Queen Mum“, der Mutter von Elisabeth II, zwei Jahre als Privatsekretär. „Seit Generationen gibt das Militär den jüngeren Royals den letzten Schliff, deshalb vertraut die Königsfamilie dieser Institution“, sagt Charles Kidd, Herausgeber der britischen Adelsbibel „Debrett’s Peerage“. Ganz allein muss der Ex-Soldat die Verantwortung aber nicht schultern: Helen Asprey, Williams persönliche Assistentin, kümmert sich um die privateren Aspekte der Feierlichkeiten.

Für einen könnte der Hochzeitstag aber noch aufregender werden als für Lowther-Pinkerton selbst: Sein zehnjähriger Sohn William wird am Freitag als Page mit den vier Brautjungfern Kate Middleton durch Westminster Abbey folgen, wenn sie zum Altar schreitet, um William das Ja-Wort zu geben.


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