Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.04.2015

13:08 Uhr

Jürgens Weinlese

„Aus Schwachstellen werden in Wein-Shops Umsatzbringer“

VonJürgen Röder

Weil online kein Wein verkostet werden kann, müssen Wein-Shops anders aufgestellt sein, meint Michael Jonas vom Online-Optimierer Maxymiser. Er erläutert in einem Interview, wie er Hawesko zu mehr Umsatz verholfen hat.

Laut dem Online-Optimierer Maxymiser sollten Wein-Shops übersichtlich sein mit einer einfachen Navigation und vielen Serviceangeboten. Denn die Zielgruppe ist älter, aber auch kaufkräftig. Getty Images

onlineweinhandel_02_04_2015_2

Laut dem Online-Optimierer Maxymiser sollten Wein-Shops übersichtlich sein mit einer einfachen Navigation und vielen Serviceangeboten. Denn die Zielgruppe ist älter, aber auch kaufkräftig.

DüsseldorfDas Unternehmen Maxymiser optimiert Online-Shops – auch im Weinbereich. Zu den Kunden zählen Branchengrößen wie beispielsweise der deutsche Marktführer Hawesko und der britische Online-Händler Virgin Wins, 2000 von der Richards Bransons Virgin Group gegründet und später weiterverkauft. Über die Besonderheiten von Online-Shops im Weinbereich sprachen wir mit Michael Jonas, Serviceleiter Europa bei Maxymiser.

Hallo Herr Jonas, was ist anders bei Wein-Online-Shops?
Bei Wein ist – im Gegensatz zu Mode-Artikeln - Geschmack und Geruch entscheidend, was online aber nicht umgesetzt werden kann. Deshalb ist der Besucher sehr stark auf Rezensionen und Empfehlungen anderer Kunden angewiesen, um sich von der Qualität der verschiedenen Produkte ein Bild zu machen. Die Beschreibung der Weine ist daher oft ein sehr wichtiges Verkaufsargument.

Und was machen diese Shops für Fehler?
Wein ist ein Produkt mit sehr vielen Emotionen, gleichzeitig existieren aber auch harte Fakten bzw. rationale Elemente, die die Kaufentscheidung beeinflussen. Elemente mit Emotionen sind beispielsweise das Aussehen der Flasche und des Etikettes, oder die Verbundenheit mit einer speziellen Weinregion. Kleine Darstellungen oder Ausschnitte, insbesondere von Etiketten, machen es den Besuchern schwer, die Informationen zu finden, die sie für ihre Kaufentscheidung benötigen.

Was sind rationale Elemente?
Das sind Informationen zum Geschmack und Preis, zur Rebsorte und zu Auszeichnungen/Prämierungen Rebsorte. Auf einer Wein-Website müssen diese beiden Elemente möglichst gleichberechtigt dargestellt werden. Die Herausforderung ist es, diese große Anzahl an Elementen nutzerfreundlich zu präsentieren.

Wie soll solch eine Website aussehen? Einfach oder komplex?
Die Zielgruppe ist älter. Und in vielen Fällen bestellen Weinliebhaber mit großen Unterschieden im Online-Wissensstand. Deswegen sind eine übersichtliche Seite, eine einfache Navigation und viele Serviceangebote auf der Seite wichtig, wie zum Beispiel eine Hotline. Webseiten, die mit zu vielen Angeboten überfrachtet sind, können den Besucher überfordern. Sie beeinträchtigen die Wirkung der Angebote und gefährden die Bestellquote.

Sollten Händler einen Mindestauftragswert angeben?
Diesen gibt es häufig und die Kunden müssen eine komplette Kiste zusammenstellen. Das kann für einige Kunden ein Hemmnis sein, denn sie geben gleich mehr aus, als wenn sie im Supermarkt einzelne Flaschen kaufen. Deshalb sind Aktionen und Angebote sehr wichtig, um die Besucher von der Richtigkeit einer „Großbestellung“ zu überzeugen. Das sollte man dem Besucher schnell erklären. Mit dieser Information bis zum Warenkorb zu warten ist problematisch. Die Gefahr besteht dann, dass man nicht nur die Bestellung, sondern einen potenziellen Stammkunden verliert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×