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26.06.2015

13:21 Uhr

Jürgens Weinlese

Begriffe für Weininvestments

VonJürgen Röder

Was hat Investieren in Wein mit gewöhnlichem Handel an der Börse gemeinsam? Viel mehr, als Anleger auf den ersten Blick glauben. Denn viele Begriffe gibt es auf beiden Seiten.

Florence Cathiard, Eigentümerin des berühmten Weingutes Chateau Smith Haut Lafitte, probiert in ihrem Keller ihren Wein. Reuters

FLORENCE CATHIARD TASTES WINE AT CHATEAU SMITH HAUT LAFITTE

Florence Cathiard, Eigentümerin des berühmten Weingutes Chateau Smith Haut Lafitte, probiert in ihrem Keller ihren Wein.

Der größte Unterschied beim Investieren in Wein ist die Depotverwahrung, sprich Lagerung. Die ist beim Wein wichtiger.
Future Auch in der Weinwelt gibt es einen Terminkontrakt. Der heißt Subskription und gilt nur für die Bordeaux-Region. Im Frühjahr finden dort die Primeurverkostungen für Händler und Fachjournalisten statt. Von April bis Anfang Juni geben etwa 200 Châteaus danach die Preise bekannt. Es dauert nach der Bezahlung rund zwei Jahre, bis der Wein geliefert wird. Früher sicherte die Subskription den Weinbauern das Überleben, heute ist sie eine große Einnahmequelle.

Investmentfonds Auch in der Weinwelt lassen sich Risiken streuen – etwa mit dem „Wine Investment Fund“ oder dem „The Vintage Wine Fund“. Allerdings müssen Anleger mindestens 10 000 Pfund oder 100 000 Euro anlegen – plus Gebühren. Anfang des Jahrhunderts hatten sich Anleger zu Investmentpools zusammengeschlossen und mehrere Zehntausend Euro in Wein investiert. Die meisten Fonds sind aber wieder verschwunden. Offenbar sind Weininvestments nur etwas für Individualisten.
Depotverwahrung Anders als an der Börse ist die Lagerung des Investments ein entscheidender Faktor. Voraussetzung für einen hohen Verkaufswert ist eine exzellente Lagerung: Der Keller muss feucht, dunkel und erschütterungsfrei sein und darf keine großen Temperaturschwankungen aufweisen. Der gelagerte Wein muss im optimalen Zustand sein und noch im Originalgebinde mit perfektem Etikett und unbeschädigter Kapsel liegen. Einige Firmen bieten einen Lagerservice. In einigen Ländern gibt es auch spezielle Lagerflächen für Wein.

Verkauf Die gelagerten Flaschen können an spezielle Weinhändler verkauft werden, von denen einige sogar alle Flaschen eines Kellers aufkaufen. Eine Alternative sind Auktionshäuser wie zum Beispiel Sotheby‘s oder Christie‘s. In Deutschland bietet beispielsweise Koppe und Partner Onlineund Präsenz-Auktionen für Wein an. Private Anleger haben ein Mehrwertsteuer-Problem: Sie zahlen beim Kauf die Mehrwertsteuer, erhalten sie beim Weiterverkauf aber nicht zurück.
Index Vergleichbar mit einem Börsenindex sind die Indizes von Wine-Stocks oder „Liv-ex“. Es gibt weltweite Indizes, aber auch welche, die sich auf Regionen wie Bordeaux und Burgund pder auf Länder wie Deutschland oder USA beziehen.

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