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27.10.2013

09:24 Uhr

Jürgens Weinlese

Bietergefechte um alte Flaschen

VonJürgen Röder

Wer seinen mit Raritäten bestückten Weinkeller auflösen will, kann die teuren Tropfen auch über eine Auktion verkaufen. Was Liebhaber dabei beachten sollten und welche Weine bei den Versteigerungen gefragt sind.

 

Auktion: Weine aus der französischen Region Bordeaux werden mit Abstand am meisten gehandelt. Imago

Auktion: Weine aus der französischen Region Bordeaux werden mit Abstand am meisten gehandelt.

Was passiert mit den rund 600 Flaschen Wein in meinem Keller, wenn ich aus gesundheitlichen Gründen keinen Alkohol mehr trinken darf? Ich hoffe zwar, dass ich mir diese Frage niemals stellen muss, aber im Gegensatz zu meinen teuren Rotweinen werde ich im Alter garantiert nicht „besser“.

Was mache ich also mit meiner relativ kleinen Sammlung von Bordeaux-Weinen, wenn die Preise weiter so steigen und die einzelne Flasche mehr als 100 Euro kosten sollte? Aufmachen und trinken? Oder liegenlassen und weiter stolz auf meine Schnäppchen sein? Oder besser gleich verkaufen und für das Geld neue Bordeaux-Weine erwerben? Und zu guter Letzt: Was machen wohl die Erben meiner Wein-Sammlung, wenn ich das Zeitliche gesegnet habe? 

Alkoholverbot im Alter, stark gestiegene Preise für Raritätenweine und die Frage: „Wohin mit der Erbschaft?“ – das sind die drei wichtigsten Gründe, warum Personen Sascha Dörfler anrufen. Der ist Geschäftsführer von Weincash, einer Wein-Auktionsplattform, bei der Privatpersonen ihre Tropfen anbieten können. Die Versteigerung per Internet hat Dörfler zusammen mit Stefan Gerner, Stefan Tarach und René Gabriel, einer der weltweit erfahrensten Bordeaux-Kenner, vor sechs Jahren gegründet. Im Rhythmus von rund sechs Wochen werden dort Weine versteigert. 

Das Prozedere: Verkäufer erstellen eine Liste ihrer Weine und erhalten danach vorab eine grobe Einschätzung, mit wie viel Geld sie für ihre Flaschen rechnen können. „Wir fragen telefonisch nach, wie die Weine gelagert wurden, wie ihr (Füll)-Zustand ist oder ob beispielweise die Etiketten beschädigt sind“, erläutert Dörfler. Der Füllzustand ist entscheidend für den Weiterverkauf. (siehe Grafik)

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Bei teuren Bordeaux-Weinen wie Château Petrus gibt es viele Fälschungen auf dem Markt, die nicht so einfach zu erkennen sind. „Schließlich haften wir für die Lieferung", gibt der Weinkenner zu bedenken.

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