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19.05.2013

08:19 Uhr

Jürgens Weinlese

Der teuerste Wein der Welt

VonJürgen Röder

Handelsblatt-Online-Weinliebhaber Jürgen Röder macht sich Gedanken über die zunehmende Bedeutung von Wein als Prestigeobjekt. Und gratuliert einem deutschen Winzer, der eine sehr seltene Auszeichnung erhalten hat.

Der Petrus 1983 ist zwar nicht der teuerste Wein der Welt, ist mit über 1000 Euro aber auch kein Schnäppchen.

Der Petrus 1983 ist zwar nicht der teuerste Wein der Welt, ist mit über 1000 Euro aber auch kein Schnäppchen.

Was ist Wein für Sie? Ein alkoholisches Getränk? Ein Genußmittel? Ein Kulturgut? Dies entspricht eher meine Meinung. Denkbar wäre aber auch: Eine Geldanlage? Oder ein Prestigeobjekt?  Letztere Ansicht kommt offenbar verstärkt in Mode. Nicht nur auf Grund  der Chinesen, die zum größten Exporteur für Bordeaux-Weine aufgestiegen sind und mittlerweile auch französische Weingüter aufkaufen.

Dass Wein ein Prestigeobjekt ist, zeigt das Gerichtsverfahren des Milliardärs William Koch vor einem US-Gericht.  Koch hatte für rund 3,5 Millionen Dollar 2669 Flaschen Wein gekauft. Doch der Inhalt einiger Flaschen aus dem Bordeaux entsprach nicht dem Etikett. Darunter eine Magnumflasche (1,5 Liter) vom Weingut Chateau Petrus aus dem Jahr 1921, für die er 29 500 US-Dollar gezahlt hatte. Koch gewann im vergangenen Monat den Prozess und erhielt 379 000 Dollar Entschädigung.  Seine Meinung: „Die ganze (Wein-)Industrie ist korrupt“.

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Der höchste Preis für eine Flasche Wein wurde bislang 2010 gezahlt:  Von den drei Flaschen 1869 Château Lafite, die in Hongkong versteigert wurden, zahlte jemand 230 000 Dollar pro Flasche.  Ob der Inhalt des Château Lafite auch dem Etikett entsprach, darüber gibt es keine Aussagen. Der Chateau Petrus Jahrgang 1983, der auf dem obigen Foto zu sehen ist, kostet etwas mehr als 1000 Euro.

Ich habe noch nie so teuren Wein getrunken. Ich kann also nicht beurteilen, ob die Weinindustrie korrupt ist. Ich glaube auch nicht, dass ein Chateau Petrus 1921 für knapp 30 000 Dollar 30 mal besser schmeckt als ein Wein für 1000 Dollar – im Gegenteil, er könnte sogar schon nicht mehr genießbar oder korkig sein. Wie sehr Wein ein Statussymbol oder Prestigeobjekt geworden ist, das erlebte ich während einer Grand-Cru-Verkostung - der großen Gewächse aus dem Bordeaux - während der Weinmesse. Es war eine skurrile Veranstaltung.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

19.05.2013, 08:53 Uhr

Ja, dies deckt sich mit meinen Erfahrungen. Weinen die sehr teuer - aber auch sensationell sind, sind Yquem und Grange Bin. Hierfür würde ich noch einmal viel Geld ausgeben. Aber viele Topweinen über 100 und mehr EUR habe ich in Blindverkostungen nicht dem Preis entsprechend empfunden. Sicher gibt es auch unter 20 EUR gute Enstiegsweine, nach meiner Erfahrung finden sich im Bereich zw. 30 und 60 EUR hervorragende Weine, die Spass machen. Lieber weniger trinken, dafür aber besser. Zum Essen darf es natürlich auch mal der Einsteigswein eines Gutes sein- je nachdem natürlich. Insgesamt bin ich aber den Winzern weltweit dankbar für Ihre super Arbeit. Die Infaltion der 100 PP Weine oder der 3 Gläser Weine kann ich nicht nachvollziehen.

RumpelstilzchenA

19.05.2013, 11:21 Uhr

"Kaisers neue Kleider."

Es gibt schon irre Einschätzungen. Man muss nur herausfinden, wie man den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen kann.

Orest

20.05.2013, 11:27 Uhr

100 Parker Punkte gabs für die 2011 Wehlener Sonnenuhr Riesling Auslese***, nicht für Zeltinger Schlossberg Riesling, Auslese 2011!

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