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17.11.2013

17:26 Uhr

Jürgens Weinlese

Die besten Weine Deutschlands

VonJürgen Röder

Der Gault&Millau Weinguide ist der einflussreichte Weinführer Deutschlands. Der dort neu bewerte Jahrgang 2012 brachte demnach viele gute Weine hervor. Doch das Buch bietet mehr als nur Bewertungen.

Weinliebhaber bei einer Rast: Der Jahrgang 2012 war in Deutschland kein Jahrhundertjahrgang, brachte aber viele gute Weine hervor.

Weinliebhaber bei einer Rast: Der Jahrgang 2012 war in Deutschland kein Jahrhundertjahrgang, brachte aber viele gute Weine hervor.

Die Zahlen des Buches sind beeindruckend: 13.000 verschiedene Weine aus 1093 Weingütern bewertet; das ist schon ein logistisches Großprojekt. Dabei geht es auf 1008 Seiten nur um ein Thema: Weine aus Deutschland.  Das Buch ist der Gault&Millau Weinguide Deutschland, der seit 1993 erscheint und nun mit der Ausgabe 2014 auf den Markt gekommen ist. Er ist der einflussreichste Führer für deutsche Weine.

Er ist  kein Weinführer für die absoluten Experten, wozu ich mich auch nicht zähle. Aber er ist sehr informativ für Weinliebhaber, die beispielsweise während einer Reise durch Deutschland eine Hilfestellung auf der Suche nach einem Weingut benötigen. Dementsprechend wird die detaillierte Beschreibung eines jeden Weingutes um die jeweiligen Öffnungszeiten ergänzt. Die Texte sind informativ, teilweise auch mit Humor geschrieben. So erhielt ein Weintester bei der Frage nach den Öffnungszeiten eines Weingutes in der Pfalz die authentische Antwort. „Wann’s Licht brennt, isch uff“.

Gault & Millau Auszeichnungen (2013)

Winzer des Jahres

Zum »Winzer des Jahres« der Ausgabe 2014 kürt die Gault Millau-Redaktion Philipp Wittmann vom Weingut Wittmann im rheinhessischen Westhofen. „Wittmann ist einer der Vorreiter des ökologischen Weinbaus und Motor der qualitativen Entwicklung im Wonnegau. Seit Jahren produziert er große trockene Rieslinge, die betörend heranreifen. Fast eigenhändig hat er den Morstein zur legendären Lage hervorgehoben“, heißt es in der Begründung der Jury.

Kollektion des Jahres

Der Ehrentitel »Kollektion des Jahres« geht diesmal erneut in die Pfalz, an Bernhard Koch vom Weingut Bernhard Koch in Hainfeld. Das Lob der Redaktion: „Geradezu unglaublich ist die Qualitätsexplosion dieses Hainfelder Weinguts. Innerhalb kürzester Zeit hat man sich bei Sauvignon Blanc, Chardonnay und Pinot Noir an die absolute deutsche Spitze katapultiert. Die Südpfalz ist hierdurch um einen Stern reicher geworden“.

Aufsteiger des Jahres

Der »Aufsteiger des Jahres« ist Chat Sauvage, das auf rote Burgunder spezialisierten Weingut Michel Städters im Rheingau. Die Redaktion: „Innerhalb weniger Jahre hat Michel Städter dieses burgundische Kleinod praktisch aus dem Nichts zu einem der führenden Spätburgundererzeuger im Rheingau gemacht. Selbst Sekt und Chardonnay gelingen ihm.“

Entdeckung des Jahres

Der Titel »Entdeckung des Jahres« geht an das Weingut Alte Grafschaft in Franken: „Mit Gebäuden von Fürst Löwenstein in Tauberfranken und Weinbergen vom Staatlichen Hofkeller haben Christoph Dinkel und Norbert Spielmann ihren eigenen Traum verwirklicht und auf Anhieb mit Bravour gezeigt, dass sie ihr Handwerk verstehen.“

Sommelier des Jahres

»Sommelier des Jahres« darf sich Markus Berlinghof vom „Jacobs“ in  Hamburg nennen. Er empfiehlt mit weltweitem Weinwissen und subtilem Charme gerne nicht Alltägliches aus einem der besten deutschen Keller. Seine besondere Liebe gilt dem Champagner – auch als Menübegleiter.

Weinkarte des Jahres

Die »Weinkarte des Jahres« liegt im Berliner „Rutz«“ auf. „Kaum eine Weinkarte ist von ihrem Sommelier so geprägt wie die von Billy Wagner: Das Enfant terrible der Berliner Weinszene biete seit Jahren seiner Kundschaft spannende Entdeckungen und die wichtigsten Klassiker in Magnumformat“, lobt der Gault Millau WeinGuide.

Bewertet wird mit der internationalen 100-Punkte-Skala. Zusätzlich vergibt der Gault&Millau eine bis fünf Trauben für die Gesamtleistung eines Weingutes und kürt in verschiedenen Kategorien herausragende Persönlichkeiten des deutschen Weinbaus. Die Kernaussage zum Jahrgang 2012: Es war kein Jahrhundertjahrgang, brachte aber viele gute Weine hervor. Vor allem die Rieslinge hatten ein bisschen weniger Alkohol, dafür mehr Frisch - eine nach Meinung der Gault-Millau-Redaktion erfreuliche Entwicklung. 328 Weingüter erhielten ein „empfehlenswert“.

Doch das Buch bietet mehr als nur Bewertungen. Auch die sechs vorgeschriebenen und fünf freiwilligen Angaben auf dem deutschen Weinetikett werden genau erklärt. So darf der Begriff Schlossabfüllung – im Gegensatz zu Erzeuger- oder Gutsabfüllung – nur erwähnt werden, wenn das Anwesen ein Denkmal ist. Weitere Themen sind unter anderem Jungwinzervereinigungen, Riesling im Holzfass und eine Huldigung der Scheurebe. Eine Rebe, der nach Meinung der Gault-Millau-Redaktion nach jahrelanger Missachtung wieder ein Comeback gelang.

Siegerweine des Jahres (Stand 2013)

Bester Winzersekt Brut

2004 MonRose
Sekthaus Raumland (Rheinhessen)

Bester Spätburgunder

2011 Lange Goldkapsel
Jean Stodden (Ahr)

Bester Weißer Burgunder

2012 Birkweiler Mandelberg „Großes Gewächs“
Dr. Wehrheim (Pfalz)

Bester trockener Riesling

2012 G-Max
Keller (Rheinhessen)

Bester feinherber Riesling

2012 Scharzhofberger Pergentsknopp
van Volxem (Saar)

Bester Riesling Kabinett

2012 Scharzhofberger
Egon Müller (Saar)

Beste Riesling Spätlese

2012 Scharzhofberger – 6 –
Egon Müller (Saar)

Beste Riesling Auslese

Ürziger Würzgarten Goldkapsel ***
Jos. Christoffel Jun. (Mosel)

Bester Riesling Edelsüß

Oestricher Lenchen Trockenbeerenausles „E“
Peter Jakob Kühn (Rheingau)

Eine Seite habe ich mit besonderem Interesse gelesen: Diejenige über Lagenklassifikation.  Ein schwieriges Kapitel, das kaum einer versteht. Nach langem hin und her hat der Verband der Prädikatswinzer  (VDP), dem mehr als 200 Winzer angehören, 2012 eine neue interne Klassifikation auf den Weg gebracht:  An der Spitze steht die Große Lage (Grand Cru), danach die Erste Lage (Premier Cru), gefolgt vom Ortswein und Gutswein. Das liest sich gut strukturiert, doch einige Regionen beharren  auf drei Stufen. Und einige Weingüter wollen ihre Großen Lagen nicht zur ersten Lage degradieren. Das Chaos bleibt.

Kommentare (2)

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hpmalter

18.11.2013, 14:47 Uhr

Den besten Wein zu kennen u zu benennen: davon abgesehen, daß es wohl falsch ist, ist es schlicht Anmaßung!

Account gelöscht!

21.11.2013, 08:28 Uhr

vollster Zuspruch.

So lange ein Wein sauber gekeltert ist und auch von Kunden gekauft wird, hat jeder Wein sein Berichtigung.
Der Vorteil ist, das die nicht prämierten Weine die dennoch Spitzenweine sind. Dann nicht ganz so teuer verkauft werden wie die die bei der Mundus Gold abgeräumt haben.

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