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26.03.2016

18:01 Uhr

Jürgens Weinlese

„Dieses Modell funktioniert im Weinmarkt“

VonJürgen Röder

Zehn Millionen Euro Investorengelder hat der Onlineshop Wine in Black seit Juli 2014 eingesammelt. Im Interview erklärt Florian Heinemann, warum er investiert hat. Und welchen Einfluss Amazon im Weinmarkt haben dürfte.

Ein Mann steht auf der Fachmesse für Weine und Spirituosen "ProWein" in Düsseldorf  vor einem beleuchteten Weinregal: Der Online-Shop Wine in Black will bereits 2017 den Break Even erreichen. dpa

ProWein

Ein Mann steht auf der Fachmesse für Weine und Spirituosen "ProWein" in Düsseldorf vor einem beleuchteten Weinregal: Der Online-Shop Wine in Black will bereits 2017 den Break Even erreichen.

Düsseldorf60 Milliarden Euro groß ist nach Expertenschätzungen der Weinmarkt in Europa. Neun Milliarden Euro werden allein in Deutschland umgesetzt - der drittgrößte Markt weltweit. Und da der Onlineanteil noch im einstelligen Prozentbereich liegt, versuchen zahlreiche Onlineshops, sich einen Marktanteil zu sichern. Auch mit Investorengeldern in Millionenhöhe. Eines dieser Start-ups ist der Premiumanbieter Wine in Black. Das Unternehmen hat seit Juli 2014 Investorengelder in Höhe von zehn Millionen Euro von Project A Ventures erhalten. Hinter dieser Gesellschaft stehen unter anderem der Springer Verlag und die Otto Group. Florian Heinemann, Geschäftsführer von Project A Ventures, erklärt im Interview die Gründe für die Investition. Und Wine-in-Black-Geschäftsführer Stephan Linden erläutert die weiteren Unternehmensziele. Das Interview würde telefonisch geführt.

Hallo Herr Heinemann, warum haben Sie über ihren Venture-Capital-Fonds in das Unternehmen Wine in Black investiert?
Zum einen fand ich das Team überzeugend. Wir sind bereits ziemlich früh eingestiegen, sechs Monate nach der Unternehmensgründung. Was mich damals aber schon beeindruckt hat: Wine in Black hatte zwei hervorragende Voraussetzungen für ein erfolgreiches E-Commerce-Geschäft.

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Das müssen Sie erklären.
Ein wichtiger Punkt bei E-Commerce ist: Wie viele Erstkäufer kommen wieder? Und wie oft kaufen diese Wiederkäufer? Bereits in der Anfangsphase hatte Wine in Black eine Wiederkaufsquote von 50 Prozent. Es gab also viele Kunden, die zum zweiten, dritten oder vierten Mal eingekauft hatten. Und das bei einem relativ kleinen Sortiment von weniger als 20 Weinen. Andere Weinhändler haben ein riesiges Sortiment, um solch eine hohe Quote zu erreichen.

Das genügt?
Wenn man es schafft, eine solch hohe Wiederholungsquote bei kleinem Angebot zu erzielen, dann war mir klar: Das ist ein sehr gutes Modell. Wine in Black arbeitet kundenorientiert und kann offenbar Kunden überzeugen, erneut zu kaufen. Und sie schaffen das mit einer geringen Kapitalbindung in Ware.

Florian Heinemann.

Weininvestor

Florian Heinemann.

Aus Sicht eines Investors: Wie würden Sie Wine in Black beschreiben?
Es ist ein kuratiertes Modell. Kuration ist im E-Commerce ein sogenanntes Buzz-Word, ein negatives besetztes Schlagwort. Das bedeutet ja: Der tolle Online-Shop sucht für seinen Kunden die geeignete, die für ihn beste Ware aus. Das sagt sich so leicht und ist nicht einfach umzusetzen Aber Wine in Black schafft es, dass dieses Modell im Weinmarkt funktioniert, weil eine hohe Zahl von Käufern wiederkommt.

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