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27.07.2013

16:56 Uhr

Jürgens Weinlese

Investments mit Werterhalt

VonJürgen Röder

Angesichts von Magerzinsen auf dem Sparbuch suchen Anleger nach Alternativen. Investieren in Wein kann eine Alternative sein - sowohl für Spekulanten als auch für Langfristanleger. Was dabei zu beachten ist.

Weinlager: Die edlen Tropfen kann man nicht nur genießen, Wein kann auch ein attraktives Investment sein. Getty Images

Weinlager: Die edlen Tropfen kann man nicht nur genießen, Wein kann auch ein attraktives Investment sein.

Bisher habe ich nur Wein gekauft, um ihn anschließend zu trinken. Doch angesichts der niedrigen Zinsen auf meinem Sparbuch überlege ich mir seit längerer Zeit, in Wein zu investieren. Deswegen habe ich mit zwei Experten auf diesem Gebiet telefoniert,  und festgestellt, dass viele Regeln an den Börsen auch für den Handel mit Wein gelten.

Wie an der Börse gibt es sowohl Spekulanten als auch mittel- und langfristige Investoren. Sehr spekulativ, da sich der Preis für Weine innerhalb eines Tages mehr als verdoppeln kann. Beispielsweise kostete eine Flasche Chateau Smith Haut Lafitte des Jahrgangs 2009 90 Euro -  bis der weltweit einflussreichste Weinkritiker Robert Parker den Wein im April 2012 neu bewertete. Seine 100 Punkte – die maximale Punktzahl  – sorgten für eine Verdoppelung des Preises. Soll ich auf eine Höherbewertung von Parker spekulieren? Besser nicht! „Der Preis kann auch fallen, wenn Parker die Punktzahl senkt“, sagt Diplom-Önologe Michael  Grimm von der Bacchus-Vinothek, einem Fachgeschäft für feine und rare Weine.

Oder beim Mouton Rotschild, dessen Flasche seit 1945 jedes Jahr mit einem neuem Etikett  versehen wird, gezeichnet von unterschiedlichen Künstlern. Im Jahrgang 2008 war ein chinesischer Künstler am Werk, was den Preis aufgrund der hohen  Nachfrage aus China schnell von 200 auf 1000 Euro schnellen ließ. Doch erst im Frühjahr 2011 wurde dies bekannt und die Preise explodierten.

Zudem ist die Zahl „8“ in der Jahreszahl eine Glückszahl in China, was in Kombination mit dem chinesischen Etikett als Katalysator wirkte. Quasi über Nacht schnellte der Preis eben auf über 1000 Euro pro Flasche.  Mittlerweile hat sich der Wein wieder bei  400 Euro eingependelt.  Doch Experten raten zu langfristigen Wein-Investments. Also lagerfähige Weine zu kaufen, die dann richtig gelagert im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte besser werden.

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China ist ebenfalls für die Weinwelt und speziell für Wein-Investments interessant. Bis vor kurzem trieben die Chinesen bei Bordeaux-Weinen die Preise mit ihren Käufen nach oben. „Doch das Thema hat sich stark relativiert“, sagt Michael Unger, zusammen mit seinem Bruder Wulff, Gründer der Firma Unger-Weine, die mit Raritäten-Weinen handelt. Sein Beispiel: Der in China sehr beliebte Lafitte Rothschild, Jahrgang 2010, kostete als „Future“ noch 1200 Euro, der aktuelle Jahrgang 2012 nur noch 420 Euro, was selbst unter Berücksichtigung des Jahrganges 2012 noch enorm ist.

Kommentare (8)

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Frank3

27.07.2013, 18:44 Uhr

ACH ihr ARMEN !! tut mir LEID `
WAS für SINN HAT NOCH EIN LEBEN , wenn man SINNLOSES GELD NICHT MEHR WEISS WIE MEHR DRAUS MACHEN , DA WIRD DER SINN DOCH SCHMERZ UND ANGST .
euer Geld sind NUR SCHULDEN andrer .

le_chaim

27.07.2013, 19:35 Uhr

Ein vernünftiger Wein hat es einfach nicht verdient, dass man in ihn "investiert".

le chaim

Account gelöscht!

27.07.2013, 19:43 Uhr

@le_chaim

Genau. Schneller geht kein "Investment" gegen Null als ein Wein, der mir schmeckt. Selbst Riskmanagement-Metoden, wie z.B. ihn im hintersten Winkel des tiefsten Kellers zu lagern nützen dagegen nichts. Absolut nicht empfehlenswert wenn man als Anleger reich werden will!

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