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14.07.2013

11:16 Uhr

Jürgens Weinlese

Nutella-Freaks oder Grüntee-Trinker

VonJürgen Röder

Handelsblatt-Online-Weinliebhaber Jürgen Röder wurde für einen Abend zum „Wein-Ermittler“ und musste verschiedene Weine den jeweiligen Beschreibungen zuordnen. Doch jeden „Fall“ konnte er nicht lösen.

Weinliebhaber Jürgen Röder.

Weinliebhaber Jürgen Röder.

Schaffen Sie es, unterschiedliche Weine im Glas den jeweiligen Beschreibungen zuzuordnen? Ich habe das in meinem Lieblingsdepot der Kette Jacques in Hagen ausprobiert. „Verdeckte Ermittlung“ hieß der kurzweilige Abend, der zum ersten Mal dort durchgeführt wurde.

Vier Weißweine und vier Rotweine wurden verdeckt probiert und mussten den jeweiligen Beschreibungen zugeordnet werden.  Eher leichtes Spiel waren die Weißweine: Der neuseeländische Sauvignon Blanc (The Ned, Jahrgang 2012) war einfach zu erriechen und herauszuschmecken - ein Wein mit intensiven Aromen nach Stachelbeere, Kräuter und etwas Zitrus und mit einer guten Säure-Süße-Balance. Im Mund war er wie ein Sauvignon Blanc aus dieser Region sein sollte: Frisch wie eine Meeresbrise.

Die wichtigsten deutschen Weinanbaugebiete

Ahr – Reich der Rotweine

Die Ahr ist mit rund 560 Hektar Rebfläche eines der kleineren Anbaugebiete Deutschlands. Seine Besonderheit: Mit 85 Prozent liegt der Anteil roter Rebsorten viel höher als in allen anderen deutschen Anbaugebieten. Vor allem Spätburgunder (Pinot Noir), Portugieser und Frühburgunder werden angebaut, bedeutendste weiße Sorte ist der Riesling.

Quelle: Deutsches Weininstitut

Baden – unter südlicher Sonne

Mit knapp 16 000 Hektar Anbaufläche ist es das drittgrößte Anbaugebiet des Landes. Es zeichnet sich durch ein besonders mildes Klima aus. Baden ist Burgunderland, heißt es. Der Weißweinanteil liegt bei 56 Prozent. Die wichtigsten Rebsorten sind Spätburgunder, Müller-Thurgau, Grauburgunder, Weißburgunder und Riesling. Eine lokale Spezialität ist der roséfarbene Wein Badisch Rotgold, keine Rebsorte, sondern eine besondere Cuvée aus Grauburgunder und Spätburgunder (also ein „Rotling“).

Franken – Bocksbeutelland

Franken ist das einzige deutsche Anbaugebiet, das sich komplett in Bayern befindet. Auf rund 6100 Hektar werden hier Reben kultiviert, die meisten befinden sich rund um die Barockstadt Würzburg. In Franken dominieren mit 81 Prozent die weißen Rebsorten. Der Silvaner gilt als klassische fränkische Rebsorte, gefolgt von Müller-Thurgau. Eine rote Spezialität aus Franken ist die Rebsorte Domina.

Hessische Bergstraße – Frühlingserwachen

Die 436 Hektar Rebfläche des kleinsten deutschen Anbaugebietes erstrecken sich zum größten Teil längs des Rheines an den sanften Ausläufern des Odenwaldes. „König der Bergstraße“ ist der Riesling. Er macht knapp die Hälfte der angebauten Rebsorten aus und gedeiht wegen der langen Vegetationszeiten an der Bergstraße besonders gut. Die restlichen 53 Prozent der Rebfläche teilen sich verschiedenste Sorten, vom Müller-Thurgau über den Gewürztraminer bis hin zum seltenen Gelben Orleans.

Mittelrhein – Riesling und Romantik

Die Anbaufläche des Mittelrheins, 456 Hektar, erstreckt sich zwischen Bingen und dem Siebengebirge über rund 110 Kilometer entlang des Rheins bis vor die Tore Bonns. Von der Gesamtfläche der Region sind über 300 Hektar mit Riesling bestockt. Der Weißweinanteil insgesamt beträgt 81 Prozent. Spätburgunder, Müller-Thurgau, Blauer Portugieser und Kerner vom Mittelrhein werden meistens schon „vor Ort“ genossen und finden daher selten den Weg in den Handel.

Mosel – Rasse und Klasse von der Terrasse

Die älteste deutsche Weinbauregion erstreckt sich mit insgesamt fast 9000 Hektar Rebfläche auch auf Anbauflächen an den Nebenflüssen Saar und Ruwer. Der Weißweinanteil beträgt 91 Prozent. Auf den Schieferböden an Mittel- und Untermosel gedeiht vor allem der Riesling vorzüglich, der hier tief wurzeln muss und so reichlich Mineralität und Finesse aus dem kargen Untergrund zieht. An der Obermosel herrschen Muschelkalk und Keuperböden vor, die für Burgundersorten und den heimischen Elbling guten Untergrund bieten.

Auch einen leicht buttrigen Chardonnay aus Languedoc-Rossillon (Domaine du Bosquet 2012) zu bestimmen, war eher kein Problem für mich. Schließlich gab es als Alternative nur noch zwei säurebetonte Weine: Ein Riesling aus der Pfalz (Pfaffmann, Qualitätswein 2012) und einen Chablis aus dem Burgund (La Chablisienne La Pierrelée 2011). Eigentlich eine leichte Sache, so dachte ich, einen Chardonnay und einen Riesling voneinander zu unterscheiden. Weit gefehlt; beide Weine hatten eine blassgelbe Farbe, ähnlich fruchtige Aromen und schmeckten frisch. Letztlich meinte ich aber, eine etwas stärkere Säure beim Riesling zu erschmecken und lag damit im Nachhinein richtig.

Die Rotweinverkostung war ein Desaster. Damit meine ich nicht das Angebot, sondern meine Trefferquote. Von den vier Weinen im Glas konnte ich keinen richtig zuordnen. Ob ich vorher zu viel von den Weißweinen getrunken hatte?  Die Tatsache, dass alle vier  mehrere Monate lang in Holzfässer reiften, machte das Spiel auch nicht einfacher.

Kommentare (1)

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14.07.2013, 12:46 Uhr

der Wachtelberg bei Werder (Havel) hataber garnichts mit Saale/Unstrut zu tun,Geographie schwach!

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