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06.04.2013

09:44 Uhr

Jürgens Weinlese

Perfekte Paare

VonJürgen Röder

Welcher Wein passt zu welchem Essen? Die Antworten auf diese Frage sind vielfältig. Noch komplizierter wird, wenn asiatisches Essen gereicht wird. Für Handelsblatt-Online-Weinliebhaber Jürgen Röder aber kein Problem.

Weinliebhaber Jürgen Röder.

Weinliebhaber Jürgen Röder.

Ich koche gerne – nicht gerade untypisch für einen Weinliebhaber. Und bei gemeinsamen Abendessen stellt sich dann die Frage: Welcher Wein passt nun zu meinem kreierten Abendessen? Die Antwort, genauer gesagt die Flasche, die ich dann öffne, passt dann nicht immer.

Schließlich öffne ich nicht für jeden Gang eine neue Flasche. Bei drei Gängen und zwei Personen wäre das ein teures Vergnügen – und eine Belastung für die Leber. Und manchmal habe ich auch einfach Lust, einen bekannten, leckeren Wein zu trinken oder einen neuen zu entdecken – egal welche Speise auf dem Tisch steht.

Die wichtigsten Rotwein-Rebsorten in Deutschland

Spätburgunder

Was der Riesling qualitativ für die Weißweine bedeutet, verkörpert der Spätburgunder oder Pinot Noir unter den Rotweinen: die Spitze. In Deutschland sind 11.787 Hektar Rebfläche (Stand 2016) mit der Sorte Spätburgunder bestockt, das entspricht einem Anteil von 11,5 Prozent an der Gesamtrebfläche. Traditionell werden die besten Spätburgunder aus hochreifen Trauben gewonnen. Der Anbau der Rebsorte verlangt sehr viel Sorgfalt und stellt hohe Ansprüche an Klima und Boden. Seine Farbe ist rubinrot bis granatrot. Sein Geschmack erinnert an Brombeeren, Kirschen, Erdbeeren, Holunder und Pfeffer. Der Geschmack ist etwas gerbstoffbetont, der Körper (Gehalt) gehaltvoll bis körperreich.

Dornfelder

Längst ist die Neuzüchtung von 1955 zu einem deutschen Rotweinklassiker gereift und erfreut sich seit Jahren einer immensen Nachfrage. Heute sind 7741 Hektar mit der roten Traube bestückt (Stand 2016), das sind 7,6 Prozent der deutschen Rebfläche. Es gibt zwei unterschiedlich Ausbaustile. Der ersten betont die Fruchtaromen und wird jung auf den Markt gebracht. Andere Winzer bauen den Dornfelder im großen oder kleinen Holzfass aus und betonen mehr die Gerbstoffe. Die Farbe ist violett bis schwarzrot und sehr farbdicht, das Aroma erinnert an Holunder und Brombeeren. Der Geschmack ist gerbstoffbetont, der Körper (Gehalt) gehaltvoll bis körperreich.

Portugieser

Der Portugieser gilt als unkomplizierter, fruchtiger und frischer Wein für jeden Tag. Die Trauben sind im Alkohol meist leichter als andere Rotweine. Bei deutlicher Ertragsreduzierung sind auch tiefrote, füllige und kraftvolle Rotweine möglich. Die Anbaufläche liegt bei 3064 Hektar, rund drei Prozent der gesamten deutschen Rebfläche. Die Farbe ist hell- bis rubinrot, das Aroma erinnert an Johannisbeeren und Erdbeeren. Der Geschmack ist gerbstoffmild, der Körper leicht bis mittelkräftig.

Trollinger

In Württemberg ist der Trollinger die meistangebaute Rotweinsorte und hat sich zu einem „schwäbischen Nationalgetränk“ entwickelt. Es ist ein frischer und unkomplizierter Wein für jeden Tag. Eine gewisse Restsüße verleiht den harmonischen Trinkweinen zusätzliche Süffigkeit. In der warmen Zeit sollte man Trollinger unbedingt leicht gekühlt servieren. Die Rebsorte wird auf einer Fläche von 2230 Hektar angepflanzt (Stand 2016, 2,2 Prozent der gesamten Anbaufläche). Die Farbe ist ziegelrot bis helles rubinrot, das Aroma erinnert an Erdbeeren, Johannisbeeren und Kirschen. Der Geschmack ist gerbstoffmild, der Körper (Gehalt) leicht bis mittelkräftig.

Schwarzriesling (Müllerrebe)

Insbesondere bei den Württembergern, aber nicht nur dort, erfreut sich der Schwarzriesling großer Beliebtheit. In offiziellen Rebsortenlisten findet man die Bezeichnung „Müllerrebe“. In Frankreich heißt die Müllerrebe „Pinot Meunier“ und gehört zu den drei Champagnerrebsorten. In Deutschland beschränkt sich der Schwarzriesling-Anbau weitgehend auf Baden-Württemberg. Dennoch erreicht die Sorte einen Anteil von zwei Prozent der deutschen Rebfläche (1995 Hektar).Die Farbe ist rubinrot, das Aroma erinnert an Johannisbeeren, Kirschen, Himbeeren und Brombeeren. Der Geschmack weist mittlere Gerbstoffe auf, der Körper ist mittelkräftig und gehaltvoll.

Die richtigen Probleme fangen an, wenn ich asiatisch koche. Ich liebe die asiatische Küche, speziell die thailändische. Viele thailändische Gerichte vereinen die unterschiedlichsten Aromen: süß, sauer  und scharf mit milden Komponenten kombiniert. Was für ein Wein soll dazu passen?

Vor längerer Zeit haben meine Frau und ich noch auf Wein verzichtet, weil keiner so richtig schmeckte. Und stattdessen Wasser oder Bier getrunken. Bis ich vor einigen Jahren Freunde zu einem thailändischen Essen eingeladen habe. Die Maßgabe: Sie sollten dazu passende Weine mitbringen.

Es gab unter anderem Hähnchen in Kokosmilch mit grüner Currypaste. Ein einfaches Gericht, aber sehr lecker. (Das Rezept: Hähnchenfleisch kleinschneiden und mit Stärke einreiben, damit die Kokosmilch später andickt. Zucchini kleinschneiden, mit Öl anbraten, ein Löffel grüne Currypaste dazu, bis es duftet. Eine Dose Kokosmilch dazu gießen, aufkochen lassen und das Hähnchenfleisch dazugeben, dass in kurzer Zeit gar ist. Zitronengras oder Kaffir-Blätter kurz mitkochen lassen, es funktioniert auch mit Zitronenabrieb. Zum Schluss mit Zucker, Zitronensaft und Fisch- oder Sojasauce und viel Thai-Basilikum würzen. Dazu Reis servieren)

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