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09.02.2014

15:10 Uhr

Jürgens Weinlese

Reifende Renditen

VonJürgen Röder

ExklusivAngesichts von Minizinsen auf dem Kapitalmarkt sind Wein-Investments eine Alternative. So ließen sich mit edlen Tropfen aus dem Bordeaux durchschnittlich elf Prozent Jahresrendite erzielen. Welche Weine kaufenswert sind.

Je älter, desto besser: Ein Wein von 1982 kann schon einmal 2.000 Euro kosten.

Je älter, desto besser: Ein Wein von 1982 kann schon einmal 2.000 Euro kosten.

Weine aus Bordeaux waren in den letzten beiden Jahren ein lukratives Investment. Diese Erkenntnis ergibt sich aus den aktuellen Daten von Wine-Stocks, einer Online-Plattform, die weltweit sämtliche Preise von Wein-Auktionen auswertet. „Liebhaber konnten Bordeaux-Weine in den letzten 24 Monaten zu sehr günstigen Preisen kaufen“, erläutert Ron Freund, CEO von Wine-Stocks. Abschläge von bis zu 40 Prozent auf die Spitzengewächse waren im Nachhinein eine sehr gute Chance, das Portfolio mit Bordeaux aufzustocken. Denn Ende 2013 kam es zu einer fulminanten Rally – der Index stieg allein in den vergangenen drei Monaten um bis zu 22 Prozent.

Jeder Index von Wine-Stocks, der sich auf eine Region oder ein Land bezieht, besteht aus den 50 meistgehandelten Spitzenweinen unterschiedlicher Jahrgänge. Hinzu kommen weitere globale Indizes, wie der WIN 100, gebildet aus den 100 Weinen verschiedener Jahrgänge weltweit.

Das Interessante an den Indizes: Die Wertentwicklung wird aus den Auktionspreisen gebildet, entspricht also realen Preisen, die Käufer für einen bestimmten Wein eines Jahrgangs bezahlt haben. Dadurch haben sie eine ähnlich hohe Aussagekraft wie ein Börsenindex. Sinkt das Handelsvolumen eines Weines deutlich, wird er ersetzt. So wurden im vergangenen Jahr im Weltindex Win 100, der zu 50 Prozent aus Bordeaux-Weinen besteht, vier edle Tropfen ausgetauscht.

Die zehn Weine mit der höchsten Wertentwicklung

1 Bordeaux Mouton Rothschild

Mouton Rothschild 1966,  Wertentwicklung: 133,46%

2 Rhone Clos des Papes

Chateauneuf du Pape   2001      Wertentwicklung: 108,14%

3 US-Kalifornien Abreu

Cabernet Sauvignon Madrona Ranch 1997, Wertentwicklung: 104,97%

4 US-Kalifornien Beaulieu

Cabernet Sauvignon Private Reserve 1974, Wertentwicklung: 104,27%

5 Rhone Clos des Papes

Chateauneuf du Pape 2007, Wertentwicklung: 98,27%

6 Australien-SA Penfolds

Grange 1984, Wertentwicklung: 91,18%

7 Bordeaux Mouton Rothschild

Mouton Rothschild 1974, Wertentwicklung: 88,99%

8 Bordeaux Leoville Las Cases

Leoville Las Cases 1985, Wertentwicklung: 86,53%

9 Bordeaux Petrus

Petrus  1979,  Wertentwicklung: 86,38%

10 Bordeaux Pavillon Rouge

Pavillon Rouge  2005, Wertentwicklung: 82,85%

Quelle: Wine-Stocks, Performance seit Januar 1996, jeweils 0,75 Liter-Flaschen             

Mehrfach sind im Bordeaux-Index (Bor-1) die Weingüter Lafite und Mouton Rothschild mit ihren gleichnamigen Spitzenweinen vertreten – jeweils mit unterschiedlichen Jahrgängen. Ein Beispiel für die Wertentwicklung der verschiedenen Jahrgänge: Der 1982er Lafite, der älteste Wein in diesem Index, kostet auf den weltweiten Auktionen fast immer mehr als 2.000 Euro.

Der Jahrgang 2008 Lafite hingegen ist durchschnittlich für 435 Euro erhältlich. „Es gibt aber keine Garantie, dass der Jahrgang 2008 Lafite im Laufe der Jahre für einen vierstelligen Preis verkauft werden kann“, meint Freund. Schließlich ist jeder Jahrgang anders. Nach mehreren schlechten Jahrgängen hintereinander steigen meist die Preise für ältere, gute Jahrgänge und umgekehrt.

Auch müssen die Weine entsprechend fachgerecht gelagert werden. Bei schlechter Lagerung – erkennbar am Füllstand der Flasche – muss der Verkäufer bei der Auktion deutliche Preisabschläge hinnehmen, oder er kann seine Flaschen nicht verkaufen. 

Doch Weine aus dem Bordeaux, das größte zusammenhängende Anbaugebiet der Welt für Qualitätswein, waren auch in den vergangenen 18 Jahren ein Investment wert. Der Bor-1-Index von Wine-Stocks ist seit seiner Auflegung zum Jahresanfang 1996 um 700 Prozent gestiegen; eine durchschnittliche Performance von mehr als elf Prozent jährlich. 

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