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04.05.2014

16:33 Uhr

Jürgens Weinlese

„Sicherer als Gold“

VonJürgen Röder

Experten erwarten eine steigende Nachfrage nach Spitzenweinen. Das dürfte auch die Preise der italienischen Top-Produkte beflügeln, die Nachholpotenzial haben. Welche Weine ein Investment wert sind.

Eine Auswertung des Auktionshauses Sotheby hat ergeben: Die Wertentwicklung von Ornellaia-Weinen war in den vergangenen Jahren eine solidere Investion gegenüber Investments wie Gold oder Erdöl. Getty Images

Eine Auswertung des Auktionshauses Sotheby hat ergeben: Die Wertentwicklung von Ornellaia-Weinen war in den vergangenen Jahren eine solidere Investion gegenüber Investments wie Gold oder Erdöl.

Italienische Spitzenweine sind weltweit begehrt. Aber deren Preise auf den Auktionen sind in den vergangenen Monaten gefallen. Das ergibt die Auswertung von Wine-Stocks, ein Unternehmen, das die Preise von Weinauktionen sammelt, verarbeitet und analysiert. (Mehr zu Wine-Stocks)

In den vergangenen 18 Monaten ist der italienische Weinindex, der aus 45 verschiedenen Weinen besteht, um mehr als 20 Prozent gesunken. „Für Weine aus der französischen Region Bordeaux war das Bild bis zum September 2013 das gleiche“, erläutert Ron Freund, CEO von Wine-Stocks. „Anschließend stiegen die Preise innerhalb von zwei Wochen um 20 Prozent“. Er erwartet einen ähnlichen Anstieg für italienische Weine, will sich aber auf den Zeitpunkt nicht festlegen. „Der Umkehrpunkt ist auf jeden Fall erreicht“. Er ist sich auch sicher: „Sollten die Zinssätze auf den globalen Märkten auch wenig steigen, so steigen mit Sicherheit auch die Preise bei den investmentfähigen Weinen.“

Italien ist Exportweltmeister in Sachen Wein und hat auch im vergangenen Jahr seine unangefochtene Führungsposition in Deutschland verteidigt. 38,5 Prozent aller importierten Weine in Deutschland stammten 2013 aus dem südeuropäischen Land, welches trotz seiner Vielfältigkeit mit einem schwächelnden Heimatmarkt zu kämpfen hat. 

Doch investmentfähige Weine aus dem südeuropäischen Land kommen im Prinzip nur aus zwei Regionen: Toskana und Piemont, der Heimat des Barolos, dem „Wein der Könige, Könige der Weine“. In dem italienischen Index von Wine-Stocks (ITAL-1) stammt nur ein Wein aus einer anderen Region: Der Amarone 2006 aus dem Hause Zenato in Venetien. Aus Piemont sind drei Barbaresco und 14 Barolos in dem Index, die restlichen 27 Weine stammen aus der Toskana.

Mehrere Experten erwarten eine steigende Nachfrage nach Spitzenweinen. Dieser Ansicht ist zum Beispiel auch das weltweit agierende Auktionshaus Sotheby’s. Seit 2010 gab es höhere Umsätze bei Top-Weinen. Interessant dabei ist Verschiebung der Handelsplätze. Noch 2010 und 2011 brachten die Auktionen in Hongkong Rekordwerte von mehr als 50 Millionen US-Dollar  - doppelt so viel wie in London und New York, wo nur 15 beziehungsweise 20 Millionen Dollar zustande kamen.  Seit 2012 sind die Sammler wieder nach London und New zurückgekehrt -  vermutlich auch ein Ergebnis der strengeren Regulierung der chinesischen Politik bei Luxus-Produkten.

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