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16.06.2013

13:34 Uhr

Jürgens Weinlese

Vom Designerwein zum authentischen Tropfen

VonJürgen Röder

Wein ist wie Mode. Der Geschmack ändert sich im Lauf der Zeit, Winzer und Designer müssen sich bei der Produktion ihrer Ware ständig umstellen. Welche Ausbaustile in der Weinszene gerade aktuell sind.

Weinliebhaber Jürgen Röder.

Weinliebhaber Jürgen Röder.

Wie entwickeln sich Weinstile? Was sind aktuelle Trends? Für mich spannende Fragen, auf die ich vor etwas längerer Zeit Antworten erhalten habe. Im Rahmen eines spannenden Vortrags von Professor Ulrich Fischer vom Kompetenzzentrum Weinforschung Rheinland-Pfalz.   

Naturweine waren „in“ – zumindest in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Achtung: nicht zu verwechseln mit Bioweinen. Bei Naturweinen galt die Maxime im Keller: so wenig wie mögliche andere Stoffe zusetzen. Das mag sich schön anhören, das Resultat war aus heutiger Sicht aber ein anderes: Es gab viele sogenannte Weinfehler, unerwünschte Geschmacks- und Geruchsrichtungen oder optische Eindrücke. Und oftmals eine hohe Restsüße.

Das änderte sich in den achtziger und neunziger Jahren mit den Designerweinen. Salopp formuliert: Mit intensiver Arbeit wollten die Winzer unabhängig von Witterung und Ernte Jahr für Jahr ihre Produkte geschmacklich immer auf exakt gleichem Level zu den Kunden bringen. Reinzuchthefen wurden für die Gärung eingesetzt; die Weine reiften verstärkt in Barrique-Fässern.

Diese meist 225 Liter großen Holzfässer werden eingesetzt, um das Aromaspektrum und die Gerbstoffe mit Komponenten aus dem Holz, wie z.B. Vanillegeschmack, abzurunden. Vor allem US-Winzer setzten für diese Designerweine High-Tech-Methoden ein. Das Ergebnis: Die Geschmacksvielfalt nahm aufgrund der Konformität ab.

Und nun? Aktuell sind laut Fischer authentische Weine gefragt. Weine, die das „Terroir“ der Umgebung in der Flasche wiedergeben sollen. Und als Kontrapunkt zu den Designerweinen sind individuelle Ausbaustile gefragt.

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