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07.04.2017

12:35 Uhr

Kantinenkritik „Cidade da Cultura“

Picknick im Eichenwald

VonSandra Louven
Quelle:Handelsblatt Magazin

Santiago de Compostela ist als Pilgerziel des Jakobswegs berühmt. Wer sich nach den Strapazen der Wanderung stärken will, findet unweit des Zentrums eine tolle Kantine in modernem galicischen Stil – und mit Auszeichnung.

Kulinarisches Kleinod mit fairen Preisen. Ofelia de Pablo & Javier Zurita für Handelsblatt Magazin

Blick in die „Cantina do Gaiás“

Kulinarisches Kleinod mit fairen Preisen.

Santiago de CompostelaDie sogenannte Kulturstadt in Santiago de Compostela ist mit ihrer Ausstellungsfläche von 6.600 Quadratmetern ein Beispiel spanischer Immobiliengigantomanie. Vom US-Stararchitekten Peter Eisenman entworfen, wird die „Cidade da Cultura“ mangels Besuchern inzwischen von Firmen für Büros oder Veranstaltungen genutzt. Mittendrin versteckt sich ein kulinarisches Kleinod, das die wenigsten Touristen kennen: das „A Cantina do Gaiás“, 2012 mit dem Designpreis „Restaurant & Bar Design Awards“ für die beste Kantine und das beste Restaurant ausgezeichnet. Das galicische Architekturbüro, das die Kantine entworfen hat, hat sie mit Symbolkraft aufgeladen: Zwei lange Tische unter hellen Holzbäumen stehen für die galicische Tradition, sich im Frühling mit Familie und Freunden in den Eichenwäldern zum Picknick zu treffen. Die Bar besteht aus bunten Steinen, die an die farbenfrohen Häuser der Küste in Nordspanien erinnern.

Das tägliche „Picknick“ besteht aus einem Drei-Gänge-Menü für 9,50 Euro inklusive Getränk und Brot. Ein absolut fairer Preis für das, was Gastrochef Ramón Sixto bietet. Die Schinkentimbale ist eine rustikale Vorspeise aus Schinken und Kartoffeln mit Paprikadip. Die Dorade schmeckt köstlich – auch wenn die Zahl der Gräten nicht ganz risikolos ist. Der Nachtisch aus Joghurt mit Waldbeersauce rundet das gesunde Essen ab.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N° 2 – April 2017. Weitere Themen dort u.a.:

Die Ess-Klasse: Drei Star-Köche über Geld, Sterne- und TV-Ruhm, Foodblogger und die Marotten ihrer Gäste.
Wolfsburg – Silistra: Das Europa der zwei Geschwindigkeiten in eindrucksvollen Bildern
Ortstermin: Brüssels Geheimnisse
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Sixto ändert sein Angebot möglichst oft, denn er ist der Einzige, der in der einsam gelegenen „Cidade da Cultura“ auf dem Berg Gaiás etwas zu essen anbietet. Neben der Kantine betreibt er noch „O Roupeiro“. Der kleine Raum, von denselben Architekten entworfen, hat das Design eines Kleiderschranks. Hier gibt es frischen Kaffee und kleine Snacks.

Die Kantine bietet dagegen täglich zwei Vorspeisen und zwei Hauptgänge zur Wahl plus einen Nachtisch. Rund 90 Menüs serviert Sixto täglich an den zwei Picknicktafeln, an die insgesamt 35 Leute passen. Zwar stehen sie auch Besuchern offen – doch von denen kommen weit weniger als erhofft.

Foto: Andreas Körner für Handelsblatt Magazin

Foto: Ofelia de Pablo & Javier Zurita für Handelsblatt Magazin

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