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05.10.2017

12:35 Uhr

Kantinenkritik Erste Group in Wien

Ferner Osten am Wiener Hauptbahnhof

VonHans-Peter Siebenhaar
Quelle:Handelsblatt Magazin

Die auf Osteuropa spezialisierte Wiener Bank Erste Group verwöhnt ihre anspruchsvollen Mitarbeiter in der Konzernzentrale mit Spezialitäten aus Asien. Die Kantine wird dabei selbst zum Profitcenter.

Auch externe Besucher kommen gerne – vor allem abends. Andreas Jakwerth für Handelsblatt Magazin

Blick ins „Iki“

Auch externe Besucher kommen gerne – vor allem abends.

WienMit einer Kantine hat das „Iki“ eigentlich so wenig zu tun wie ein Luxushotel mit einer Jugendherberge. Das asiatische Restaurant auf dem nagelneuen, gläsernen Campus der Erste Group am Wiener Hauptbahnhof ist das kulinarische Aushängeschild des auf Österreich und Osteuropa spezialisierten Finanzkonzerns. In der lang gezogenen Halle mit ihrer hohen Glasfront stehen Sitzbänke in Pastellfarben und weiße Rundtische mit schwarzen Sesseln. Von der Decke schweben bronzene Leuchten herab, die aus dem Palast der Republik stammen könnten. Der Ausblick ist derzeit bescheiden, gegenüber entsteht ein Bürohochhaus. Aber die Besucher blicken hier ohnehin lieber auf den Teller.

Das kulinarische Konzept entstand aus der Zusammenarbeit mit dem in Wien beliebten, Japan-inspirierten „Mochi“-Restaurant. Als Starter serviert die Küche Sojabohnen, die mit frischem Meerrettich sehr schmackhaft sind. Der eigentliche Menü-Auftakt: „Ponzu Wakame“, ein Seetangsalat mit Gurke, Avocado und Miso – ein Genuss. Als Hauptgang wird gegrilltes Lachsfilet serviert, das mit eingelegten Sesam-Gurken und der Teriyaki-Sauce wunderbar harmoniert, aber mit etwas zu viel Reis auf den Teller kommt. Das Finale liefert ein Mochi-Eis-Trio.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N° 5 – Oktober 2017. Weitere Themen dort u.a.:

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„Das Iki war vom ersten Tag an voll“, erzählt Astrid Kahl-Schaban, die Chefin der konzerneigenen Restauranttochter mit 160 Mitarbeitern. Insgesamt stehen den 5.000 Mitarbeitern fünf Restaurants zur Verfügung. 27 Euro kostet das Vier-Gänge-Menü – nicht gerade billig. Doch in Wien sitzt das Geld für kulinarische Genüsse durchaus locker. Immerhin wird jedes Mittagessen mit knapp vier Euro von der Bank bezuschusst. Seit der Eröffnung steht das „Iki“ auch externen Besuchern zur Verfügung. Und die kommen gern – vor allem abends. „Mittags sind noch 90 Prozent unserer Gäste Mitarbeiter, abends haben wir bereits 80 Prozent externe Gäste“, sagt Kahl-Schaban. So wird selbst die Gastronomie der Erste Group zum Profitcenter.

Foto: Stephanie Füssenich für Handelsblatt Magazin

Foto: Andreas Jakwerth für Handelsblatt Magazin

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