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05.05.2017

08:47 Uhr

Kantinenkritik Universal in Berlin

Da ist Musik drin

VonChristian Wermke
Quelle:Handelsblatt Magazin

Schallplatten an den Wänden, eine Terrasse direkt an der Spree: Die Berliner Kantine des Musikkonzerns Universal bietet weit mehr als nur einen Platz zur schnöden Nahrungsaufnahme. Doch die Salzstreuer sind verräterisch.

Essen mit Helene Fischer auf Schellack. Wolfgang Stahr für Handelsblatt Magazin

„Eatside“-Kantine

Essen mit Helene Fischer auf Schellack.

Berlin„Eierspeicher“ hieß das Gebäude im Berliner Osthafen ursprünglich. Zu DDR-Zeiten lagerten in dem Kühlhaus West-Lebensmittel. Seit 15 Jahren sitzt hier die Deutschland-Tochter des weltgrößten Musiklabels: Universal Music. Und noch immer gibt es Lebensmittel – allerdings nicht tiefgekühlt, sondern frisch.

Im „Eatside“, wie das Betriebsrestaurant seit 2015 heißt, ist alles auf Musik getrimmt. Schallplatten der eigenen Stars hängen an den Wänden: von Helene Fischer bis Tocotronic. Daneben stehen auf hölzernen Regalen Kaffeetassen von Mando Diao oder Nelly Furtado. Das Beeindruckendste aber ist die Umgebung: Die Terrasse liegt direkt an der Spree, der Blick geht auf die Oberbaumbrücke, eines der schönsten Bauwerke Berlins, das Friedrichshain mit Kreuzberg verbindet, in der direkten Nachbarschaft der berühmten East-Side-Gallery-Mauerreste.

Täglich gibt es in der Universal-Kantine fünf Gerichte zur Auswahl, eines vegetarisch. Die Salatbar bietet eine knackige Auswahl. Die Pasta aus dem Wok sind geschmacklich gut, aber etwas weich. Das großartige Apfelküchlein lässt das gleich wieder vergessen. Sechs bis sieben Euro kosten die Gerichte, Nudeln sind deutlich günstiger. Mit 2,70 Euro pro Tag bezuschusst Universal seine Mitarbeiter, für die das Restaurant mehr ist als ein Platz zur Essensaufnahme. Viele verabreden sich hier zu lockeren Meetings.

Dieser Text ist entnommen aus dem Handelsblatt Magazin N° 3 – Mai 2017. Weitere Themen dort u.a.:

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Nur der Blick auf die Pfeffer- und Salzstreuer verrät, wer hinter der Kantine steckt: die Firma Aramark, einer der größten Betreiber von Betriebsrestaurants. Dabei ist das „Eatside“ eine der wenigen öffentlich zugänglichen Kantinen. 60 Prozent der Gäste kommen vom Musiklabel, der Rest von umliegenden Firmen. Touristen dürfen ebenfalls rein. Die Räume werden sogar für Events wie Hochzeiten vermietet. Universal organisiert zudem eigene Veranstaltungen zwischen Kantine und Foyer. Stars wie Joy Denalane, Andrea Bocelli oder Mike Posner haben hier schon gespielt. Ob sie auch was gegessen haben, ist nicht bekannt.

Foto: Wolfgang Stahr für Handelsblatt Magazin

Foto: Wolfgang Stahr für Handelsblatt Magazin

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