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27.04.2011

17:51 Uhr

Kate & William im Internet

Die multimediale Attacke der britischen Royals

Ob Website, Facebook oder Youtube: das britische Königshaus bestückt fleißig alle Kanäle - und beeinflusst damit auch die Stimmung im Web. Aber auch Betrüger springen auf den Zug auf.

So sieht die offizielle Website zur Hochzeit aus. Quelle: dpa

So sieht die offizielle Website zur Hochzeit aus.

London/BerlinZur Hochzeit von Charles und Diana hatten Royal-Fans noch Pech: Vor 30 Jahren mussten sie ohne das Internet auskommen. Doch jetzt, zur königlichen Trauung der nächsten Generation, gibt es kein Halten mehr. Abgesehen von der üppig bestückten offiziellen Website sprießen Facebook-Gruppen aus dem Boden, Firmen nutzen die Hochzeits-Euphorie für Werbe-Aktionen im Netz, für unterwegs gibt es Smartphone-Apps und auch Online-Kriminelle schlagen zu.

Manche mögen die britische Monarchie als veraltete Institution abtun - doch was Online-Aktivitäten angeht, ist das Königshaus auf der Höhe der Zeit und belegt alle denkbaren Kanäle. Die offizielle Website zur Hochzeit wird mehrmals am Tag aktualisiert. Für zwischendurch gibt es Info-Schnipsel über den Kurznachrichtendienst Twitter, zum Beispiel über das Anliefern der Deko-Bäume für Westminster Abbey.

Während der Hochzeitszeremonie wird in der Westminster Abbey striktes Twitter-Verbot herrschen. Es wurden technische Vorkehrungen getroffen, die das Benutzen von Mobiltelefonen innerhalb der Kathedrale unmöglich machen. Die Royals wollen so verhindern, dass es unkontrollierte Mitteilungen während der Trauung direkt aus der Kirche gibt. Die königliche Familie selbst soll das Zwitscher-Verbot in der Kirche vorgeschlagen haben.

Auf Informationen aus erster Hand aus Westminster Abbey muss die Netzgemeinde trotzdem nicht verzichten. Auf der Videoplattform YouTube gibt es einen „Royal Channel“, wo am Freitag auch die Zeremonie übertragen wird.

Wer soll das bezahlen?

Das Zahlen die Royals

Vor der königlichen Hochzeit beantwortet der englische Hof in seinem Material zur Hochzeit eindeutig die Fragen nach den Kosten: „Die Königliche Familie, mit einer privaten Beteiligung der Middleton-Familie, zahlt für alles, was direkt die Hochzeit betrifft (zum Beispiel Gottesdienst, Blumen, Kutschen-Prozession, Empfang und Feier).“

Das zahlt der britische Staat

„Die Regierung und andere Organe tragen die Kosten für die Maßnahmen, die sich als Konsequenzen der Hochzeit ergeben.“ Damit ist unter anderem der gesamte Einsatz der Sicherheitsdienste gemeint.

Das kostet die Sicherheit

Die Hochzeit wird von 5.000 Polizisten gesichert. Die Kosten dafür werden auf 20 Millionen Pfund (22,5 Millionen Euro) geschätzt. Dem Staat entstehen jedoch weitere, deutliche höhere Kosten.

Diese Extrakosten fallen an

So müssen allen öffentlichen Bediensteten, die am 29. April im Dienst sind, Feiertagszuschläge in Höhe von 60 bis 100 Prozent ihres Tagesgehalts gezahlt werden. Die monarchie-kritische Organisation Republic schätzt die Zusatzkosten allein für das Gesundheitswesen auf 200 Millionen Pfund.

Beim weltgrößten Online-Netzwerk Facebook kann man Fan von „The British Monarchy“ werden. Wer Interesse an der Hochzeit als Facebook-Event zeigt, wird mit Updates gefüttert - und kann auch seine Online-Freunde einladen. Wenn sich jemand den Ort der Zeremonie im Westminster Abbey im Detail ansehen möchte: Da gibt es eine App dafür. Mit „Abbey 3D“ kann man auf iPhone, iPad und Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android virtuell durch die ehrwürdigen Hallen streifen - für 3,99 Euro, die aber gespendet werden sollen. Klatschblätter wie „Hello!“ versorgen Nachrichten-Junkies über eigene Apps kostenlos mit den neuesten Gerüchten und Bildergalerien.

Kommentare (1)

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Nachdenker

28.04.2011, 12:38 Uhr

Brot und Spiele.
Ich frage mich, ob die "prophezeiten" 2 Mrd. angeblichen Zuschauern bzw. "virtuellen Untertanen" nicht doch ein Ergebnis von größenwahnsinnigem Wunschdenken ist.
Wen interessiert es denn wirklich, wie ein Prinz Pickelgesicht eine Miss Lifting heiratet? Das ist doch genauso bedeutend wie die Zusammensetzung von Michael Jacksons letztem Furz.
Oder gibt es jetzt "Big Brother-Royal"?

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