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20.08.2011

10:41 Uhr

Kessler-Zwillinge

Die „Königinnen des Tanzes“ werden 75

Frank Sinatra, Elizabeth Taylor, Sammy Davis jr. und Fred Astaire: Die Kessler-Zwillinge kannten sie alle. Elvis Presley gaben sie sogar einmal einen Korb. Heute wird der blonde Doppelpack 75 - und hat noch große Pläne.

Die deutschen Zwillinge Alice und Ellen Kessler im Pariser Lido. Sie standen in der ganzen Welt auf der Bühne - alles im Doppelpack. Quelle: dpa

Die deutschen Zwillinge Alice und Ellen Kessler im Pariser Lido. Sie standen in der ganzen Welt auf der Bühne - alles im Doppelpack.

GrünwaldEs gibt Stars, die gibt es eigentlich nur im Doppelpack. In Hollywood sind das zum Beispiel die Coen-Brüder oder die Olsen-Twins. In Deutschland sind es vor allem die Kessler-Zwillinge. Am Samstag werden Alice und Ellen, die „Königinnen des Tanzes“, 75 Jahre alt. Heute leben sie gemeinsam in einem Haus im Münchner Nobelvorort Grünwald, jede hat dort ihren eigenen Bereich. Denn - das haben die Schwestern nach mehr als sieben Jahrzehnten Seite an Seite gelernt: Nähe ist gut, zu viel Nähe kann nerven.

„Wir können uns den ganzen Tag sehen, wir müssen aber nicht“, sagt Alice Kessler der Nachrichtenagentur dpa. „Wir haben eine große Schiebetür im Wohnzimmer.“ Zu ihrem Ehrentag können sich die Zwei vor Interview-Anfragen kaum retten - zum Unverständnis der Schwestern. „So ein 75. Geburtstag ist doch nicht so etwas Aufregendes.“

Privater Tanzunterricht in Paris: Alice (l) und Ellen Kessler. Quelle: dpa

Privater Tanzunterricht in Paris: Alice (l) und Ellen Kessler.

Dabei hat es die Geschichte hinter diesen 75 Jahren durchaus in sich. Lange galten die beiden Blondinen als fleischgewordene Männerträume und als die erfolgreichsten deutschen Show-Exporte. Sie tanzten erst in der DDR, nach der Flucht der Familie in den Westen dann in Düsseldorf, in Paris - und tourten schließlich um die ganze Welt.

Sie hatten sogar das Angebot, mit Elvis Presley in dem Film „Viva Las Vegas“ aufzutreten. Doch das sagten sie ab - aus Angst, auch in Amerika auf Filme mit Musik und Tanzauftritten festgelegt zu sein. „Filmerettchen“ nennen die Schwestern diese Streifen. „Und darum haben wir das nicht gemacht“, sagt Ellen. „Unser Manager, der hätte uns schlagen können.“ Sonderlich beeindruckt vom „King“ waren die beiden ohnehin nicht. „Wir sind nicht dahingeschmolzen. Wir waren cool und das hat er nicht verkraftet. Da war er sehr gehemmt.“

Presley war nicht der einzige große Name im Bekanntenkreis der Zwillinge - die Kesslers kannten sie alle: Frank Sinatra und Elizabeth Taylor, Sammy Davis jr. und Fred Astaire. „Beeindruckt haben sie uns alle, aber ganz privat hat uns Fred Astaire beeindruckt, weil er so bodenständig war und gar nicht abgehoben. Das war wunderbar“, sagt Alice. Ein Rockstar-Leben aber hätten sie, die beide nie geheiratet haben, nie geführt. „Wir haben hart gearbeitet“, sagt Ellen heute. „Abgehoben sind wird nie. Wir kennen keine Drogen, keine Alkoholexzesse - wie die arme Amy Winehouse.“

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