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08.08.2013

15:43 Uhr

Kleiderregeln fürs Büro

Einheitliche Dresscodes waren gestern

VonMarie Mertens

Fixe Kleiderregeln in deutschen Unternehmen sind out. Selbst Banken verzichten auf festgeschriebene Dresscodes. Eine Liste von No-Gos hält sich dennoch, die totale Kleider-Anarchie gibt es in keinem Unternehmen.

In Anzug und Krawatte treten die beiden Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain (links) und Jürgen Fitschen, auf der Hauptversammlung auf. Einen einheitlichen Dresscode gibt es bei der Bank aber nicht. Reuters

In Anzug und Krawatte treten die beiden Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain (links) und Jürgen Fitschen, auf der Hauptversammlung auf. Einen einheitlichen Dresscode gibt es bei der Bank aber nicht.

Dresscodes sind von Mitarbeitern gefürchtet. Dabei existieren einheitliche Kleiderregeln heutzutage nur noch in wenigen Unternehmen und hängen von der Branche und Position ab. Bei Kundenkontakt bleiben Anzug und Krawatte ein Muss.

Wie das Beispiel Deutsche Bank zeigt, werden in der Bankenbranche mittlerweile keine offiziellen Kleiderordnungen mehr festgelegt. „Wir haben keinen einheitlichen Dresscode“, sagt eine Pressesprecherin gegenüber Handelsblatt.com. „Unsere Mitarbeiter kleiden sich so, wie es die Kunden erwarten. Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht.“ Stehen die Mitarbeiter in Geringerem oder gar keinem direkten Kontakt mit Kunden, sei es völlig akzeptabel, sich etwas legerer zu kleiden.

Ähnlich sieht es in der Versicherungsbranche aus. Bei der Allianz Deutschland gibt ebenfalls keinen einheitlichen Dresscode. „Die Kleiderwahl unserer Kollegen hängt stark von ihrem Aufgabengebiet und den anstehenden Terminen ab“, sagt Maximilian Schumacher, der bei der Allianz im Referat Personalmarketing für die Rekrutierung von Vorstandsassistenten zuständig ist. So tragen beispielsweise Vorstandsassistenten jeden Tag einen Anzug, da sie häufig die Vorstände bei Terminen und Sitzungen begleiten. Kollegen, die abteilungsinterne Termine wahrnehmen, sehe man öfter in Stoffhose und Hemd oder Pullover und im Sommer mit Poloshirt.

Im direkten Kundenkontakt ist es der Allianz jedoch wichtig, dass ihre Mitarbeiter nicht nur mit ihrem Fachwissen und einer guten Beratung überzeugen, sondern auch durch ein gepflegtes Äußeres. „Die Wahl der richtigen Kleidung ist durchaus ein Zeichen von Wertschätzung gegenüber den Kollegen und externen Geschäftspartnern“, fügt der Manager hinzu. Ein Anzug ist bei Kundenkontakt und repräsentativen Aufgaben deshalb Pflicht.

Um sicherzustellen, dass die Mitarbeiter stets passend gekleidet sind, bietet das Unternehmen eine „Allianz Corporate Collection“ an. In einem internen Onlineshop können Mitarbeiter Blusen, Hemden und Krawatten mit dezentem Allianz-Branding zu humanen Preisen kaufen. „Das ist ein Angebot, das gerne angenommen wird“, so Schumacher. Das Unternehmen sei jedoch weit davon entfernt, die Kollegen uniformieren zu wollen.

Trotz Anzugpflicht kann laut Schumacher der einzelne Mitarbeiter der Allianz durch Socken, Krawatten oder einem Einstecktuch seinen persönlichen Stil zum Ausdruck bringen und sich von der Masse abheben. So trägt beispielsweise Vertriebsmanager Ralph Reimesch eine Fliege – und zwar jeden Tag eine andere.

Kommentare (2)

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Spaethippie

08.08.2013, 18:21 Uhr

ich trag immer Trekkingsandalen und Blümchenkleider - außerdem hab ich mir fürs Haar so schöne Kunststoffblumen gekauft in allen möglichen Farben. Ab wann beginnt denn eine angemessene Rocklänge?

Hingucker

09.08.2013, 09:05 Uhr

Das hängt sowohl von Ihrer Kompetenz wie auch von Ihren Beinen ab; denn auch wenn man "lieber mit Kompetenz als mit dem Outfit" überzeugen möchte, überzeugen möchte man, und da kann ein "Plan B" (Outfit) ja nicht schaden.

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