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19.07.2011

10:39 Uhr

Kochbuch der Seenotretter

SOS steht auch für Senf oder Sahne

Sie retten Menschenleben aus rauer See, doch am Herd sind sie verspielt. Seenotretter haben Einblick in ihre Kombüse gewährt und verraten in einem Kochbuch die schönsten Rezepte - von Schlickwurmpfanne bis Huhn auf Dose.

Dei Autorin Silke Arends schaute mehrere Seenotrettern wie Rettungsmann Ingo Heuser beim Brutzeln über die Schulter. Quelle: dpa

Dei Autorin Silke Arends schaute mehrere Seenotrettern wie Rettungsmann Ingo Heuser beim Brutzeln über die Schulter.

BremenDie Seenotretter würden sich selbst so nie bezeichnen, aber es stimmt: Sie sind Helden. Unermüdlich sind sie auf Nord- und Ostsee im Einsatz, um Menschen in der Not zu helfen. Viele verunglückte Matrosen, gekenterte Hobbykapitäne oder abgetriebene Surfer verdanken ihnen ihr Leben. Doch Helden müssen auch essen - und selbst wenn das nicht ganz ins Bild von den harten Kerlen passt, viele von ihnen schwingen mit großer Begeisterung den Kochlöffel.

Hausmannskost mit Kartoffeln und viel Fleisch, Hack in jeglicher Form und natürlich Fisch stehen ganz weit oben auf dem Speiseplan.

Aber auch Gerichte mit klanghaften Namen wie Norderneyer Retter-Teller, Schlickwurmpfanne und Sassnitzer Blechdorsch entstehen in den Kombüsen der Rettungskreuzer. Die Emder Autorin Silke Arends hat mehreren Besatzungen beim Brutzeln über die Schulter geschaut und die schönsten Rezepte in einem „Seenotretter-Kochbuch“ zusammengetragen.

Dafür besuchte sie 14 Stationen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremerhaven. Und eines lernte Arends dabei ganz schnell. Dosenravioli und Tütensuppen werden an Bord nicht stapelweise gehortet. „Danach habe ich vergeblich gesucht.“ Die Seenotretter legen großen Wert auf ein leckeres Essen mit frischen und gesunden Zutaten. „Die Dose gibt es wirklich nur zu Not.“

Solange die Rettungsschiffe im Hafen liegen, kommt pünktlich um 12.00 Uhr das Mittagessen auf den Tisch. Am Herd wechseln sich die Männer meistens ab. Manche können richtig gut kochen und experimentieren gerne, andere verlassen sich lieber auf einfach zuzubereitende Klassiker. Ingo Henser, Maschinist auf dem im ostfriesischen Hooksiel beheimateten Kreuzer „Vormann Steffens“ gehört zur ersten Gattung. Sein Geheimtipp: Senf. Damit lasse sich so manches Gericht retten, verrät er im Buch.

„SOS könnte bei den Seenotrettern auch für Senf oder Sahne stehen“, erläutert Arends. Denn eins von beiden findet sich meistens auf dem Teller wieder. Neben Grillhaxe, Senfeiern, Schmorgurken und anderen gutbürgerlichen Rezepten hat die Seenotretter-Küche auch exotische Kreationen zu bieten. Viele der Besatzungsmitglieder sind früher zur See gefahren und haben sich von den Esskulturen in anderen Ländern inspirieren lassen. Mit Currypulver, Kümmel, Nelken und Piment sind die Gewürzregale in den Kombüsen immer gut gefüllt.

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