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14.07.2011

09:53 Uhr

Krebsleiden durch Tschernobyl

Die Klitschkos trauern um ihren Vater

Wladimir und Vitali Klitschko trauern um ihren Vater Wladimir Rodionowitsch. Der Vater der Boxweltmeister erlag einem schweren Krebsleiden, er musste nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl im Unglücksreaktor arbeiten.

Wladimir Rodionowitsch Klitschko (rechts) mit seinen Söhnen Vitali (links() und Wladimir. Die Boxweltmeister sprachen erstmals in dem Dokumentarfilm "Klitschko", der am 15. Juni Kinopremiere feierte, über das schwere Krebsleiden ihres Vaters. Quelle: dapd

Wladimir Rodionowitsch Klitschko (rechts) mit seinen Söhnen Vitali (links() und Wladimir. Die Boxweltmeister sprachen erstmals in dem Dokumentarfilm "Klitschko", der am 15. Juni Kinopremiere feierte, über das schwere Krebsleiden ihres Vaters.

Die boxenden Brüder Vitali und Wladimir Klitschko betrauern den Tod ihres Vaters. Wladimir Rodionowitsch Klitschko ist am Mittwoch seinem schweren Krebsleiden erlegen. Das gab Vitali Klitschko auf der Website seiner Partei Udar bekannt. Klitschko senior wurde 64 Jahre alt.

„Beide Brüder waren am Boden zerstört, als sie von der Nachricht gehört haben“, sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte dem Sportinformationsdienst (SID). Wladimir Klitschko war noch am Dienstag Ehrengast beim Pferdesportfest CHIO in Aachen, reiste am Mittwoch nach der tragischen Nachricht aber sofort nach Kiew. „Es war schon länger klar, dass der Vater nicht mehr lange zu leben hatte. Beide Brüder nahmen zuletzt nur noch die
Termine wahr, die schon seit langer Zeit feststanden“, berichtete Bönte.

Als Oberst der Luftwaffe war Klitschko Liquidator nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl im April 1986. Vermutlich ist die Krebs-Erkrankung auf die Strahlenbelastung bei dieser Tätigkeit zurückzuführen. Die beiden Box-Weltmeister haben erstmals anlässlich der Premiere ihres biographischen Dokumentarfilms vor vier Wochen über die Erkrankung ihres Vaters gesprochen.

Von

dapd

Kommentare (1)

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14.07.2011, 10:57 Uhr

"Vermutlich ist die Krebs-Erkrankung auf die Strahlenbelastung bei dieser Tätigkeit zurückzuführen." Wirklich? "Tschernobyl" war vor 25 Jahren. Vor 25 Jahren wurden Menschen in skandalöser Weise höchster Gefahr ausgesetzt, praktisch ohne Schutz, nachdem das Regime zuvor vom technischen Konzept her unsichere Reaktoren hatte aufstellen lassen, deren Hauptzweck in der Herstellung von waffenfähigem Plutonium lag. Etwa 30 Personen (Kraftwerkspersonal und "Liquidatoren") starben an akuter Strahlenkrankheit, weitere erkrankten an dieser, an Krebs oder anderen Leiden. Im Gegensatz zu "Fukushima" war "Tschernobyl" tatsächlich eine Katastrophe.

Aber etwas anderes sollte man beachten. Menschen erkranken an Krebs - überall auf der Welt. In Deutschland liegt die Wahrscheinlichkeit, irgendwann im Laufe des eigenen Lebens einen Tumor zu entwickeln, bei etwa 42 Prozent. Die Ursachenanalyse im Einzelfall ist oft spekulativ und auf Plausibilitätsanalysen angewiesen. Die Gefahr besteht, daß im Nachhinein aus politischen Gründen jeder einzelne Krebsfall eines Menschen, der irgendwann erhöhter Strahlung ausgesetzt war, als Strahlungsopfer interpretiert wird. Hier kann dann nur die statistische Gesamtschau helfen. Nur scheitert die in der Realität an massiven methodischen Problemen.

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