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05.08.2012

09:28 Uhr

Marilyn Monroe

Sexsymbol im goldenen Hollywood-Käfig

50 Jahre nach dem mysteriösen Tod von Marilyn Monroe rätselt das Showgeschäft immer noch über ihr Erfolgsgeheimnis. Kopieren wollten sie viele, geschafft hat es keiner. Eine Spurensuche.

„Ich glaube, meine Liebe, wenn das das richtige Wort ist, war vor allem das herrlich berauschende Gefühl, begehrt, geliebt und umhegt zu werden.“ (Marilyn Monroe nach ihrer Ehe mit James Dougherty) dapd

„Ich glaube, meine Liebe, wenn das das richtige Wort ist, war vor allem das herrlich berauschende Gefühl, begehrt, geliebt und umhegt zu werden.“ (Marilyn Monroe nach ihrer Ehe mit James Dougherty)

BerlinBlondes Haar, verführerischer Augenaufschlag und ihre vollen, roten Lippen hauchen „I Wanna Be Loved By You“: Marilyn Monroe. Sie war eine der am meisten fotografierten Frauen des 20. Jahrhunderts und wurde als Sex-Symbol Ikone für ein ganzes Zeitalter. „MM“ starb vor 50 Jahren, aber der Mythos Marilyn ist lebendiger denn je. Ihr früher Tod 1962 schuf die Basis. „Andere Stars wurden älter, aber die Monroe blieb das Gesicht, das wir aus ihren Filmen kennen“, sagt Peter Schnug, Filmhistoriker aus Düsseldorf.

Der 49 Jahre alte Sammler („Seit meinem zwölften Lebensjahr liebe ich Marilyn“) hat ein Archiv aus rund 80.000 Drehbüchern, Fotos, Büchern, persönlichen Dokumenten, privaten Film- und Tonaufnahmen der Schauspielerin zusammengestellt. Mit dem „Marilyn Monroe Information Center“ ist Schnug zudem seit 15 Jahren im Internet präsent.

„Marilyn verkörperte den amerikanischen Traum und ließ das Märchen vom Aschenputtel wahr werden. Sie kam aus einfachen Verhältnissen, wurde zum Filmstar in Hollywood und damit schon zu Lebzeiten eine Legende“, erzählt Schnug. Ihre größte Rolle war die der Marilyn, denn die Flitter-Fee war ein Kunstprodukt, „die reine Maske“.

Geboren als Norma Jeane Mortenson (und getauft als „Norma Jean Baker“, also mit einem anderen Nachnamen wegen unterschiedlicher Partner ihrer Mutter; und auch der zweite Vorname wurde in verschiedenen Dokumenten anders geschrieben) hat sie Ende der 40er Jahre - damals schon ein erfolgreiches Model - zusammen mit einem Visagisten den „Monroe-Look“ entwickelt: den blonden Vamp, naiv und sexy. „Das wurde ihr nicht nur von der Filmgesellschaft übergestülpt, zu drei Vierteln hat sie es selbst getan“. Anfangs zumindest, dann kämpfte sie lange gegen das Image vom personifizierten Blondinenwitz.

Zum Mythos gehört auch, dass Norma Jeanes Biografie dem Marilyn-Bild angepasst wurde. Für das Image vom blütenreinen Star wurde vertuscht und gelogen. Die psychisch kranke Mutter wurde ebenso verschwiegen wie Marilyns chronisches Frauenleiden Endometriose (Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut) - unpassend in der sauberen Glanzwelt Hollywoods, das die Kunstfigur gnadenlos vermarktete.

Bei der Beschreibung ihres Lebens verschwammen Realität und Fiktion immer mehr. Fakt ist: Sie hatte drei Ehemänner, darunter der Dramatiker Arthur Miller („Hexenjagd“). Filme hinterließ sie 32 an der Zahl, darunter „Manche mögen's heiß“ als größter Erfolg.

Die erfolgreichsten Filme mit Marilyn Monroe

1948

„Die Marx Brothers im Theater“ (Love Happy): In einer Nebenrolle macht Marilyn Monroe als verführerische Kundin dem Detektiv Groucho Marx schöne Augen (Regie: David Miller).

1953

„Niagara“ (Niagara): In dem Drama (Regie: Henry Hathaway) um ein Mordkomplott an ihrem Ehemann überzeugt sie in einer ernsten Rolle vor der Kulisse der Niagarafälle - für die Monroe der Durchbruch in Hollywood.

1953

„Blondinen bevorzugt“ (Gentlemen Prefer Blondes): Als Tänzerin Lorelei Lee reist sie - von Männern umgarnt - auf einem Luxusliner nach Europa, um reich zu heiraten. Unvergessen: Monroes Filmsong „Diamonds Are a Girl's Best Friend“ (Regie: Howard Hawks).

1954

„Fluss ohne Wiederkehr“ (River Of No Return): In dem Abenteuerfilm von Otto Preminger müssen Marilyn Monroe und Robert Mitchum Goldräuber, feindliche Indianer und gefährliche Raubkatzen abwehren, bevor sie ein Paar werden.

1955

„Das verflixte 7. Jahr“ (The Seven Year Itch): Regisseur Billy Wilder lässt „M.M.“ als blonde Versuchung für sommerliche Strohwitwer durch New Yorks Hochhausschluchten stöckeln. Legendär die Szene, als Abluft aus einem U-Bahn-Schacht Marilyns Kleid aufwirbelt.

1959

„Manche mögen's heiß“ (Some Like It Hot): Billy Wilders Komödie gilt als eine der besten der Kinogeschichte und wurde einer der erfolgreichsten Filme überhaupt. Die Monroe spielt die Ukulele in einer Frauenkapelle und verdreht den - wegen ihrer Flucht vor der Mafia als Frauen verkleideten - „Kolleginnen“ Tony Curtis und Jack Lemmon den Kopf.

1961

„Misfits - Nicht gesellschaftsfähig“ (The Misfits): Unter der Regie von John Huston (Drehbuch: Monroes dritter Ehemann Arthur Miller) spielt sie nach mehreren Kassenschlagern als naives Blondchen eine moderne Frau auf der Suche nach Anerkennung - in der Beziehung und der Gesellschaft.

Doch angeblich hatte sie auch mehrere prominente Liebhaber. Weltweit die Fantasie beflügeln vor allem langlebige Legenden wie ihr angebliches Verhältnis zum US-Präsidenten John F. Kennedy und dessen Bruder Robert. Sie trugen ebenso zur Mystifizierung bei wie Marilyns früher Tod mit nur 36 Jahren.

Hat sie sich mit Schlaftabletten vergiftet, weil sie den Zwiespalt ihres Lebens nicht mehr ertragen hat? „Als Sex-Symbol hat man eine schwere Last zu tragen. Vor allem wenn man müde, verletzt und enttäuscht ist“, klagte sie und schrieb Monate vor ihrem Tod: „Ich wünschte, ich wäre tot - gar nicht vorhanden - fort von hier - von überall.“ War es Selbstmord oder wurde sie getötet? Etwa von den Kennedys, weil sie das Verhältnis beenden wollte, oder von der CIA, weil sie das Verhältnis nicht beenden wollte?

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