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11.11.2011

12:19 Uhr

Medienpreisverleihung

Bushido-Streit macht zahmem „Bambi“ Feuer

„Intergrations“-Bambi für Bushido - das war das zentrale Thema rund um die Preisverleihung am Donnerstagabend. Die Band Rosenstolz wagt auf der Bühne offene Kritik und auch die Politik hat sich nun eingeschaltet.

Bushido freut sich über sein Bambi - so ziemlich als Einziger. AFP

Bushido freut sich über sein Bambi - so ziemlich als Einziger.

Lady Gaga mit langer schwarzer Schleppe, Helmut Schmidt gewohnt staatsmännisch und Bushido als großer Spalter - gegensätzlicher hätte die Bambi-Verleihung in Wiesbaden nicht über die Bühne gehen können. Im grünen Glitzer-Kleid von Hollywood-Star Gwyneth Paltrow eröffnet, plätscherte die Show dahin, zu mehr als freundlichem Applaus wollten sich die rund 800 Gäste bei den meisten Preisträgern nicht hinreißen lassen. Bis dann Peter Plate, Songschreiber der Band Rosenstolz, für den Paukenschlag sorgte, der schon lange in der Luft lag: Er nahm die Bambi-Jury scharf ins Gericht wegen des „Integrations“-Bambis für Rüpel-Rapper Bushido.

„So wenige Jahre nachdem ein Musiker frauenfeindliche Texte, schwulenfeindliche Texte und im Endeffekt menschenverachtende Texte veröffentlicht hat, so einen Musiker hier heute Abend auszuzeichnen, finde ich nicht korrekt“, sagt der schwule Plate - und erntet mehrfach Applaus. „Richtig“, brüllen einige im Publikum.

Auch von der Politik hagelt es Kritik: der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, schimpft zum Beispiel in der „Osnabrücker Zeitung“: „Wer Frauen- und Schwulenverachtung propagiert, hat keinen Preis für gelungene Integration verdient.“ Und die Piratenpartei Deutschland bietet dem Burda-Verlag, Veranstalter der Bambi-Gala, einen „Integrationskurs zur Vermittlung grundlegender Werte an“.

Der Rapper selbst weist nach der Preisverleihung die Kritik an ihm zurück. „Die negative Hysterie hat mich überrascht“, sagt der Musiker. „Ich dachte, die Zeit ist vorbei.“ Worte der Entschuldigung blieb er aber auch in seiner Dankesrede schuldig, auch wenn er sich distanzierte: „Ich habe gelernt, dass das, was ich gesagt habe, falsch war.“ So sorgt die Bambi-Verleihung für Gesprächsstoff. Doch auf der After-Show-Party will kaum jemand über das Thema reden.

Im Fernsehen war es die quotenstärkste Bambi-Verleihung seit fünf Jahren. Durchschnittlich 6,00 Millionen Zuschauer (20,5 Prozent Marktanteil) schalteten am Donnerstagabend die ARD ab 20.15 Uhr ein, rund eine Million mehr als im vergangenen Jahr.

Kommentare (3)

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Querdenker22

11.11.2011, 12:31 Uhr

Wenn das D I E Streitpunkte der demokratische Nation sind: Bushido und ein Kopftuchtragender Berliner Abgeordneter - dann bitte doch zurück ins Kaiserreich ...
Es gibt warhaftig ernsthaftere Probleme zu klären. Das hier ist wohlstandsverwöhntes Jammern auf höchsten Niveau.

Account gelöscht!

11.11.2011, 12:46 Uhr

.
Was macht man nicht alles fürs liebe Geld.
Er ist wenigstens ein "echter" Gangster und erhaben jeden
Verdachts, die ehrlich sein zu müssen.
.

Das_System

11.11.2011, 13:47 Uhr

Geld verdarb die Welt. Gib jemandem Geld oder Macht und Du lernst seinen wahren Charakter kennen.

Irgendwo ist daher der Wandel im Falle des Bushido von Saulus zu Paulus auch vergleichbar mit der wundersamen Wesensverwandlung des ehemals Protestlinken Gerhard Schröder hin zum Freund des Großkapitalismus.

Das ist alles eine Riege und von jenen hat jeder seinen bestimmten Preis.

Jedoch wird auch deisen all ihr Gold und Silber nichts nützen am Tag des Herrn - und das ist dann göttliche Gerechtigkeit.

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