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22.01.2006

17:21 Uhr

Minus 40,8 Grad in Finnland

„Claus“ bringt „Eiszeit“ nach Deutschland

Das Russland-Hoch hat Osteuropa fest im Griff und greift nun mehr und mehr auch auf Deutschland über – die kältesten Tage dieses Winters haben begonnen. Dabei wird es vor allem im Osten mit Temperaturen von mehr als minus 20 Grad eisig. Aber auch im Westen gibt es Dauerfrost.

HB BERLIN/MOSKAU/HELSINKI. „Vor allem im Osten Deutschlands wird es knackig frisch“, kündigte Roland Reiter vom Wetterdienst Meteomedia am Sonntag an. In Teilen Sachsens und Brandenburgs sowie in Bayern sollte es in der Nacht zum Montag minus 20 Grad und kälter werden. Im Westen sollten sich die Temperaturen zwischen minus sechs und minus 13 Grad bewegen. Die Polizei in den östlichen Bundesländern ist darauf vorbereitet, sich um obdachlose Menschen zu kümmern. Die klirrende Kälte, für die das Hoch „Claus“ verantwortlich ist, hat aber auch ihr Gutes: Vielerorts scheint bei blauem Himmel die Sonne.

Derweil steigt die Zahl der Frosttoten in Osteuropa weiter: Allein in der russischen Hauptstadt Moskau erfroren seit Beginn der Rekordkältewelle vor einer Woche 23 Menschen, in Tschechien waren es zuletzt 13. Im finnischen Lappland fielen die Temperaturen am Wochenende auf unter 40 Grad Frost.

Knapp drei Wochen nach dem Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall mit 15 Toten brach im niederbayerischen Bernried nahe Deggendorf in der Nacht zum Sonntag eine Reithalle ein. Das Holzdach hatte der Last der gewaltigen Schneemassen nicht mehr standgehalten. Die Polizei schätzt, dass bis zu 80 Zentimeter Schnee auf dem Dach lagen. Verletzt wurde niemand. Auch in Tschechien stürzten die Dächer einer Tankstelle und eines Feuerwehrmuseums unter der Schneelast ein - auch hier gab es keine Opfer.

Die tiefsten Temperaturen in Deutschland sagten die Meteorologen für die Zwickauer Mulde und die Niederlausitz in Sachsen voraus: minus 22 Grad. Im brandenburgischen Grünow ließ Hoch „Claus“ die Temperaturen bereits in der Nacht zum Sonntag auf minus 16 Grad sinken. Auch in der Nacht zum Montag sollte es wieder bitterkalt werden. Für den Osten Bayerns wurden ebenfalls strenger Frost und Tiefstwerte um minus 20 Grad angekündigt.

In Berlin kam es nach einem Temperatursturz um rund 20 Grad zu Schienenbrüchen bei der S-Bahn - und zu Verspätungen. Die S-Bahn setzte Zusatzkräfte ein, um Türen der Züge zu enteisen. Die U-Bahn meldete keine Probleme. „Da wir weitgehend unterirdisch fahren, sind wir davon nicht betroffen“, sagte eine Sprecherin der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG).

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