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11.07.2015

09:58 Uhr

Model-Karriere im Fitness-Studio

Vom Laufband auf den Laufsteg

Der Fitness-Markt boomt ungebremst. Auch, weil die Unternehmen dahinter ihr Angebot immer weiter diversifizieren. Marktführer McFit geht dabei einen besonderen Weg: Mitglieder können sich hier zum Model trimmen lassen.

Der gelernte Bankkaufmann aus Bremen verdient sein Geld inzwischen auf den Laufstegen der Modewelt. © Christian Hasselbusch

McFit-Model Johannes I.

Der gelernte Bankkaufmann aus Bremen verdient sein Geld inzwischen auf den Laufstegen der Modewelt.

DüsseldorfSport ist in. Mehr als neun Millionen Deutsche sind aktuell Mitglied in einem Fitnessstudio, mehr als jemals zuvor. 9,08 Millionen Mitglieder zählten heimische „Fitness- und Gesundheitsanlagen“ gemäß einer Studie des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV), der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) sowie dem Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte. Das sind knapp zwei Millionen Aktive mehr als noch 2010, in den vergangenen beiden Jahren zählte die Branche jeweils einen Anstieg von einer halbe Millionen Kunden.

Die gesamte Branche wächst, einzig mittelgroße, eigenständige Betriebe haben Probleme, sich im Markt zu behaupten. Das funktioniert einerseits durch die Breite der Sportwelle, die europaweit zum anhaltenden Phänomen wurde und genug Geld für alle Unternehmer abwirft. Das funktioniert aber auch, weil sich die Studios und Ketten einnischen und mit Spezialangeboten den Kundenwünschen entsprechen.

Es geht nicht mehr allein über den Preis. Zwar wachsen die günstigen Anbieter wie McFit oder FitX, auch mit Submarken, insgesamt am schnellsten. Darüber hinaus geht aber auch Premium gut, wie Fitness First und Holmes Place zeigen. Gerade mittelfristig ist aber Einfallsreichtum gefragt, was Geschäftsmodelle und Angebote betrifft.

Mitgliederrekord bei Fitness-Studios: Milliardengeschäft am Puls der Zeit

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Die Fitness-Branche ist derzeit unaufhaltsam: Erstmals zählen hiesige Studios mehr als neun Millionen Mitglieder. Wirtschaftlich läuft es rund, trotz des hohen Preisdrucks. Und der Boom verstärkt sich stetig selbst.

Zwischen Zumba, Pilates und Fatburner probiert es Marktführer McFit seit einigen Jahren auch mit einem ungewöhnlichen Angebot: Mitglieder können als Erfolgsziel „Model“ angeben. Und griff damit der Konkurrenz erfolgreicher Online-Angebote wie „I make you sexy“ von Tänzer Detlef D. Soost oder „Mach Dich krass“ von Moderator Daniel Aminati vor, die das simple Versprechen der schnellen Attraktivität zuletzt auf die Spitze trieben.

Attraktivität ist auch das Stichwort beim Model-Programm McFit. Die Ambition ergebe sich aus dem laufenden Training, erklärt Anja Tillack, Geschäftsführerin der Agentur McFit Models. Und nach eigenen Angaben größte Sportmodelagentur Europas. „Aktuell präsentieren wir über 1.300 Models auf unserer Website“, sagt Tillack. Vom Laufband auf den Laufsteg soll es gehen, wobei sich der Weg dorthin von Fall zu Fall unterscheidet.

Anmelden kann sich bei der Kette Modelagentur jedes Mitglied, Alter, Größe und Gewicht egal. Ein geschickter Marketingzug, werden so nicht nur potenzielle Kunden grundsätzlich eingebunden, sondern auch das Vertrauten in das eigene Trainingsprogramm demonstriert. Für den Trainingserfolg ist der Kunde letztlich selbst verantwortlich, oder zumindest dafür, die gebotenen Möglichkeiten, Trainingspläne und Betreuungsangebote auch erfolgreich wahrzunehmen. Am Ende, so Tillack, geht es für die Agentur darum „die Erfolgsgeschichten der Sportlerinnen und Sportler außerhalb des Studios weiterzuerzählen“.

Einer der Erfolgsgeschichten schrieb sich dieser Tage auf der Berliner Fashion Week fort. Der Bremer Bankkaufmann Johannes I. ist seit vier Jahren Model bei McFit und eines der Aushängeschilder von Agentur und Programm. Er hat seinen gelernten Beruf an den Nagel gehängt, finanziert sich über die Aufträge komplett als Model. Seine Auftraggeber? Unter anderem Sony, Reebok, Amazon, aber auch Michael Michalsky oder Just Cavalli.

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